(ts). 1.250 Sängerinnen und Sänger in 42 Chören sind im Kreischorverband Harburg-Winsen organisiert. Dazu kommen noch die Kirchenchöre. Ihnen allen setzt die Corona-Pandemie zu, weil die Ansteckungsgefahr beim Singen als besonders hoch gilt. Konzerte, Ausfahrten, Ständchen zu Hochzeiten und Geburtstagen - alles muss auf unabsehbare Zeit ausfallen.
Nach unserem Bericht über den traditionsreichen Gesangverein Sängerlust Fleestedt und seine Sorge um die Existenz berichten Chöre von ihrem Leben mit dem Coronavirus. Die Chorverbandsvorsitzende Monika Sander verlangt nicht weniger, als dass sich die Chorlandschaft neu erfindet.

Chöre müssen sich neu organisieren

Monika Sander, erste Vorsitzende Kreischorverband Harburg-Winsen, Chorleiterin Frauenchor Elbmarsch:
"Seit dem 13. Juli dürfen Chöre wieder proben – auch in geschlossenen Räumen - aber unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,50 Meter. Nicht nur nach links und rechts, auch nach vorn und hinten. Nur sehr wenige Chöre haben einen Raum, in dem sie das für den ganzen Chor umsetzen können. Die durchschnittliche Chorstärke liegt bei 30 Sängern und davor muss noch Platz für den Chorleiter sein.
Die Hinweise von den verschiedensten Institutionen zur Ansteckungsgefahr durch die Verbreitung von Aerosolen sind ernst zu nehmen. Das gilt nicht nur für Chorgesang. Auch das Singen in Kirchen, Gottesdiensten, auf Fußballplätzen und Geburtstagsfeiern, birgt die gleichen Gefahren. Andererseits gehört Singen seit der Geburt zum Menschen. Das kann man auch nicht einfach abstellen.
Welche Möglichkeiten haben wir, Chorsingen in anderen Strukturen zu ermöglichen, wenn Vereine sich aus Mangel an Mitgliedern auflösen? Ich wünsche mir eine Diskussion, welche Erfahrungen die einzelnen Chöre gemacht haben. Weil das Coronavirus nicht zum Jahresende verschwinden wird, müssen wir uns auf die Suche nach neuen Organisationsformen für Chöre machen. Die Chorlandschaft wird anders sein als das, was wir bisher haben. Chorleiter werden Mitsingveranstaltungen durchführen. Und wer singt, bezahlt Eintritt."

Gut durchlüftet Hallen und Aulen öffnen

Dagmar Scheffczyk, Schriftführerin Chorgemeinschaft Elbdeich e.V.:
„Wir, die Chorgemeinschaft Elbdeich, konnten immer mit Stolz sagen, dass wir in unserem Verein über zwei Chöre verfügen. Von den insgesamt mehr als 100 aktiven Mitgliedern sind in der jetzigen Situation ca. 55 bis 60 Sänger und Sängerinnen bereit, das Singen im Freien durchzuführen, da wir die Gelegenheit haben, uns im privaten Bereich auf einer großen grünen Wiese in zwei Gruppen zu treffen. Voraussetzung dafür neben den einzuhaltenden „AHA“-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) ist das wöchentliche Bitten und Flehen an den Wettergott um Trockenheit, Abendsonne und Wärme.
Auch wenn es qualitativ nicht mit einer normalen Probe zu vergleichen ist, so sind wir mit Freude dabei. Und ganz wichtig ist der persönliche Kontakt einmal in der Woche.
Dabei sind wir selbstverständlich auf der Suche nach einer festen Halle, die uns das weitere Proben möglich macht mit allen vorgegebenen Richtlinien, denn die Gesundheit steht im Vordergrund. Aber es erweist sich als sehr schwierig. Hier können wir nur an die Kommunen herantreten und ganz herzlich bitten: Machen Sie nicht nur Ihr Herz auf für Ihre Chöre, sondern auch die Türen und Tore für gut durchlüftete Hallen und Schulaulen, damit wir keinen Chor 'zu Grabe tragen müssen'."

Auf der Suche nach einer neuen Chorleitung

Gesa Schönfeld, KRESCHENDO e.V.:
"Auch den Frauenchor KRESCHENDO e.V. in Seevetal hat die Corona Krise voll erwischt. Trotzdem haben wir uns nicht entmutigen lassen. Und das, obwohl wir noch eine weitere erschwerte Bedingung haben. Eigentlich wollten sich die Sängerinnen nämlich gerade auf die Suche nach einer neuen Chorleitung begeben, als Covid-19 das Land ereilte. Aber unsere erste Vorsitzende Heidi Meier, die auch in der Vergangenheit bereits häufiger die alte Chorleiterin vertreten hat, hatte die zündende Idee zur Online-Chorprobe. Via Mail und WhatsApp sendet sie uns Noten und Tonaufnahmen, die wir dann zuhause einstudieren. Auch die Proben mit Video-Konferenzschaltung haben wir ausprobiert. Aufgrund der Zeitverzögerung bei den Stimmen war dabei allerdings immer nur eine Sängerin zu hören. Das virtuelle Treffen hat jedoch trotzdem Spaß gemacht, weil es uns ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt.
Seit den Lockerungen treffen wir uns nun wieder 'in echt'. Da unsere Proben seit zwei Jahren bei der Karoxborsteler Wassermühle stattfinden und es dort genug Freigelände gibt, können wir dort super draußen singen und Abstand halten. Bei Regen gibt es einen Unterstand, der uns dies ermöglicht. Unter diesen Bedingungen hört man seine eigene Stimme sogar viel besser und es ist eine ganz neue Erfahrung. Natürlich hoffen wir, dass wir bis zum Herbst wieder drinnen singen können.
Und das am besten mit neuer Chorleitung. Welcher Chorleiter mit C-Ausbildung, einem Musikstudium oder etwas Vergleichbarem traut sich zu, es mit den motivierten Sängerinnen aufzunehmen? Auf eine Kontaktaufnahme freuen sich Heidi Meier (kreschendo@web.de) oder Gesa Schönfeld (0173-383 1601).

Hagenaher Sportsänger: Singen macht glücklich und hält fit
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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