Schwere Zeiten: DRK Kreisverband Stade bedankt sich bei seinen Mitarbeitern
Große Sehnsucht nach dem alten Leben

Leslie Schönnagel (re.) mit einigen der Bewohner: Ina (li.), Martin (2.v.li.) und Volker
  • Leslie Schönnagel (re.) mit einigen der Bewohner: Ina (li.), Martin (2.v.li.) und Volker
  • Foto: Inge Kramer
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

sb. Stade. Sie geben täglich mit aller Kraft ihr Bestes: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den stationären Pflegeeinrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Stade. "Für dieses großartige Engagement bedanken wir uns bei allen sehr herzlich", sagt Kreisverbands-Geschäftsführer Uwe Lütjen. Dem schließen sich die Familien der betreuten Personen voll und ganz an. Für sie ist es ein gutes Gefühl, dass sich das DRK-Team in der schweren Pandemiezeit, in der Kontakt von außen aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, dermaßen engagiert um die Bewohner der Einrichtungen kümmert.

Wie es den Bewohnern und den Mitarbeitern geht, hat Leslie Schönnagel, Leiterin der DRK-Einrichtung "Haus am Hofacker", für das WOCHENBLATT ermittelt. Das "Haus am Hofacker" bietet 42 Menschen mit schwer geistiger und körperlicher Behinderung ein Zuhause.

Kaum etwas ist wie zuvor

"Sowohl unsere Bewohner als auch unser Team wollen ihr altes Leben zurück", fasst Leslie Schönnagel alle Statements in einem Satz zusammen. "Denn kaum etwas ist wie zuvor." Die Bewohner haben aus Sicherheitsgründen seit acht Wochen das Gelände des "Haus am Hofacker" nicht verlassen. Begleitete Einkäufe, Ausflüge, eine Spazierfahrt mit dem Bus - all das bereichert derzeit ihr Leben nicht mehr. Zwar gibt es Beschäftigungsangebote in den vier Wohngruppen. Doch auch die Gruppen bleiben derzeit überwiegend unter sich, um eine Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten. "Auf Dauer ist das eintönig, es fehlt der Austausch", sagt Leslie Schönnagel.

Auch auf Körperkontakt müssen die Bewohner zurzeit verzichten. Nebeneinander auf dem Sofa sitzen und einen Film schauen, einmal in den Arm genommen werden oder ein Besuch im Snoozle-Raum, der mit vielen Kissen und besonderem Licht zum Entspannen und Abschalten einlädt, sind seit Wochen tabu. "Das macht verständlicherweise auf Dauer unwirsch und ist demotivierend", sagt die Einrichtungsleiterin.

Tägliche Herausforderung - Großes Dankeschön an alle

Für das DRK-Team ist es eine tägliche Herausforderung, unter diesen Bedingungen den Alltag der Bewohner zu meistern und Abwechslung zu bieten. "Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich viel einfallen, um die Sinne anzuregen, zu fördern und zu fordern. Aber auch sie wünschen sich das alte Leben vor Corona zurück", sagt Leslie Schönnagel. "Wir können wirklich nur ein großes Danke an alle sagen - für den großen Einsatz, die Motivation und die Geduld in dieser außergewöhnlichen Zeit."

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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