Moment mal: schwierige Winterfreuden
Parken verboten - rasen erlaubt?
- Seltenes Vergnügen: Nicht alle können nachvollziehen, dass der Winter auch mal fröhliche Seiten haben kann
- Foto: Untersaenger
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
"Es schneit, es schneit!" Damit begrüßten Kinder früher freudig das Winterwetter und stürmten nach draußen zum Schneemannbauen und Rodeln. Diese Zeiten sind offenbar vorbei: Heute gibt es überall Probleme: glatte Straßen, mangelhafte Schneeräumung, schreckliche Kälte, kein Platz zum Parken, Salz an Hundepfoten … Unser Leben ist so durchgetaktet, dass für die schönen Seiten des Winters keine Zeit bleibt. Bei manchen auch kein Wille. Das ist mir nicht neu.
Was mir kürzlich eine Bekannte erzählte, hat mich dann aber doch schockiert, angesichts grundloser Empathielosigkeit einiger Mitbürger, die anderen offenbar keinen Winterspaß gönnen: In einer für geeignete Rodelbedingungen in meinem Dorf bekannten Straße mitten im Wald schritt kürzlich die Polizei ein. Dort hatten mehrere Familien Schlitten aus ihren Autos geholt und waren mit ihren Kindern den verschneiten Hügel hinuntergesaust.
Was sie nicht wussten: In Anliegerstraßen ist das Parken offenbar nicht erlaubt, auch wenn man sich mitten im Wald befindet und jede Menge Platz vorhanden ist. Nun ist es nicht so, dass die Polizei ihre knappe Zeit damit vergeudet, planlos durch die Wälder zu patrouillieren. Sie wurde gerufen. Von einem Anlieger, der keine Freude an rodelnden Kindern hat. Ganz im Gegenteil: Mit hoher Geschwindigkeit war er dicht an den Familien vorbeigebrettert, hatte angehalten und die Ordnungshüter herbeizitiert. Für das hohe Tempo könne der wütende Mann - trotz jeder Menge Zeugen - aber nicht belangt werden, weil auf dieser Strecke schließlich Tempo 100 erlaubt sei, belehrten Polizisten die erschrockenen Rodler.
Und dann bleibt einem doch der Mund offenstehen: Parken verboten, Vorbeibrettern erlaubt? Das harmlose Rodelerlebnis hinterlässt hier wirklich einen üblen Nachgeschmack ...
Gaby Pöpleu
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