Verschlossene Türen am Totensonntag: Viele Adventsausstellungen werden vorverlegt

Geschlossene Geschäfte statt Weihnachtsstimmung   Foto: Infozentrum Nordmanntanne
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(jd). „Heute geschlossen“ - dieses Schild werden vielerorts diejenigen zu lesen bekommen, die am Sonntag in einer Woche, dem Totensonntag, eigentlich eine der Adventsausstellungen in den Gärtnereien oder Blumengeschäften der Region besuchen wollten. Dunkle Läden statt Lichterglanz: Nur vereinzelt werden Geschäfte aus der Floristikbranche am Totensonntag geöffnet haben - und dann auch nur für drei Stunden. Der Grund: Den Ladeninhabern steckt immer noch der Ärger vom Vorjahr in den Knochen. Da hagelte es nämlich reihenweise Abmahnungen: Eine sogenannte „Wettbewerbszentrale“ spielte sich zum selbsternannten Hüter der Feiertagsruhe am Totensonntag auf.

Auf einmal war das verboten, was zuvor - in Unkenntnis der rigorosen gesetzlichen Regelungen und von den Ordnungsämtern wohlwollend im Interesse der heimischen Wirtschaft - jahrzehntelang übliche Praxis war: Mit den Adventsausstellungen wurde von den Gärtnereien die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Das hatte seinen guten Grund: „Nach dem Totensonntag beginnen viele, ihre Wohnungen adventlich zu schmücken“, berichtet ein Gärtnerei-Inhaber, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte, um sich keinen weiteren Ärger einzuhandeln. Zu den Ausstellungen seien die Besucher in Scharen gekommen, um sich mit weihnachtlicher Deko, schönen Gestecke und frischem Grün einzudecken. In den Tagen vor dem 1. Advent würden die Leute dann fleißig dekorieren.

Doch die Wettbewerbshüter pochten auf das niedersächsische Ladenöffnungs-Gesetz: Demnach ist ein Sonntagsverkauf am Totensonntag prinzipiell nicht zulässig. Einzige Ausnahme für die Floristikläden: Sie dürfen an solchen „stillen Sonntagen“ bis zu drei Stunden - und zwar möglichst außerhalb der Gottesdienstzeiten - geöffnet haben, um beispielsweise Blumensträuße, Pflanzen für Fensterbank und
ähnliche Produkte zu verkaufen.

Da bereits strittig ist, ob weihnachtliche Deko-Artikel wie etwa Lichterkerzen unter die zulässigen Verkaufsartikel fallen, gehen die meisten Gartencenter und Blumenläden auf Nummer sicher und bleiben am Totensonntag geschlossen. Doch nicht alle Betriebe handhaben das so: Einige Geschäfte werden auch am Totensonntag geöffnet haben und bieten dann auch adventliche Deko an. Viele andere Floristik-Geschäfte weichen mit ihrer traditionellen Adventsausstellung hingegen auf den Samstag und teils zusätzlich auf den Freitag davor aus.

• Welche Gartencenter und Blumenläden am kommenden Wochenende wann geöffnet haben, lesen Sie auf unserer Sonderseite zu den Adventsausstellungen in der nächsten Mittwochs-Ausgabe.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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