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Y-Trasse: Projektbeirat macht klar:
Bahn könnte jetzt schnell sanieren

Zu teuer, zu spät, unnütz für die Region: Seit Jahren protestieren Bürger in der Nordheide gegen eine Neubaustrecke nach Hannover, hier 2020 | Foto: bim
  • Zu teuer, zu spät, unnütz für die Region: Seit Jahren protestieren Bürger in der Nordheide gegen eine Neubaustrecke nach Hannover, hier 2020
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Ist eine schnelle Lösung doch möglich? Die Bahn könnte das am 26. Juni beschlossene Infrastruktur-Zukunftsgesetz nutzen, um den größten Engpass auf der Bahnstrecke Hannover – Hamburg sofort anzugehen und in wenigen Jahren zu beseitigen. Darauf wies jetzt der Projektbeirat Alpha-E hin.

So könnten fehlende Weichen und Überholgleise auf der Strecke Stelle – Lüneburg kurzfristig geplant und im Rahmen der Generalsanierung schnell umgesetzt werden. Denn mit dem Gesetz entfallen sowohl die Umweltverträglichkeitsprüfung als auch das Planfeststellungsverfahren. Eine Neubaustrecke könne dagegen frühestens mit der Fertigstellung in 25 bis 38 Jahren entlasten.

Solange bliebe die schwierige Situation für Pendler, wie sie ist: Aktuell ist die Strecke zwischen 6 und 22 Uhr mit 47 Prozent total überlastet, obwohl sie dreigleisig ausgebaut ist. Der Grund: In Richtung Norden wird nur ein einziges Gleis genutzt, weil Weichen fehlen. Der Metronom-Betreiber habe schon 2018 mehr Weichen gefordert, betont der Beirat. Derzeit müssen Nahverkehrszüge dauernd wegen überholender ICE stoppen.

Mit dem Einbau von mehr Weichen könne die Situation für Pendler, "aber auch für den Fernverkehr und Güterverkehr auf der Strecke innerhalb weniger Jahre stark verbessert werden", so die Beiratsmitglieder in einem Positionspapier. "Vollkommen abwegig wäre es, auf diese Verbesserung zu verzichten, weil man auf eine Neubaustrecke von Hamburg nach Hannover hofft. Denn dieses würde viel zu lange dauern."

Außerdem fehle schon jetzt für viele Bahnprojekte das Geld, und der Neubau der Strecke Richtung Hannover wäre mit 14,1 Milliarden Euro extrem teuer. Zudem zeigten die aktuellen Entwicklungen bei Stuttgart 21 (fünf weitere Jahre, bis der Bahnhof in Betrieb gehen kann, und ca. 300 Prozent Mehrkosten gegenüber der Finanzvereinbarung) und der Fehmarnbeltanbindung (weitere Verzögerung und ca. 300 Prozent Mehrkosten gegenüber der Vorplanung), dass realistisch eher mit deutlich längeren Bauzeiten und weitaus höheren Kosten zu rechnen wäre, so der Projektbeirat.

Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

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