Alzheimer Gesellschaft startet offene Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz
Freiraum für Angehörige von Demenzkranken

Wollen pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Auszeit schenken: Erika Migowski (li.) und Eva-Maria Becker von der Alzheimer Gesellschaft Stade
  • Wollen pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Auszeit schenken: Erika Migowski (li.) und Eva-Maria Becker von der Alzheimer Gesellschaft Stade
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lt. Stade. Mal eben in Ruhe auf den Wochenmarkt, einen entspannten Termin beim Frisör oder einfach mal einen Spaziergang machen und den eigenen Gedanken nachhängen - was für viele Menschen wie selbstverständlich zum Alltag dazugehört, ist für pflegende Angehörige von Alzheimer-Kranken nahezu unmöglich.
Statt sich ihrem eigenen Leben widmen zu können, sind sie täglich mit dem oft aggressiven, extrem unruhigen und unberechenbaren Verhalten ihrer erkrankten Partner oder Eltern konfrontiert und quasi rund um die Uhr im Einsatz.
An diesem Punkt setzt die Alzheimer Gesellschaft Stade mit einem neuen Leuchtturmprojekt an. Unter dem Motto "Abwechslung vom Alltag" bieten die Ehrenamtlichen ab Mittwoch, 10. Juli, jeden Mittwochvormittag von 9.30 bis 12.30 Uhr eine offene Betreuungsgruppe in Stade für Menschen mit Demenz an.
"Wir wollen den Angehörigen Zeit für sich und ein bisschen Freiheit schenken", sagt Eva-Maria Becker von der Alzheimer Gesellschaft Stade. Die Ärztin und Psychotherapeutin im Ruhestand betont: "Die Teilnahme ist kostenlos und niemand muss sich vorher anmelden. Innerhalb der drei Stunden können die an Demenz Erkrankten zu uns gebracht werden und werden dann für den Zeitraum betreut, den der Angehörige sich wünscht. Es spielt auch keine Rolle, ob man das Angebot nur einmal, unregelmäßig oder jeden Mittwoch in Anspruch nehmen möchte."
Ein nettes und speziell geschultes Team aus ehrenamtlichen Betreuerinnen der Alzheimer Gesellschaft Stade beschäftigt sich mit den Erkrankten, spielt mit ihnen und geht auf die individuellen Bedürfnisse ein, während der Angehörige Zeit für sich hat, ergänzt Erika Migowski, die gemeinsam mit Eva-Maria Becker den Einsatz der häuslichen Helferinnen (siehe Kasten) koordiniert.
Wichtig sei, dass die Angehörigen sich nicht allein gelassen fühlen und darauf vertrauen können, dass jemand Kompetentes ihnen bei der Betreuung unter die Arme greife und sie zumindest für kurze Zeit ein wenig entlaste.
• Gefördert wird das zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Projekt durch die NDR-Benefiz-Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland - Gemeinsam für Menschen mit Demenz" und die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen.
• Nähere Infos gibt es unter Tel.: 04141 - 800220 (montags von 17 bis 19 Uhr) oder unter Tel.: 04141 - 600774.
www.alzheimergesellschaft-stade.de

Sich Hilfe ins Haus holen
Die Alzheimer Gesellschaft Stade bietet auch eine ehrenamtliche häusliche Betreuung von Menschen mit Demenz an. Das Helferinnen-Team besteht derzeit aus 35 Frauen, die ein bis zwei Mal pro Woche für zwei bis drei Stunden zur Einzelbetreuung des Demenzkranken ins Haus kommen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begleitung, Beschäftigung und Beaufsichtigung des Erkrankten. Der Einsatz kostet zehn Euro pro Stunde und wird vollständig von der Pflegekasse erstattet. Es entstehen keine weiteren Verwaltungskosten oder Gebühren. Bei den Helferinnen handelt es sich um speziell geschulte Kräfte, die unter Begleitung einer Ärztin und einer Fachpflegekraft ihre Kompetenzen ständig erweitern.

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