Sonderbare Seekiste in Stade

Museums-Mitarbeiterin Ulrike Habeck steigt durch die "Katzenklappe"
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  • Museums-Mitarbeiterin Ulrike Habeck steigt durch die "Katzenklappe"
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Fremder Kosmos hinter der "Katzenklappe" am alten Hafen


tp. Stade. Buchstäblich wie hingestellt und nicht abgeholt wirkt die sonderbare Seekiste, die seit einigen Tagen am Fischmarkt, Stades "guter Stube" in der Altstadt, gleich vor dem Kunsthaus am Wasser West steht. Passanten bleiben mit fragender Miene stehen und rätseln nach dem Zweck des schmucklosen Sperrholzkastens mit der Aufschrift "fraglie", die auf zerbrechlichen Inhalt hinweist. Mutige und Neugierige wagen einen Blick durch die Luke, die am unteren Rand der Box wie eine Katzenklappe offen steht.

Luisa Fink, Ausstellungsleitung Kunst und Pressesprecherin, weiß mehr über die "Kista del Sol, 2015" ("Sonnenkiste", 2015), die ein Werk des Künstlers Thorsten Brinkmann ist. Der Hamburger präsentiert, wie berichtet, im Kunsthaus seit Kurzem seine Ausstellung „Life is funny, my deer“, in der Alltagsgegenstände auf Bildern und als lustige Skulpturen als Kunstwerke im Stil der "Readymades" inszeniert werden.

"Die Kiste fügt sich wunderbar in das Stadtbild ein, als hätte jemand an unserem Stader Hafen eine Transportkiste abgestellt, wirkt aber auch etwas rätselhaft, weil ein kleines Türchen offen steht", sagt Luisa Fink über die begehbare Skulptur, die die Ausstellung im Kunsthaus im öffentlichen Raum fortsetzt. "Man kann in die Kiste hineinkriechen und erlebt eine völlig neue Welt. Es ist - ähnlich wie bei der Geschichte von Alice im Wunderland - ein Hineintauchen in einen rätselhaften, fremden Kosmos, in dem alles anders ist."

Den Eindruck bestätigt die Stader Museums-Mitarbeiterin Ulrike Habeck. Durch das enge Türchen steigt sie in die XXL-Box, die innen wie eine bewohnte "besondere Einraumwohnung" eingerichtet ist. Garderobe mit Jacken, Boxhandschuhe, abgenutztes Mobiliar, Frühstücksbrettchen mit Kaffeebecher, Kronleuchter und Co. fügen sich zu seinem gemütlichen Durcheinander zusammen.

"Im Kunsthaus setzt sich dieser Kosmos, der immer ein humorvoller ist, fort. Die Kiste macht Lust, in der Ausstellung weitere Werke von Thorsten Brinkmann zu entdecken", so Luisa Fink. Sie hofft, dass die "Kista del Sol" tatsächlich etwas Sonne nach Stade bringt. Gerade jetzt im Herbst, wo die Schwinge-Stadt im trüben November-Grau liegt, sind die Skulpturen wie "Wurstler“, „Paradiesvögler“ oder „Pimmeltony“ bestimmt eine heitere Abwechslung - nicht nur für eingefleischte Kunstkenner.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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