Anton und der "tote Winkel"

Grundschüler Anton (Foto) ist beeindruckt: Er schaut hoch oben aus dem Führerhaus eines Lkw zu seinen Klassenkameraden herunter - und stellt fest, dass er einige gar nicht sehen kann. Die befinden sich im "toten Winkel" des Rückspiegels
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Blaulicht
Konstantin Keuneke (40) übernahm vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Harburg

Auf den Ernstfall vorbereitet
Konstantin Keuneke leitet seit zwei Jahren die Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Harburg

(nw/tw). Manchmal ist das Leben schneller, als man Pläne schmieden kann. Als Konstantin Keuneke (40) vor zwei Jahren die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz übernommen hatte, stand eines ganz oben auf der To-do-Liste: zu prüfen, in welchen Bereichen und durch welche Projekte Rettungsdienste, Brand- und Katastrophenschutz weiter gestärkt werden können. „Dabei kam auch der Gedanke auf, den bestehenden Pandemie-Plan zu erneuern“, erinnert...

Politik
Nimmt den Prüfbericht gelassen: Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme
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In Hollenstedt
Verstößt Bürgermeister gegen geltendes Recht?

bim. Hollenstedt. Der Tagesordnungspunkt "Jahresabschluss" in einer Ratssitzung ist eigentlich eine Regularie, die per Handzeichen abgenickt und in der Öffentlichkeit nicht wirklich wahrgenommen wird. Zumal es sich in der Regel um länger zurückliegende Jahresabschlüsse handelt. Die für die Jahre 2015 und 2016 sorgt in der Gemeinde Hollenstedt für einigen Zündstoff - und Kritik an Bürgermeister Jürgen Böhme durch die Wählergemeinschaft Hollenstedt (WGH). Hintergrund sind u.a. vom...

Politik
Rettungshubschrauber können das Elbe Klinikum in Buxtehude nicht anfliegen. Sie landen daher im Jahnstadion

Elbe Klinikum Buxtehude wird nicht angeflogen
Stadt soll Helikopterlandeplatz schaffen

tk. Buxtehude. Die Stadt Buxtehude soll eine befestigte Landefläche für Helikopter ausweisen, die von allen Rettungsdiensten mit ihren Fahrzeugen gut angefahren werden kann. Diesen Antrag stellt Janet Hüsgen (Grüne). Die Ratsfrau, die seit der Wahl im Buxtehuder Stadtparlament sitzt, weiß, worüber sie redet. Sie ist nämlich auch Feuerwehrfrau im Zug II der Freiwilligen Feuerwehren Buxtehude. Ende 2021 sollte ein Patient vom Elbe Klinikum mit dem Rettungshubschrauber in ein anderes Krankenhaus...

Service

Zahl der Infektionen steigt weiter
Alle Landkreise im Elbe-Weser-Dreieck haben jetzt Inzidenzen über 500

jd. Stade. Jetzt ist die 500er-Marke übersprungen: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Mittwoch, 19. Januar, auf 519,1 angestiegen. Im gesamten Elbe-Weser-Dreieck ist jetzt die Schwelle von 500 überschritten. In allen Landkreisen der Region entwickelt sich ein dynamisches Infektionsgeschehen. Aktuell sind im Landkreis 1.559 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 250 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit...

Wirtschaft
Die Tiefbauarbeiten für den Autohof an der A7-Anschlussstelle Evendorf sind bereits abgeschlossen. Auf 15 Hektar sollen ein "Auto Reise Center" und ein Gewerbegebiet entstehen
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Politik
Rednerin Dörte Schnell (rote Jacke) rief dazu auf, den Auftritt rechter Gruppierungen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen nicht zu tolerieren
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Protest-Aktion gegen Corona-Leugner
"Omas gegen Rechts" demonstrieren in Stade gegen Querdenker

jd. Stade. "Impfen statt schimpfen", "Mehr denken statt querdenken", "Eure Freiheit ist Egoismus": Mit Transparenten dieser Art wurde am Montagabend in Stade gegen Impfgegner, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker protestiert. Rund 140 Menschen fanden sich auf dem Platz Am Sande ein, um darauf hinzuweisen, welche Gefahr für die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft von den sogenannten "Montagsspaziergängen" ausgehen kann. Der Platz in der Stader City war an diesem Abend auch...

Blaulicht
Der Pkw wurde bei dem Unfall völlig zerstört

Zeugen gesucht
Lebensgefahr nach Unfall auf der A1 bei Hollenstedt

thl. Hollenstedt. Bei einem Verkehrsunfall auf der Hansalinie A1 ist am Montagnachmittag ein 23-jähriger Rotenburger lebensgefährlich verletzt worden. Der junge Mann war gegen 15 Uhr mit seinem BMW auf dem linken Überholfahrstreifen laut Zeugen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Hamburg unterwegs. Bei einem Bremsmanöver verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte über alle drei Fahrstreifen nach rechts in einen Lärmschutzwall. Dann überschlug sich der Pkw mehrfach und kam...

