Stader Landrat ist 100 Tage im Amt
Interview mit Kai Seefried: "Ich spüre Lust auf Veränderung im Kreishaus"

Eine Idee von Kai Seefried: Auf Bierdeckeln +können Mitarbeiter Anregungen schreiben oder auch Kritik notieren | Foto: Chr. Schmidt/LK Stade
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Kurze Verschnaufpause auf dem Elbdeich: Stades Landrat Kai Seefried und Frau Julia genießen die morgendliche Joggingrunde | Foto: jd
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Stader Landrat mit Weitblick: So startet Kai Seefried in seinen Arbeitstag

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Neues Büchereiangebot in der Elbmarsch
Stader Landrat kam in ehrenamtlicher Funktion in den Landkreis Harburg

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Deich-Buddler gefährden den Küstenschutz
200 neue Fallen: Landkreis Stade rüstet Jägerschaft im Kampf gegen Nutrias aus

Nutrias sehen ein wenig aus wie zu groß geratene Meerschweinchen, sind hervorragende Schwimmer und können mit ihren orangefarbenen Schneidezähnen durchaus putzig wirken. Doch bei Deichverbänden, Landwirten und Jägern schrillen die Alarmglocken, wenn der Name Nutria fällt. Denn die Nager haben eine unangenehme Angewohnheit: Sie buddeln. Und zwar ausgerechnet dort, wo besser niemand buddeln sollte – an Deichen und Uferböschungen. Damit die ungebetenen Tiefbauarbeiter künftig häufiger aus dem...

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Stade: Sicherheit als zentrale politische Aufgabe

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) war am gestrigen Samstag, 22. August, zu Besuch in Stade. In der  komplett gefüllten Seminarturnhalle sprach er über Migration, Extremismus und Bevölkerungsschutz. Bei der anschließenden Talkrunde mit Landrat Kai Seefried und CDU-Bürgermeisterkandidat Arne Kramer ging es vor allem um die Sicherheitslage in Stade. Denn in der Hansestadt wird seit Langem intensiv darüber diskutiert, wie sicher der öffentliche Raum ist. Wiederholte Attacken auf...

Politik
Hier geht’s um die Wurst: Mit Grillzange und Bratwurst zeigte Stades Landrat Kai Seefried (re.) am Samstagvormittag in der Stader Fußgängerzone vollen Einsatz. Kurz vor der Kommunalwahl warben dort noch einmal die Parteien des demokratischen Spektrums - wie hier die CDU - um Stimmen. Denn so launig das Foto daherkommt: Wer am Sonntag sein Kreuz macht, sollte genau hinschauen, wem er seine Stimme gibt. Demokratie lebt vom Wählen – und davon, Menschenwürde, Rechtsstaat und Freiheitsrechte zu schützen. Deshalb: Gehen Sie wählen, aber geben Sie Ihre Stimme bitte keinen extremistischen Populisten | Foto: jd
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Kommunalwahlen in Niedersachsen: Unsere Demokratie braucht Ihre Stimme

Liebe Leserinnen und Leser, wir in Niedersachsen entscheiden am Sonntag, 13. September, wer künftig in unseren Städten, Gemeinden und Landkreisen Verantwortung trägt. Das WOCHENBLATT ruft alle Wahlberechtigten auf: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Das Glockenspiel am Stader Rathaus spielt mehrmals täglich eine Melodie, deren Botschaft heute aktueller erscheint denn je: „Die Gedanken sind frei.“ Dieses deutsche Volkslied wurde über zwei...

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Gegenwind im Alten Land – oder die Vermessung des breiten Striches

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Die Energiewende, wichtige Verkehrsprojekte und die Zukunft der Infrastruktur: An großen Themen mangelt es auch im Landkreis Stade nicht. WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Jörg Dammann traf den Stader Landrat Kai Seefried am Rande der Veranstaltung zum Tunneldurchstich der ElbX-Querung für die SuedLink-Leitung in Wischhafen. Im Interview spricht Seefried über Fortschritte bei zentralen Projekten, aber auch über Baustellen, bei denen es aus seiner Sicht schneller vorangehen muss. Und zum Schluss geht...

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Freude über den Wahlsieg: Kreiswahlleiter Thorsten Heinze (li.) gratuliert seinem alten und neuen Chef Kai Seefried. Seefrieds Frau Julia und Tochter Marie freuen sich mit ihm | Foto: jd
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Knapp 80 Prozent für den Stader Landrat
Kai Seefried bezeichnet Wahlsieg als " großes Vertrauenssignal"

Wenn es bei dieser Kommunalwahl im Landkreis Stade einen eindeutigen persönlichen Gewinner gibt, dann heißt er Kai Seefried. Vier von fünf Wählern stimmten für den amtierenden CDU-Landrat, der seit 2021 im Amt ist. Und Seefried selbst? Der zeigte sich vom Ausmaß seines Erfolges durchaus überrascht. Denn rund 80 Prozent Zustimmung sind ein ziemlich deutliches politisches Ausrufezeichen. „Im Grundsatz ist das Wahlergebnis besser, als ich es in den letzten Tagen erwartet habe“, sagt Seefried nach...

jd. Stade. Kai Seefried (CDU) trat am 1. November sein Amt als Landrat des Landkreises Stade an. Am heutigen Dienstag sind die ersten 100 Tage verstrichen. Zeit also, ein paar Fragen zu stellen: Wie lief es bisher? Auf welche Probleme ist er gestoßen? Und was will er ändern? Das Interview führte der Stader Redaktionsleiter Jörg Dammann.

