Pachtvertrag endet nach 30 Jahren
Kleingartenverein in Meckelfeld steht vor dem Aus

Jens Strasen baut Wein in seinem Garten an Fotos: ts
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ts. Meckelfeld. Dem Kleingartenverein "Zum Sonnenfeld" mit 60 Parzellen in Meckelfeld droht das Aus: Nach 30 Jahren endet der Pachtvertrag im März 2023. Laut der Vorsitzenden Renate Crohn (72) habe der Eigentümer Philipp Sonnenfeld den Schrebergärtnern bereits gekündigt. "Wir hoffen, dass es trotzdem irgendwie weitergehen kann", sagt sie.
Der Restfunken Hoffnung ist nicht unbegründet. Den der geltende Bebauungsplan sieht auf dem 22.200 Quadratmeter großem Gelände ausschließlich die Nutzung als Kleingartengelände vor. Eine Anfrage zur Umwandlung der Fläche für Wohnungsbau im Jahr 2017 habe der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Seevetal einstimmig abgelehnt, sagt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Seitdem habe Stille in der Sache geherrscht.
Die Kündigung trifft die Kleingärtner hart und stimmt sie traurig. "Mein erster Gedanke war. Was mache ich ohne Garten?", sagt Maria Jambor (59). Ähnlich geht es ihrer Nachbarin, der 85 Jahre alten Gertrud Kansy. Sie haben sich ihre kleinen Paradiese geschaffen, pflanzen Kartoffeln, Erdbeeren, Zwiebeln und Bohnen an. Der Aufenthalt in der Gartenlaube ist ihr ganz persönlicher Urlaub.
Die Kündigung lähmt den Kleingartenverein bereits heute. "Meine Gartenlaube müsste renoviert werden. Ich weiß aber nicht, ob es bei den Zukunftsaussichten noch Sinn macht", sagt Jens Strasen. "Ich hatte gehofft, dass ich später in meinem Ruhestand auch hier sein dürfte", sagt der 55-Jährige traurig. Er baut unteren anderem Wein an. Üppige, saftige Trauben bilden ein prächtiges grünes Dach. Auch Jürgen Crohn produziert nach eigenen Angaben 180 Liter Wein aus eigenem Anbau.
Einige ältere Pächter möchten verkaufen. Aber bei nur noch drei Jahren Nutzzeit fänden sie keinen Käufer. "Sie bleiben nun auf den Abbruchkosten von mehreren tausend Euro sitzen. Denn der Vertrag sieht vor, dass wir Pächter unsere Grundstücke komplett abgerissen übergeben", sagt Renate Crohn.
Viele Schrebergärtner kennen sich seit der Eröffnung der Kleingartenkolonie im Jahr 1993. Einmal im Jahr feiern sie gemeinsam ein Fest. Weil der Verein über kein Gemeinschaftshaus verfügt, gibt ein Pächter mit einem besonders großen Garten den Gastgeber. In der Regel sind die Parzellen jeweils 300 Quadratmeter groß. "Mit dem Ende der Gartenkolonie bräche die Gemeinschaft auseinander", ist Renate Crohn traurig.
Die Kleingartenkolonie "Zum Sonnenfeld", benannt nach ihrem Begründer, bildet im niedersächsischen Meckelfeld einen Grünpuffer an der Landesgrenze zur Freien und Hansestadt Hamburg. Sie war damals Voraussetzung für die Errichtung des Wohngebiets "Hillenklint" in Meckelfeld. Tiere hätten in dem Gartenstreifen ihr Zuhause gefunden: "Igel streifen durch die Gärten. Auch Ringelnattern leben in der Kolonie", sagt Jens Strasen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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