Tod einer Rocklegende
Stader erinnert sich an seine persönliche Begegnung mit Meat Loaf

Fan und Musiker-Legende backstage: Kai Holm (li.) traf Meat Loaf im Jahr 2003
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  • Foto: K. Holm
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. jd. Stade. Eine Rocklegende ist tot: In der vergangenen Woche starb der US-amerikanische Musiker Meat Loaf (deutsch: "Hackbraten") im Alter von 74 Jahren. Er wird von Rockfans auf der ganzen Welt betrauert - auch in Stade. Dort trauert ein ganz besonderer "Edelfan" um ihn: Kai Holm. Der Stader, den viele Leser aus der WOCHENBLATT-Berichterstattung als SPD-Fraktionschef im Stader Rat und als Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Elbe Kliniken kennen, ist aus tiefstem Herzen ein Rockmusik-Begeisterter. Er hatte das Glück, den Kult-Barden persönlich zu treffen. Nach einem Konzert im Jahr 2003 ließ Holm sich mit Meat Loaf (mit bürgerlichem Namen Marvin Lee Aday) knipsen.

Natürlich verfügt Holm in seiner umfangreichen, etliche Tausende Exemplare zählenden Plattensammlung auch über die einschlägigen Alben von Meat Loaf. Etliche Male dürfte der wohl bekannteste Song des US-Rockers, der Welthit "I'd Do Anything For Love", durch Holms Wohnung gehallt haben. "Ende der Siebziger wurde Meat Loaf als Caruso des Rock bezeichnet", erinnert sich Holm, der sich für das WOCHENBLATT auch ein paar Jahre als ehrenamtlicher Musik-Kritiker betätigt hat.

Serie "WOCHENBLATT-Urgesteine": Kai Holm schrieb regelmäßig CD-Kritiken

Holm zeigte sich damals beeindruckt, dass Meat Loaf völlig gegen den Trend der Charts in den Modezeiten des Punk mit "bombastischen Rockdramen seines kongenialen Songschreibers Jim Steinmann" Erfolg gehabt habe. "Das, gepaart mit Meat Loafs Vier-Oktaven-Stimme voll Pathos und Leidenschaft begründete in den 70er Jahren auch meinen persönlichen Einstieg in die Musikwelt", sagt Holm.

Der Stader verfolgte Meat Loafs Karriere weiter, so auch die persönlichen und künstlerischen Tiefpunkte in den Achtzigern, bevor das Team 1993 mit „Bat Out Of Hell II“ wie Phönix aus der Asche zurückkam und einen neuen Megaerfolg ablieferte. Solide Nachfolgealben und ausverkaufte Tourneen hätten Meat Loaf bis 2010 gut im Geschäft gehalten, dann sei er immer öfter von Krankheiten geplagt gewesen, so Holm. Die erzwungenen Auszeiten habe er für sein Hobby genutzt: In kleinen Fernsehrollen zu schauspielern.

Aus eigenem Erleben weiß er: "Meat Loaf war auch auf der Musikbühne ein echtes Schauspieltalent. Wer einmal den 30-Minuten-Song 'Paradise By The Dashboard Light' live erlebt hat, weiß, wovon ich rede", sagt Holm. "Ich durfte Meat Loaf für einige Minuten persönlich kennenlernen und erinnere mich an einen freundlichen und seinem Gegenüber zugewandten Menschen, aber mit Ecken und Kanten."

Zum Ende eines jeden Konzertes habe er immer aufgefordert: „Never Stop Rockin‘!“ "Genau das trifft es", sagt Holm: "Du wirst mir und der Musikwelt fehlen."

Ein verblasstes Polaroid mit "Dschinghis Khan"
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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