Zu wenig Impfstoff: Stader Impfzentrum bleibt weiter geschlossen
Höchstens ein Prozent der Landkreis-Bevölkerung bis Ende Januar geimpft?

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"Das war’s schon?", fragte Theresa Kahlich überrascht nach dem Pikser, den ihr der Arzt Dr. Sven Birkholz vom mobilen Impfteam des Landkreises Stade in den linken Oberarm gesetzt hat. Sie und ihre Mutter Anke gehörten zu den Ersten, die im Landkreis die Corona-Schutzimpfung erhielten. Mutter und Tochter leiten das Pflegeheim "Utspann" in Fredenbeck-Wedel. Dort starteten die drei mobilen Impfteams mit ihren Schutzimpfungen gegen das Virus.

Im Fredenbecker Heim wurden die 36 an Demenz leidenden Bewohner sowie die 48 Mitarbeiter geimpft. Pflegeeinrichtungen mit Demenzkranken und Heime mit eigener Demenzstation haben in Abstimmung mit der Heimaufsicht des Landkreises Vorrang bei den Impfungen. "Die Bewohner dort sind oft mobil, aber aufgrund ihrer Erkrankung häufig nicht einsichtig, was Abstand und Hygiene angeht", erläutert die zuständige Kreis-Dezernentin Nicole Streitz. Die übrigen Pflegeeinrichtungen wie Alten- oder Behindertenheime sind dann als Nächstes an der Reihe.

Wann die Impfungen in den kreisweit 28 Senioreneinrichtungen abgeschlossen sein werden, ist noch völlig offen. Der Landkreis hatte in dieser Woche insgesamt 975 Impfdosen erhalten. Nachschub wird Anfang kommender Woche erwartet. Die Lieferung soll nach den bisher vorliegenden Informationen aber nicht besonders umfangreich sein. Niedersachsenweit ist von rund 150.000 Impfdosen auszugehen. Verteilt man diese im Verhältnis zur Einwohnerzahl, so würden auf den Landkreis Stade gerade mal 375 Impfdosen entfallen. Die folgende Lieferung ist dann erst für den 18. Januar angekündigt.

Damit tritt das ein, was viele Fachleute bereits befürchtet haben: Die groß angekündigten Corona-Schutzimpfungen sind zunächst nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es ist davon auszugehen, dass bis Ende Januar gerade mal ein Prozent der Landkreisbevölkerung geimpft sein wird. Bleibt es bei diesem Schneckentempo, werden sich die Corona-Impfungen wohl über das ganze Jahr hinziehen.
Das Impfzentrum des Landkreises in Stade-Ottenbeck bleibt weiter geschlossen. Wann das Zentrum seinen stationären Betrieb aufnimmt, steht noch nicht fest. Dazu Kreis-Dezernentin Streitz: "Darüber entscheidet allein das Land." Es muss damit gerechnet werden, dass mit den stationären Impfungen nicht vor Ende Januar begonnen werden kann.

Geimpft wird dann zunächst die Gruppe der über 80-Jährigen, die nicht in Alten- und Pflegeheimen wohnen. Nach dem bisherigen Stand sollen die "Ü80"-Impfkandidaten direkt vom Land eingeladen werden, um sich im Stader Impfzentrum impfen zu lassen. Streitz betont, dass das Impfen selbstverständlich freiwillig ist.
Der Landkreis weist erneut darauf hin, dass sich alle Impfwilligen demnächst über die Impf-Hotline des Landes Niedersachen (Tel. 0800 - 9988665) anmelden können. Aktuell ist eine Anmeldung aber noch nicht möglich.

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Anke (vorne, 2.v.li.) und Theresa Kahlich, Geschäftsführerinnen der
Demenz-Pflegeeinrichtung „Utspann“ in Fredenbeck-Wedel, gehörten zu den Ersten im Landkreis Stade, die gegen Corona geimpft wurden. Die Pikser verabreichten Dr. Sven 
Birkholz und die medizinische Fachangestellte Ulrike Lischewski  Foto: Landkreis Stade/Chr. Schmidt
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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