Mehr holländisches Flair für die Hansestadt
Wird Stade zu einem "Klein Amsterdam"?

Frank Tinnemeyer (li.) und Dr. Andreas Schäfer schauen sich den Baufortschritt beim Wehr am Backeltrog an
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jd. Stade. Es gibt mehrere Städte in Nordeuropa, die als "Venedig des Nordens" bezeichnet werden. Mit der italienischen Lagunenstadt will sich Stade nicht unbedingt messen - doch wie wäre es mit dem Titel "Das deutsche Klein-Amsterdam"? Der Vergleich mit der holländischen Metropole wird künftig gar nicht so abwegig sein: Die Wasserläufe in der Stader Altstadt und in der Umgebung sollen noch stärker für Tourismus und Freizeit genutzt werden. Das sieht das Stader Wassertourismuskonzept vor, von dem im kommenden Jahr weitere Punkte umgesetzt werden sollen.

Schon jetzt bietet die Hansestadt Einheimischen wie Urlaubern jede Menge Aktivitäten auf dem Wasser. Am Holzhafen besteht die Möglichkeit, Kanus, Kajaks und Boards für das Stand Up Paddling auszuleihen. Touren können auf dem Burggraben rund um die Altstadt und auch schwingeaufwärts unternommen werden. Doch ausgerechnet die wohl bedeutendste maritime Attraktion Stades, der historische Hansehafen, ist auf dem Wasserweg bisher nicht zu erreichen. So ist das alte Hafenbecken Richtung Stadthafen schon seit Langem durch die Hansestraße abgeriegelt.

Doch eine Zufahrt per Boot oder Board wird schon bald von der anderen Seite her möglich sein. Bisher bildeten die Brücke am Backeltrog und das dortige kleine Wehr, eine sogenannte Schütze, ein fast unüberwindbares Hindernis. Im Zuge des Kreiselbaus am Schiffertor soll die Brücke nun höhergelegt werden.
"Diese Gelegenheit packen wir beim Schopfe und lassen den Bereich mitsamt Schütze so umbauen, dass Wassersportler problemlos von Schwinge und Burggraben in die Altstadt gelangen können", sagt Stades Tourismuschef Frank Tinnemeyer. Er geht davon aus, dass sich der Hansehafen mit Leben füllt und sich auf dem Wasser die Boote tummeln. "Am Fischmarkt hätten wir dann ein Ambiente wie in Holland", meint Tinnemeyer. Eben Klein-Amsterdam.

Für die Umbauten am Backeltrog werden 30.000 Euro veranschlagt. Insgesamt sieht das Konzept für das kommende Jahr Maßnahmen in Höhe von 146.000 Euro vor. Die Hälfte davon soll über Zuschüsse finanziert werden. Dafür habe die Stadt Fördergelder beim niedersächsischen Fonds für touristische Infrastruktur beantragt, so Dr. Andreas Schäfer, der die "Stader Marketing und Tourismus Gesellschaft" leitet.
Den höchsten Einzelposten macht mit 40.000 Euro die Schaffung von Einstiegsstellen und Rastplätzen für Wasserwanderer aus. Künftig soll man an drei Stellen entlang der Schwinge, nämlich an der Horststraße, an der Fred-Watzlawik-Brücke und an der Schwedenschanze, sein Kanu oder Kajak zu Wasser lassen.

Weitere 30.000 Euro werden ausgegeben, um an Stadersand und am Burggraben Sitzgelegenheiten zu schaffen und diese beiden Standorte touristisch weiter aufzuwerten. Die restlichen Beträge werden aufgewendet, um Infoschilder aufzustellen, ein Wegeleitsystem für Radler entlang des Burggrabens zu installieren und Paddel-Trails zu markieren.

"Gerade individuelle Touren auf dem Wasser werden immer beliebter", sagt Tinnemeyer. In den jetzigen Corona-Zeiten würden viele Besucher wieder Aktivitäten in der freien Natur für sich entdecken. "Ich denke, dieser Trend wird auch weiter anhalten."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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