Flüchtling stirbt bei Polizeieinsatz
Der Fall Aman Alizada: Tödlicher Schuss war Notwehr

Aman Alizada wurde im August 2019 bei einem Polizeieinsatz in Stade-Bützfleth erschossen | Foto: Archiv/jab
  • Aman Alizada wurde im August 2019 bei einem Polizeieinsatz in Stade-Bützfleth erschossen
  • Foto: Archiv/jab
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht
Zwei Verletzte nach Unfall mit einem Audi | Foto: Polizeiinspektion Stade
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Unfall in Düdenbüttel: Beifahrer schwer verletzt
Audi prallt gegen Baum

Bei einem Verkehrsunfall in Düdenbüttel sind am Freitag, 14. August, zwei Autoinsassen verletzt worden, einer davon schwer. Gegen 11.20 Uhr war ein 24 Jahre alter Fahrer aus Stade mit einem Audi A5 auf der Röthkampstraße unterwegs. Beim Beschleunigen verlor er die Kontrolle über den Wagen. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Straßenbaum. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Sein 20 Jahre alter Beifahrer aus Düdenbüttel wurde schwer verletzt. Beide wurden nach der...

Blaulicht

Autobahn 7
Sattelzugfahrer alkoholisiert unterwegs / Bei Notdurft geschnappt

Am Freitag, 14. August, meldeten mehrere Verkehrsteilnehmer gegen 13.30 Uhr  einen in Schlangenlinien fahrenden Sattelzug auf der A7 in Fahrtrichtung Hamburg. Nach bisherigen Erkenntnissen befuhr der Fahrzeugführer eines Sattelzuges den Hauptfahrstreifen der A7 und geriet dabei wiederholt auf benachbarte Fahrstreifen. Hierbei kam es beinahe zu einer Kollision mit einem Pkw, der sich auf dem ersten Überholfahrstreifen befand. An der Anschlussstelle Egestorf verließ der Sattelzug schließlich die...

Blaulicht

Zu schnell, zu zweit, unversichert
Große E-Scooter-Kontrollen zum Schuljahresbeginn

Am Donnerstag und Freitag, den ersten beiden Schultagen des neuen Schuljahres, hat die Polizeiinspektion Harburg mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Lüneburg und Einsatzkräften aus den Inspektionen Stade, Rotenburg und Lüneburg sowie der Polizei Hamburg in Buchholz, Winsen und Seevetal anlässlich des Schulbeginns zahlreiche Verkehrskontrollen durchgeführt. Die Kontrollen fanden zu Schulbeginn und -ende in der Nähe der jeweiligen Schulzentren statt. Zwischendurch erfolgten Kontrollen in...

Blaulicht

Blaulicht
Anrufer gibt sich als Polizist aus

Am Freitagnachmittag, 14. August, kam es im Bereich Tostedt zu diversen Anrufen von falschen Polizeibeamten. Die Angerufenen bemerkten jedoch den Betrug und beendeten das Gespräch, sodass es zu keinem Vermögensschaden kam. Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus. Die Person am Telefon sagte, dass bei einem festgenommenen Einbrecher ein Notizzettel mit dem Namen und der Anschrift des Angerufenen gefunden wurde. Die Polizei wolle nun weitere Straftaten verhindern, dazu sei die...

Blaulicht

Polizei bittet um Hinweise
Horneburg: Autofahrer bringt Radfahrerin zu Fall und flüchtet

Eine 38-jährige Radfahrerin aus Mittelnkirchen ist am Freitag, 14. August, bei einem Verkehrsunfall in Horneburg leicht verletzt worden. Die Polizei sucht nun nach dem beteiligten Autofahrer sowie nach Zeugen. Der Unfall ereignete sich gegen 10.20 Uhr im Marschdamm. Die Frau war mit ihrem Fahrrad in Richtung Bleiche unterwegs und befand sich bereits in einer Engstelle, als ihr ein Autofahrer entgegenkam. Nach Angaben der Polizei fuhr dieser ebenfalls in die Engstelle ein, ohne ausreichend auf...

