Es hagelt Kritik am öffentlichen Nahverkehr
Keine Chance auf Abstand im Bus

Gedränge am Buseinstieg gehört an den Haltestellen zum Schüleralltag
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sb/jab. Stade. Schulbusfahren ist kein Zuckerschlecken - war es noch nie und ist es in Zeiten von Corona erst recht nicht. Denn trotz Pandemie fahren die Kinder dicht an dicht. Glücklich sind die, die einen Sitzplatz ergattert haben, die meisten stehen im Gang - mit Körperkontakt zum Vorder-, Neben- und Hintermann. Sicherheitsabstand ist schlicht nicht möglich.

Regelmäßig hagelt es seitens der Schüler und Eltern angesichts dieser Situation Kritik. "Jedes Tier im Viehtransporter hat mehr Platz als unsere Kinder im Schulbus", sagt Jeannette Litfin. Die Mutter von zwei Söhnen aus Fredenbeck erzählt, dass in der vergangenen Woche sogar nicht alle Schüler mitgenommen werden konnten. Weil der Bus proppevoll war, mussten die Kids an einer Haltestelle in Schwinge stehen bleiben.

Zudem haben viele Schüler und Eltern in Zeiten von Corona Angst, dass sich der Nachwuchs im Schulbus mit COVID-19 anstecken könnte. Während in den Schulen streng auf Sicherheitsabstände, Einbahnstraßen und die Trennung von Gruppen, sogenannten Kohorten, geachtet wird, um das Risiko einer Verbreitung des Virus zu minimieren, scheint das beim öffentlichen Nahverkehr keine Rolle zu spielen.

Oliver Blau, Sprecher der KVG, die im Landkreis Stade für die Schulbusse zuständig ist, weist darauf hin, dass es generell zum Beginn des Schuljahres bei der Schülerbeförderung nicht sofort ganz rund laufe. Trotz zuvor vom Landkreis gemeldeter Schülerzahlen zeige sich erst nach den Ferien, wie sich die Schüler wirklich verteilen. 

"Eingezwängt wie in der Sardinenbüchse"

"Wie eine überquellende Sardinenbüchse" beschreibt Jeannette Litfin die Schülerbeförderung im Landkreis Stade. Sie ist entsetzt, wie eng es nach den Sommerferien in den Schulbussen zugeht. "Es war zwar schon im vergangenen Schuljahr eng, aber jetzt ist es noch viel schlimmer. Und das in Zeiten von Corona."

Ihre Söhne steigen jeden Morgen in Fredenbeck bei der Niedersachsenschänke in den Schulbus, um nach Stade zum Athenaeum zu fahren. Bereits in Schwinge sei der Bus in der vergangenen Woche so voll gewesen, dass Schüler dort nicht mehr mitgenommen werden konnten. Die Kinder stünden dicht an dicht im Gang. Das berge insbesondere für die Jüngeren, die sich nicht richtig festhalten können, ein hohes Gefahrenpotenzial - vor allem bei einer Vollbremsung.

Jeannette Litfin wundert sich zum einen, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln wohl keine Abstandsregeln gelten. Im Gegenteil: Busfahrer würden die Kinder sogar regelmäßig auffordern, aufzurücken, damit noch weitere Fahrgäste transportiert werden können. "Was bringen super erarbeitete Hygienekonzepte in der Schule und im Sportverein, wenn die KVG sich im öffentlichen Nahverkehr darüber hinwegsetzt?", fragt die Fredenbecker Mutter empört.

In Bussen gelten keine Abstandsregeln

"Es gilt die Niedersächsische Corona-Verordnung", sagt Landkreis-Pressesprecher Christian Schmidt. Im ÖPNV, also auch bei der Schülerbeförderung, seien Masken zwar Pflicht. Die Abstandsregelung von 1,5 Metern müsse hingegen nicht eingehalten werden. Gemeldete Problemfälle würden gemeinsam mit dem Busunternehmen KVG, zuständig für die Durchführung der Transporte, sowie der Verkehrsgesellschaft Nordost Niedersachsen (VNO) besprochen. Bis Montag der vergangenen Woche seien sechs Meldungen beim Landkreis, der für den Schülertransport verantwortlich ist, eingegangen.

Problemfälle habe es unter anderem in Fredenbeck, Harsefeld und Himmelpforten gegeben, sagt KVG-Pressesprecher Oliver Blau. Zu Schuljahresbeginn seien die Busse immer sehr voll. Die Schülerzahlen werden vom Landkreis übermittelt, auf deren Grundlage die Planung der Bustransporte durchgeführt wird. Dennoch müsse in der ersten Zeit nach den Ferien geguckt werden, wie sich die Schüler wirklich verteilen. Nach Gesprächen mit dem Landkreis würden dann hier und da die Stellschrauben nachjustiert. "Das spielt sich relativ schnell ein", so Blau.

In der Regel werden aber Schüler nicht einfach stehen gelassen, versichert Blau. Sollten doch einmal zu viele Schüler an der Haltestelle stehen, dann macht der Busfahrer Meldung und es wird versucht, eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Darüber sollten auch die Schüler informiert werden. Dass volle Busse einfach an einer Haltestelle vorbeifahren, komme vor, wenn wenige Minuten später ein weiterer Bus kommt.
"Die Abstände einzuhalten funktioniert im Übrigen nicht, da wir nur über begrenzte Kapazitäten verfügen", erklärt Blau. In den Spitzen morgens und am Nachmittag führen bereits alle verfügbaren Kräfte und Busse. Wollte man da die Abstände noch einhalten, bräuchte man dreimal so viele. "Eltern haben sich auch schon früher über die Situation geärgert, nun kommt noch Corona dazu", sagt Blau.

Verstärker-Bus kommt zum Einsatz

Aktuell werde auf der Linie 2365 dieser Woche morgens ab Fredenbeck über Schwinge bis Stade ein Verstärker-Bus eingesetzt, teilte Kreissprecher Christian Schmidt mit. Ebenso werde auf den Linien 2026/27 ab Himmelpforten bis Stade durch ein versetztes Anfahren der Haltestellen für eine gleichmäßigere Verteilung der Schüler gesorgt.

Jeannette Litfin hat mehrfach versucht, beim Landkreis die für die Schülerbeförderung zuständigen Sachbearbeiter telefonisch zu erreichen. "Mir wurden in der Zentrale zwei Durchwahlen genannt - da ging jedoch über Stunden niemand ans Telefon", sagt sie. "Dabei wollte ich mich gar nicht lautstark beschweren, sondern lediglich auf die Situation hinweisen. Denn schließlich gibt der Landkreis jede Menge Steuergeld für die Schülerbeförderung aus. Da lohnt es doch, nachzufragen."

SPD bringt das Thema in die Politik

Die Schülerbeförderung wird nun auch im Kreisausschuss des Landkreises Stade ein Thema werden.
Die SPD-Fraktion stellte eine Anfrage, dass der Ausschuss für Schule und Bildung dazu in der nächsten Sitzung informiert wird und die Schutzmaßnahmen öffentlich kommuniziert werden.
Björn Protze, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion: "Es ist uns wichtig, dass alle Bemühungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffen werden. Das Kultusministerium hat ein Konzept für die Schulen und Kindertagesstätten vorgelegt.
Es ist an den Trägern der Schülerbeförderung, dies auch in den Bussen durchzuführen."

Abstand im Schulbus? Trotz Corona Fehlanzeige
Gedränge am Buseinstieg gehört an den Haltestellen zum Schüleralltag
Alle wollen nach Hause - und in den Schulbussen wird es eng
Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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