Die Plage mit den alten Blechkisten

Wolfgang Heyderich wird vermutlich auf den Entsorgungskosten für den Schrott-Pkw sitzen bleiben
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Blaulicht
Das Amts- und Landgericht in Stade

Corona-Hilfe abgezockt
Stader ergattert 50.000 Euro durch Soforthilfe-Programme

wei. Stade. Der 40-jährige Hauptangeklagte G. und sein 51-jähriger mutmaßlicher Komplize K. standen am Montag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Stade. In Handschellen wurde G. in den Saal geführt. K. ist dagegen auf freiem Fuß und kam verspätet mit der Bahn an. Dem Hauptangeklagten wird vorgeworfen, durch Betrug einen fünfstelligen Betrag aus den Corona-Soforthilfe-Programmen erhalten zu haben. Dazu machte er bewusst falsche Angaben. K. stellte dafür seine Ausweisbilder zur...

Blaulicht
Das Jugendzentrum Tostedt war zwischen Dezember 2015 und September 2016 Schauplatz der mutmaßlichen Übergriffe

Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung
Abgründe im Tostedter Jugendzentrum

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Panorama

Traurige Nachrichten aus dem Landkreis Harburg
Corona: Fünf Tote an einem Tag!

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bc. Stade. Bäcker-Meister Wolfgang Heyderich hat auf gut Deutsch gesagt die „A...karte“ gezogen. Auf einem der Parkplätze seiner Bäckerei an der Ecke Harsefelder Straße/Thuner Straße steht seit mehr als zwei Wochen ein schrottreifer Opel Vectra: der Vorderreifen platt, der Innenraum zugemüllt, die Nummernschilder abgeschraubt. Der Fall scheint klar zu sein: Dieses Fahrzeug wurde illegal entsorgt. Für Heyderich heißt das vermutlich: Pech gehabt. Sofern sich der Halter nicht ermitteln oder auftreiben lässt, bleibt er auf den Kosten für die Entsorgung sitzen. „Ich darf aber auch nicht einfach fremdes Eigentum zerstören“, klagt Wolfgang Heyderich.
Der Pkw steht seit der Nacht zu Dienstag, 22. August, auf dem Parkplatz. Heyderich wandte sich ans Ordnungsamt der Hansestadt Stade. Ein Mitarbeiter steckte daraufhin ein Knöllchen hinter den Scheibenwischer. Bis zum 28. August hätte das „Verkehrshindernis“ entfernt werden müssen. Erwartungsgemäß geschah nichts. Auch der Hinweis, dass andernfalls eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro drohe, änderte daran nichts. Was also tun?
Die Stadt sieht sich nicht zuständig, da das Auto auf privatem Grund steht. Der Eigentümer der Parkfläche müsse sich selbst kümmern. „Grundsätzlich muss der Eigentümer die Polizei informieren“, so Stadtsprecher Tjorven Plate. Die Verwaltung stehe nur beratend zur Seite.
Auf Anfrage bei der Polizei hält sich die Hilfsbereitschaft der Beamten aber auch in Grenzen. „Die Polizei kann nur versuchen, über die Fahrgestell-Nummer den Halter zu ermitteln oder prüfen, ob eine Straftat vorliegt“, so Sprecher Rainer Bohmbach. Wenn sich dann niemand ermitteln lässt, müsse der Grundstücks-Besitzer für den Abtransport zahlen.
Bei diesen Kosten bleibt es aber wohl nicht. Womöglich kommen auch noch Lager- bzw. Standgebühren dazu. Heyderich: „Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Einen praktischen Tipp hat selbst ein Anwaltsbüro aus Stade nicht parat. Eine Rechtsanwältin zum WOCHENBLATT: „Ich hätte Herrn Heyderich gewünscht, dass sich die Behörden zuständig fühlen.“
Offenbar sind die Ämter derzeit jedoch genug beschäftigt mit illegal entsorgten Autos auf stadteigenen Flächen. Plate: „In den vergangenen drei Wochen wurden zehn Autos gemeldet. Hauptsächlich ist die Kernstadt betroffen. Eine Begründung für die momentane Häufung haben wir nicht. Ansonsten wird eher ein Auto pro Monat gemeldet.“
So geht die Stadt vor: Sofern sich nach Ablauf der Frist niemand meldet, werden die Pkw eingesammelt und gelagert. Der letzte Halter wird angeschrieben und aufgefordert, das Auto abzuholen. Wenn dies nicht geschieht, wird das Auto je nach Zustand verkauft, versteigert oder verschrottet. Plate: „Einen Restwert von über 500 Euro haben wir bisher nicht festgestellt.“
Ärgerlich im Fall von Wolfgang Heyderich: Stünde das Auto nur einen Meter weiter links auf dem Radweg, wäre die Stadt zuständig und er hätte keine Sorgen mehr.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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