Blaulicht
Foto: Feuerwehr Buchholz
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Waldbrand an der A1 bei Rade
5.000 Quadratmeter Wald in Flammen

Ein Böschungsbrand an der A1 bei Rade hat nicht nur 5.000 Quadratmeter Wald in Flammen gesetzt und ein Großaufgebot von rund 150 Rettungskräften beschäftigt, sondern auch für kilometer- und stundenlange Staus auf der A1 gesorgt. Gegen 16.45 Uhr am Donnerstag, 13. August 2026, meldeten mehrere Verkehrsteilnehmer das Feuer an der A1 Richtung Bremen kurz vor der Anschlussstelle Rade. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Grasnarbe neben der Fahrbahn bereits auf einer Länge von rund...

Blaulicht
Das brennende Gras wurde gelöscht | Foto: Feuerwehr SG Hanstedt
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Samtgemeinde Hanstedt
Feuerwehren löschten Brände schnell / Appell der Feuerwehr

Samtgemeinde Hanstedt. Am vergangenen Freitag und Samstagmorgen, 14. und 15. August, waren die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt bei insgesamt vier Einsatzstellen gefordert. Neben Vegetations- und Kleinbränden führten auch unklare Meldungen und Fehlalarme zu Alarmierungen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Gegen Mittag wurde die Freiwillige Feuerwehr Egestorf mit dem Einsatzstichwort „FW 1 – brennt Feld“ an die Landesstraße 213 am Ortsausgang Richtung Schätzendorf alarmiert. Vor...

Blaulicht

Blaulicht
Körperverletzung durch Unbekannten am Autoscooter

Am Wochenende fand in Drage das jährliche Fest "Elbe brennt" statt. Die Veranstaltung verlief friedlich. Es kam am Samstagabend im Bereich des Autoscooters allerdings zu einer Körperverletzung. Hierbei schlug eine bislang unbekannte männliche Person einem Jugendlichen in den Nacken und gegen den Hals.

Blaulicht

Sperrung zwischen Harburg und Buchholz
Metronom-Züge RE4/RB41 werden umgeleitet - Halte in Hittfeld und Klecken entfallen

Nach einem gefährlichen Ereignis ist die Bahnstrecke zwischen Hamburg-Harburg und Buchholz derzeit vollständig gesperrt. Die Sperrung führt zu Einschränkungen auf den Metronom-Linien RE4 und RB41 zwischen Hamburg und Bremen. Die Folgen: Die Züge werden während der Streckensperrung über Jesteburg umgeleitet. Dadurch können die regulären Halte in Hittfeld und Klecken derzeit nicht bedient werden. Die Züge der Linie RE4 halten während der Umleitung zusätzlich in Sprötze. Fahrgäste müssen aufgrund...

tk. Stade-Bützfleth. Das, was am 17. August 2019 in einer Unterkunft für Flüchtlinge in Bützfleth geschehen ist, war Notwehr. Zu dieser Einschätzung kommt die Staatsanwaltschaft Stade, die auf Veranlassung  der Generalstaatsanwaltschaft Celle noch einmal ermittelt hat. In dieser Sommernacht war ein Polizeieinsatz aus dem Ruder gelaufen. Ein Polizist hatte den 19-jährigen Aman Alizada mit Schüssen aus seiner Dienstwaffe getötet. "Das Verfahren gegen den Polizeibeamten wird eingestellt", sagt Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas.

Die Einschätzung der Stader Ermittlungsbehörde, dass der Beamte in Notwehr gehandelt hat, wurde schon einmal getroffen. Daraufhin hatte der Hamburger Strafverteidiger Thomas Bliwier Widerspruch eingelegt. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hatte im Sommer erklärt, dass es um "maximale Aufklärung" gehe und die Staatsanwaltschaft Stade daher noch einmal das unmittelbare Geschehen vor den tödlichen Schüssen untersuchen müsse.

