Bau einer Schmiede
Wie an der Wassermühle Karoxbostel ein Zentrum für alte Handwerkskunst entsteht

Vereinsmitglieder, Berufsschüler und Unterstützer versammeln sich zum Baustart der Hofschmiede auf dem Gelände der Wassermühle Karoxbostel Fotos: ts / Wassermühle Karoxbostel
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ts. Karoxbostel. Der Landkreis Harburg wird um eine Attraktion reicher: Der Verein Wassermühle Karoxbostel errichtet auf seinem Gelände in Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen in der Nordheide eine Hofschmiede. Voraussichtlich Ende 2020 wird sie den Betrieb aufnehmen. Der Verein will damit das Schmiedehandwerk weitervermitteln und das Bewusstsein für die Wertigkeit von geschmiedeten Produkten wecken.
In unmittelbarer Nähe zu der Sägerei des denkmalgeschützten Mühlengebäudeensembles entsteht ein kleines Fachwerkhaus, das der Schmiede auf 20 Quadratmetern Platz bietet. Die Ausstattung mit Esse (Feuerstelle zum Erhitzen von Metallteilen), Ambossen, Hämmern und Zangen hat die früher in Hamburg-Altenwerder ansässige Schmiedfamilie Bersuch gespendet. Den Mühlenretterverein hat Willi Bersuch im vergangenen Sommer kennengelernt, als er zusammen mit seinem Sohn bei einem Fest zur Schau in Karoxbostel geschmiedet hat.
Der Verein finanziert die Schmiede mit 10.000 Euro Eigenkapital. Den Fachwerkneubau macht die Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen möglich. Insgesamt 27 Schüler, angehende Maurer, Stahlbetonbauer und Zimmerer, werden das Haus während ihrer Ausbildung errichten. Die Schüler profitieren von dem Projekt, weil sie etwas schaffen, das von Bestand sei, erklärt die Abteilungsleiterin Caren Theede-Rellmann von den Berufsbildenden Schulen in Buchholz. Üblicherweise bauen Berufsschüler die während ihrer Ausbildung errichteten Bauten wieder zurück.
"Wichtig ist es uns, die Wertigkeit des Handwerks zu zeigen", sagt die Vereinsvorsitzende Emily Weede. Wenn ein Schmied Nägel herstellt, fallen sie nicht rund, sondern viereckig aus, haben eine Schneide statt einer Spitze. Der Vorteil: Das Holz splittert nicht, wenn ein eckiger Nagel eingeschlagen wird.
Einer der heute selten gewordenen Schmiedemeister ist der 77 Jahre alte Arnold Kahnenbley, bekannt von der Schmiede im Museumsdorf Seppensen. Zusätzlich zu seinem Engagement dort wird er in Karoxbostel das Schmiedehandwerk in Lehrgängen vermitteln. "Vereinsmitglieder werden Teile für den Erhalt des historischen Mühlengebäudes schmieden, zum Beispiel Handläufe oder Haken", sagt Emily Weede. Ursprünglich bis etwa zum Jahr 1900 habe sich eine kleine Hofschmiede in der Tenne des Mühlengebäudes befunden.
Mit dem Bau der Schmiede entwickelt sich die Wassermühle Karoxbostel zu einem Zentrum für alte Handwerkskunst. In einer mit Wasserkraft betriebenen Sägerei veredeln Mitglieder des Vereins bereits Holz von Bäumen, die im benachbarten Mühlenwald wachsen. Aus Buche, Eiche und Fichte entstehen zum Beispiel Treppenbauteile oder Sitzmöbel. Besucher können an Aktionstagen miterleben, wie ökologisch angebautes Getreide zu Vollkornschrot gemahlen wird und wie daraus im Lehmbackofen Brot und Kuchen entstehen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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