65 Jahre verheiratet: Rolf und Gertrud Oelsen aus Gräpel waren sich "immer einig"

Feiern Eiserne Hochzeit: Gertrud und Rolf Oelsen
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Eiserne Hochzeit in Gräpel / Gemeinsames Motto: erst sparen, dann kaufen

tp. Gräpel. Eine Liebe, die fürs Leben hält - davon träumen die meisten. Für Rolf und Gertrud Oelsen (beide 85) aus Gräpel ging der Wunsch in Erfüllung. Jetzt feiern die rüstigen Oldies 65-jähriges Ehejubiläum.

Gemeinsam die Eiserne Hochzeit erleben zu dürfen, scheint angesichts jährlich mehr als 160.000 Ehescheidungen in Deutschland wie ein kleines Wunder. Rolf und Gertrud Oelsen führen den Erfolg ihrer Partnerschaft auf einen steten Lebenswandel und Familiensinn zurück: "Böse Worte hat es nie gegeben", sagen die Jubilare und nehmen sich zärtlich an die Hand.

Das Harmoniebedürfnis liege wohl daran, dass beide in den Kriegs- und Nachkriegsjahren viel Unheil erlitten hätten, sagt Gertrud Oelsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ sie ihre alte Heimat Pommern in Richtung Hamburg. In der kleinen schleswig-holsteinischen Gemeinde Havighorst im Hamburger Umland lernte sie ihren Rolf kennen, der dorthin vor Bombenangriffen auf die Großstadt geflohen war.

Bei einem Tanzball traf Amors Pfeil die damalige Haushaltsangestellte und den gelernten Bäcker mitten ins Herz. Bald kreiste Meister Adebar über dem Dorf und verkündete Babyglück. Am Dienstag, 13. Februar, Rolf Oelsens Geburtstag, wurde Hochzeit gefeiert. Wenig später kam Tochter Marion (heute 64) zur Welt.

Im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort bezog die kleine Familie eine Dreizimmerwohnung und erlebte die goldenen Wirtschaftswunderzeiten. "Wir fingen bei Null an", sagt Rolf Oelsen, der zunächst als Zuckerbächer, dann im Büro der Zigarettenfabrik Reemtsma Karriere machte. Seine Ehefrau arbeitete als Verkäuferin. Die Autos wurden größer, ab und zu gönnte sich die Familie eine Reise und baute sich schließlich Kapitänsdorf Gräpel ein Ferienhaus.

Bei den meisten Anschaffungen hielten beide ihrem bodenständigen Prinzip die Treue: erst sparen, dann kaufen. So habe es auch nie Konflikte wegen Geldangelegenheiten gegeben, sagen die Jubilare.

Viele Jahre pendelten die Oelsens nur an Wochenenden nach Gräpel. Mit Renteneintritt Anfang der 1990er Jahre leben sie ganz in dem Oste-Ort, wo sie Mitglied im Schifferverein und im Schützenverein sind. 1992 war Gertrud Oelsen Schützenkönigin.

Seit einigen Jahren leben die Eheleute altersbedingt zurückgezogen und sind sich in ihrem schmucken Haus mit Garten selbst genug. Höhepunkt jeder Woche ist jetzt der Ausflug nach Hamburg, wo Tochter, Enkel und Urenkel wohnen. "Dort genießen wir das stille Familienglück", sagen Rolf und Gertrud Oelsen. Ihre Eiserne Hochzeit wollen die genügsamen Senioren nur im kleinen Kreis mit Nachbarn und Verwandten feiern: "Wir brauchen keinen Rummel."

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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