Umweltschutzorganisation lehnt Volksbank-Pläne ab
BUND: Keine Kaisereichen-Bebauung

Der BUND möchte, dass der Baumbestand komplett erhalten bleibt  Foto: lt
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Das Bauprojekt der Volksbank Stade-Cuxhaven auf dem Grundstück der Villa Kaisereichen bleibt weiter umstritten. Nachdem bereits die Grünen den geplanten Bau von zwei Mehrfamilienhäusern ("Stadtvillen") neben der von einem dichten Baumbestand umgebenen Villa kritisiert haben, lehnt jetzt auch die Umweltschutzorganisation BUND eine Wohnbebauung ab. Der BUND geht sogar noch weiter: Er fordert den Landkreis auf, das dort befindlichen Wäldchen unter Schutz zu stellen, um somit jegliche Bebauung zu verhindern.

Der Stader Rat hat das B-Plan-Verfahren im Juni auf den Weg gebracht. Die Planungen der Volksbank sind zwischenzeitlich modifiziert worden. Die Standorte für die geplanten Gebäude wurden verschoben, um mehr Bäume zu erhalten. Das reicht den Naturschützern aber nicht aus. Sie haben sich im derzeit laufenden öffentlichen Beteiligungsverfahren gegen jegliche Bebauung auf dem Kaisereichen-Areal ausgesprochen.

"Allein das Privatinteresse an einer Grundstücksverwertung reicht nicht aus, um 18.000 Quadratmeter Waldflächen umzuwidmen", heißt in einer Stellungnahme des BUND. Man betrachte das Bauvorhaben der Volksbank als "Waldvernichtung", die in Hinblick auf den Klimaschutz nicht zugelassen werden dürfe.

Stade sei eine sehr waldarme Kommune. Vor diesem Hintergrund dürften auf keinen Fall wertvolle Waldbestände zugunsten wirtschaftlicher Interessen geopfert werden. "Der Eigentümer hat die Attraktivität der Lage erkannt und möchte daraus Kapital schlagen", sagt der BUND-Kreisvorsitzende Heiner Baumgarten.
Öffentliche Belange seien vor private Interessen zu stellen, so Baumgarten. Er verweist auf den Landschaftsrahmenplan des Landkreises, wonach das Waldgebiet an der Villa Kaisereichen eine sehr hohe Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz habe und sogar eine zentrale Funktion innerhalb des Waldbiotopverbundes im Landkreis einnehme. Damit seien "die Voraussetzungen zur Ausweisung als Naturschutzgebiet gegeben", so Baumgarten.

Für die gefällten Bäume sollen Ersatzanpflanzungen auf einer 36.000 Quadratmeter großen Fläche in Dollern vorgenommen werden. Auch das ist nach Ansicht des BUND nicht sinnvoll. Das sei keine ausreichende Kompensation für den Verlust eines wertvollen alten Baumbestands.
Der BUND schlägt in seiner Stellungnahme einen Flächentausch zwischen der Volksbank als Eigentümer und der Stadt Stade vor. Die Stadt könnte der Volksbank doch an anderer Stelle Wohnungsbau ermöglichen, wie beispielsweise im Neubaugebiet Riensförde.

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