Panorama
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Corona-Zahlen am 19. Januar
Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg nur noch knapp unter 1.000

(lm). Der Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 19. Januar, von 898,0 am Vortag auf 976,9 gestiegen und liegt damit nur noch knapp unter einem Wert von 1.000. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 516,8. 402 neue Corona-Fälle wurden heute übermittelt, in den vergangenen sieben Tagen wurden 2.501 Fälle registriert (+202 im Vergleich zum Vortag).  Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,2 auf 5,6 gestiegen, die Intensivbettenbelegung verzeichnet einen...

Unterricht auf dem Schulhof in Stade-Ottenbeck: Grundschüler wissen jetzt, warum Lkw-Fahrer sie manchmal nicht sehen

jd. Stade. Immer wieder kommt es beim Abbiegen von Autos zu dieser brenzligen Situation: Ein Passant wird übersehen - häufig mit schwerwiegenden Folgen. Fußgänger oder Radfahrer verunglücken, weil die Autofahrer sie nicht im Blick haben. Oftmals sind Lkw an solchen Unfällen beteiligt. Grund ist meist der "tote Winkel". Die Rundumsicht eines Truckers ist wesentlich eingeschränkter als die eines Pkw-Fahrers. Wie wenig Brummifahrer von dem sehen, was sich direkt vor dem Führerhaus und vor allem rechts daneben abspielt, bekamen jetzt Grundschüler eindrucksvoll vermittelt. Sie nahmen hoch oben auf dem "Bock" eines Lkw Platz - und staunten, dass sie ihre Mitschüler aus dieser Perspektive kaum noch sehen konnten.

"Schau mal in den Seitenspiegel und aus dem rechten Fenster. Wie viele Kinder siehst Du jetzt?", fragt Andreas Peters den Zweitklässler Anton. "Zwei, nein vier", antwortet der Schüler der Grundschule in Stade-Ottenbeck. Den gewünschten Lerneffekt hat Peters, Außenstellenleiter der Dekra in Stade, damit erreicht. Er holt Anton ans rechte Fenster des orangefarbenen Lkw, den die Firma Karl Meyer Umweltdienste für den praktischen Anschauungsunterricht auf dem Schulhof bereitgestellt hat: "Siehst Du? Da unten stehen Deine 20 Klassenkameraden. Die meisten hast Du vom Fahrersitz aus gar nicht wahrgenommen."

Diese Lektion dürfte sich mehr ins Gedächtnis der Grundschüler brennen als alle mahnenden Worte: Sie setzten sich bei der Aktion nacheinander hinters Lenkrad und betrachteten ihr Umfeld aus der Sicht eines Brummifahrers - mit der Erkenntnis, die auch Anton gewonnen hat: "Der kann uns Kinder auf der Straße ja gar nicht so gut sehen."

Gleichzeitig lernen die Grundschüler, dass es auch auf ihr Verhalten ankommt, die erkannte Gefahr zu bannen. Peters gibt Anton - so wie allen Schülern - ein paar wichtige Tipps mit auf den (Schul-)Weg: "Haltet am Zebrastreifen möglichst weit Abstand von einem Lkw - so weit, bis Ihr Blickkontakt oben zum Fahrer habt. Und weiter: Lasst abbiegende Laster lieber vorbeifahren, auch wenn die Fußgängerampel auf Grün zeigt." "Das hier ist besser als die Problematik des toten Winkels nur theoretisch im Unterricht zu behandeln", sagt auch Leherin Hannah Wolff. Im Sachunterricht gehöre Mobilität zum Lehrplan: "Da passte das Angebot der Dekra perfekt, das Thema toter Winkel hier ganz anschaulich den Kindern nahezubringen."

Peters und sein Kollege Rüdiger Haun hatten zuvor alle Rück- und Seitenspiegel am Lkw vorschriftsmäßig eingestellt. "Die Kinder wissen jetzt, wie schnell so ein kleiner Verkehrsteilnehmer aus dem Sichtfeld verschwindet, selbst wenn alle Spiegel am Lkw optimal ausgerichtet sind." Der "Aha-Effekt" wurde noch dadurch verstärkt, indem Peters und Haun die Fläche markierten, die durch den toten Winkel für den Lkw-Fahrer quasi unsichtbar wird.

Die Nachrüstung von Lkw mit technischen Abbiege-Assistenzsystemen sei die eine Sache, so Peters, das vorsichtige Verhalten der schwächeren Verkehrsteilnehmer könne aber ebenso dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Die Grundschüler wissen jetzt, wie gefährlich der tote Winkel für sie ist.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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