Seevetal: Aus für zwei Ortsverwaltungen
Zu wenig Personal, zu wenig Platz
- Bleibt dicht: die Ortsverwaltung Ramelsloh in der Ohlendorfer Straße beim MTV-Vereinsheim
- Foto: pöp
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Die Ortsverwaltungen Ramelsloh und Over/Bullenhausen werden bis auf weiteres jetzt auch langfristig geschlossen. Das entschied der Gemeinderat. Vorausgegangen war bereits die Entscheidung des Ortsrates Over/Bullenhausen, die dortige Gemeindervertretung dichtzumachen. "Wir sind diesem Beschluss mit dem Gemeinderat gefolgt", erklärt Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede.
Nur die Fraktion der Freien Wähler hatte die Entscheidung nicht mitgetragen. Stattdessen hatte man beantragt, weitere Stellenausschreibungen zu veröffentlichen, ein "Wiedereröffnungskonzept" zu entwickeln und "Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung eines bürgernahen Verwaltungsservices" zu ergreifen. Damit konnten sie sich aber nicht durchsetzen.
Hintergrund: Nach der Schließung wegen der Pandemie waren die Ortsverwaltungen seit 2023 immerhin an einem Vormittag pro Woche geöffnet gewesen. Die Ursache für die Schließungen seit 2024 ist Personalmangel, in Ramelsloh in Verbindung mit Raumknappheit: Ortsverwaltungen müssten, so Bürgermeisterin Emily Weede, aus Sicherheitsgründen heute immer mit mindestens zwei Personen besetzt sein.
Das war früher zwar anders, wie sich ältere Bürger erinnern, doch "die Zeiten haben sich geändert", so Weede. "Ich kann die Mitarbeiter verstehen, die nicht den ganzen Tag allein dort sitzen wollen." In Ramelsloh komme hinzu, dass die Räume für zwei Arbeitsplätze ohnehin zu klein wären. Erst wenn ein vom MTV Ramelsloh geplanter Neubau eines Vereinshauses realisiert würde, könnte vielleicht eine neue Raumlösung möglich werden.
In Over/Bullenhausen hatte schon der Ortsrat festgestellt: Die Dörfer sind so weitläufig, dass man ohnehin mindestens mit dem Fahrrad, meist aber mit dem Auto zur Ortsverwaltung fahren müsse. Dann könne man auch gleich zu einer der Ortsverwaltungen nach Meckelfeld, Fleestedt, Maschen oder Hittfeld fahren, berichtete Weede. Betroffen seien vor allem Ältere, die nicht mehr so mobil sind, „aber für die haben wir ja jetzt den Bürgerbus."
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