Quartiersmanager Viktor Henze äußert sich zum Müllproblem im Altländer Viertel
Der Müll ist nicht gut fürs Image

Viktor Henze ist Quartiersmanager im Altländer Viertel und freut sich auf die Neugestaltung der Außenanlagen rund um das "ALVI"-Begegnungshaus Fotos: lt
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  • Viktor Henze ist Quartiersmanager im Altländer Viertel und freut sich auf die Neugestaltung der Außenanlagen rund um das "ALVI"-Begegnungshaus Fotos: lt
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Stade. "Den Anwohnern stinkt's" titelte das WOCHENBLATT in der vergangenen Woche und berichtete über das Müllproblem im Altländer Viertel. Regelmäßig überquellende Müllcontainer und verdreckte Plätze sind schon seit Langem vielen ein Dorn im Auge und tragen nicht dazu bei, das Image des Viertels zu verbessern.
Dass es tatsächlich ein Problem mit dem Müll gibt, bestätigt Quartiersmanager Viktor Henze. Er ist seit rund zwei Jahren so gut wie täglich vor Ort und pflegt enge Kontakte zu vielen Bewohnern. Insgesamt leben inzwischen rund 3.000 Menschen im Viertel und teilweise sei die Fluktuation in den Wohnungen hoch. Das mache es oft schwierig, die "schwarzen Schafe" zu fassen zu kriegen, die in der Vergangenheit sogar manchmal den Müll einfach aus dem Fenster geworfen haben, sagt Viktor Henze.
Ihm ist bewusst, wie sensibel alle Themen sind, die das Altländer Viertel betreffen, denn dass hier Menschen unterschiedlicher Kulturen vertreten seien, die teilweise auch nur schlecht oder gar kein Deutsch sprechen und hauptsächlich unter sich bleiben, sei nicht zu leugnen.
Mit verschiedenen Flyer-Aktionen, aber auch mit direkter Ansprache habe man schon versucht, die Probleme in den Griff zu kriegen und die Menschen für das Müllthema zu sensibilisieren. In vielen Häusern sei es auch immer sauber, weil die jeweiligen Hausverwaltungen sich engagieren und häufig auch mit Bußgeldern dafür sorgen, dass die Müllentsorgung richtig funktioniere, so der Quartiersmanager. In anderen Häusern klappe es dagegen weniger gut.
Auffällig sei, dass immer dienstags nach der wöchentlichen Hausmüllabfuhr und donnerstags nach der wöchentlichen Sperrmüllabholung alles sauber sei, sich der Zustand aber leider zum Wochenende hin wieder rasant verschlechtere. Teilweise werde auch Müll auf Privatgrundstücken illegal entsorgt und der Eigentümer kümmere sich nicht weiter darum. Henze habe zudem auch schon beobachtet, wie Ortsfremde ihren Sperrmüll illegal im Altländer Viertel entsorgten.
Das alles trage nicht zu einem Imagegewinn bei, obwohl genau das ja seit inzwischen 20 Jahren das Ziel der Stadt sei. Rund 16 Mio. Euro seien bereits investiert worden, unter anderem in das Stadtteil- und das Jugendhaus, in Kindergärten (es gibt einen städtischen und einen kirchlichen), Bushaltestellen oder den Streetballplatz, der auch regelmäßig verdreckt sei.
Investiert hat die Stadt auch in das neue "ALVI"-Begegnungshaus, in dem Henze sein Büro hat und dreimal in der Woche Sprechzeiten anbietet. Dort sollen noch in diesem Jahr auch die Außenanlagen neu gestaltet werden, unter anderem auch mit einer Boulebahn und attraktiven Sitzgelegenheiten.
Henze hofft, dass das zur positiven Entwicklung beiträgt. Das neue Begegnungshaus werde jedenfalls gut angenommen und sei ein toller Ort für Chorproben, Tanzabende und vieles mehr, das die Menschen zusammenbringt.
"Denn nur wenn alle mitmachen, sich bemühen und aufeinanderzugehen, kann sich wirklich etwas ändern", sagt der Quartiersmanager.
• Kreissprecher Christian Schmidt bestätigt, dass aufgrund der hohen Mieterfluktuation spezielle Müllabholungs-Regelungen allein für die betroffenen Wohnanlagen getroffen wurden (Sperrmüllabholung regelmäßig einmal die Woche, entgegen der normalen Praxis). Es finde zudem ein regelmäßiger Austausch zwischen Hausmeistern und Abfallwirtschaft statt.

Müllabholung in den Sackgassen
Im WOCHENBLATT-Artikel über das Müllproblem hatte Anwohner Wolfgang Dohm, der in einer Sackgasse im Neubaugebiet lebt, erneut kritisiert, dass die Müllabfuhr die Tonnen nicht mehr direkt vom Haus, sondern von einem Sammelplatz abholt. Auf Nachfrage erklärt Christian Schmidt vom Landkreis Stade, dass ab 2020 der neue Dienstleistungsvertrag greife, welcher u.a. auch andere Sammelfahrzeuge vorsehe. Diese könnten unter Umständen die kleineren Wendeanlagen wieder befahren. Wann und ob eine Umstellung erfolgen könne, sei aber momentan noch nicht absehbar.

Viktor Henze ist Quartiersmanager im Altländer Viertel und freut sich auf die Neugestaltung der Außenanlagen rund um das "ALVI"-Begegnungshaus Fotos: lt
Auf diesem Privatgrundstück, das an den Kindergarten angrenzt, wird häufig illegal Müll entsorgt

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