Das ist jetzt geschehen. Was dieses Mal anders als bei den vorangegangenen Ermittlungen war: Der betroffene Polizeibeamte, der in einem solchen Verfahren als Beschuldigter und nicht als Zeuge geführt wird, hat über die Tatnacht ausgesagt. Das war bislang nicht erfolgt. Seine Erklärung zum Tathergang sei "nachvollziehbar und schlüssig" so Breas. Für die erneute Einstellung des Verfahrens entscheidend: Der Beamte hatte, als der 19-Jährige mit einer Hantelstange in Schlaghaltung auf ihn zugekommen sei, seine Waffe gezogen und ihn aufgefordert, die Eisenstange fallenzulassen. Das sei nicht geschehen. Der Beamte, der allein im Zimmer des jungen Mannes war, habe daraufhin zwei Schüsse abgegeben, von denen einer die Schulter des 19-Jährigen getroffen habe. "Der Polizist ist davon ausgegangen, dass der Mann nun endlich die Stange fallen lässt", sagt Kai Thomas Breas. Er sei aber erneut mit der Eisenstange auf den Beamten zugekommen, der sich laut Breas mit dem Rücken an der Zimmerwand befunden habe. Erst dann habe der Polizist drei weitere Schüsse auf den 19-Jährigen abgegeben, von denen einer unmittelbar tödlich war.
"Wir haben keine Zweifel da-ran, dass der Polizeibeamte die Wahrheit gesagt hat", so der Oberstaatsanwalt.

Die Aussagen jetzt würden sich zudem mit dem decken, was der betroffene Beamte unmittelbar nach den Schüssen zu einer Kollegin gesagt habe, die an dem Einsatz beteiligt war, aber draußen vor dem Haus gestanden habe.

Dass die Aussage des Beamten jetzt Teil der abgeschlossenen Ermittlung wurde, geht auf einen Hinweis in den Akten zurück. Der Anwalt des Mannes hatte eine mögliche Einlassung - also Aussage - angekündigt, die dann aber nicht erfolgt sei. Die Stader Staatsanwaltschaft sei davon ausgegangenen,  dass der Beamte sich nicht äußern wolle. Was als Beschuldigter sein gutes Recht sei. Doch noch einmal nachzufragen, sei ein Hinweis der Generalstaatsanwaltschaft gewesen, so Breas. Letztendlich hat das jetzt dazu geführt, dass die Stader Ermittlungsbehörde erneut zum Ergebnis kommt, dass das Verfahren eingestellt werden muss.
Gegen diese Entscheidung kann der Strafverteidiger Bliwier erneut Widerspruch einlegen. Wenn die Stader Juristen trotzdem bei der Entscheidung bleiben, kann sich Bliwier erneut mit einer Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft Celle wenden.

Die Polizei war im August 2019 zu der Unterkunft gerufen worden, weil der 19-Jährige, der psychisch krank war, einen Mitbewohner bedroht hatte. Der hatte die Polizei gerufen. Zwei Streifenwagen waren daraufhin zu dem Mehrfamilienhaus gefahren. Der junge Mann soll sich beim Eintreffen der Beamten in seinem Zimmer aufgehalten und auf Ansprache nicht reagiert haben. Daraufhin hatten zwei Beamte das Haus betreten und sich Zugang zum Zimmer des 19-Jährigen verschafft. Anschließend sind die Schüsse gefallen.
Der Einsatz ist bei Flüchtlingsinitiativen aus dem Kreis Stade und dem Niedersächsischen Flüchtlingsrat heftig kritisiert worden. Hauptsächlich deswegen, weil die psychische Erkrankung des Mannes durch vorangegangene Vorfälle bekannt gewesen sei. Eine Krisenintervention mit geschultem medizinischen Personal wäre daher der richtige Weg gewesen.

Redakteur:

Tom Kreib aus Buxtehude

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