WOCHENBLATT: Zu Beginn Ihrer Amtszeit fiel der unschöne Satz aus der Politik, dass Sie von Ihrem Vorgänger eine „Bruchbude“ übernommen hätten. Sie haben diese Bezeichnung damals scharf zurückgewiesen. Wie ist Ihre Sichtweise nach drei Monaten? In welchen Bereichen im Kreishaus bröckelt es hinter der Fassade?

Kai Seefried: Jetzt kann ich mit noch mehr Einblick sagen, dass meine Einschätzung richtig war. Ich habe sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt. Es gibt eine hohe Motivation, gute Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger anzubieten, und ich spüre die Bereitschaft anzupacken - in vielen Bereichen im Kreishaus auch geradezu eine Lust auf Veränderung. Aber die Verwaltung leidet unter dem extremen Fachkräftemangel. Wir haben viel zu viele unbesetzte Stellen, so dass die Belastungssituation in allen Bereichen sehr hoch ist. Die Corona-Krise hat diese Belastung noch mal massiv erhöht. Um in Ihrer Sprache zu bleiben: „Hier möchte ich nicht, dass es weiter bröckelt."

WOCHENBLATT: Dann bleiben wir doch weiter im Bild: Welche Sanierungsmaßnahmen sind erforderlich? Nennen Sie bitte drei Themen, die ganz oben auf Ihrer Agenda stehen.

Kai Seefried: Gerade vor dem eben geschilderten Hintergrund steht die Personalentwicklung mit dem Ziel eines verbesserten Bürgerservice im Mittelpunkt. Wir werden zeitnah die Strukturen im Personalamt verstärken, um Stellenbesetzungen zu beschleunigen. Gleichzeitig haben wir begonnen, mit den Kommunen im Landkreis Stade eine gemeinsame Ausbildungsoffensive zu starten. Den Quereinstieg werden wir ebenfalls erleichtern. Angefangen haben wir damit bereits im Bereich der Führerscheinstelle. Dadurch konnten wir uns personell deutlich verstärken. Ich hoffe wirklich sehr, dass wir hier bald aus dem Gröbsten heraus sind und alle Vorgänge wieder zeitnah bearbeitet werden können.
Zu den weiteren zentralen Themen gehört die Zukunftssicherung unserer Klinikstandorte. Als Landkreis wollen wir in diesem Jahr die komplette Trägerschaft der Elbe Kliniken und damit auch die Verantwortung für die großen Investitionen übernehmen.
Als Querschnittsaufgabe sehe ich den Klimaschutz und die Bewältigung der Klimafolgen. Ein Solarflächenkataster aller Landkreisgebäude wird gerade erstellt. Ich möchte, dass wir schnellstmöglich alle verfügbaren Flächen für Solarenergie nutzen. Im Hinblick auf die Klimafolgen geht es vor allem um den Küstenschutz und die notwendigen Deicherhöhungen an der Elbe.

WOCHENBLATT: Sie haben zu Ihrem Amtsantritt erklärt, dass Sie die Kreisverwaltung als Dienstleister für die Bürger verstehen. Ihr Produkt ist der Bürgerservice. Wie wollen Sie gewährleisten, dass der Landkreis künftig ein erstklassiges Produkt liefert? In der freien Wirtschaft gibt es eine Qualitätskontrolle oder neudeutsch: ein Controlling. Wäre so etwas für die Kreisverwaltung denkbar?

Er hat viel zu tun: Kai Seefried ist neuer Landrat im Kreis Stade

Kai Seefried: Im Rahmen der zukünftigen Personalentwicklung wollen wir einen Prozess der Mitarbeiterbeteiligung initiieren. Mir ist es wichtig, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen. Ein erster Baustein ist hier meine „Bierdeckel-Aktion“ für eine kurze und unmittelbare Kommunikation zum Landrat. Für einzelne Bereiche der Verwaltung werden wir auch Organisationsanalysen vornehmen, die Mitarbeiterbefragungen beinhalten. Zur Neustrukturierung gehört aber auch die Verstärkung des Controllings mit dem Ziel, Defizite frühzeitig zu erkennen beziehungsweise über Kennzahlen auch die Belastungssituation zu erfassen. Auch mein persönliches Bürgertelefon soll den Bürgerservice und den Kontakt zum Landkreis verbessern.

WOCHENBLATT: Sie kommen ja aus dem Handwerk. Daher sei die freche Frage erlaubt: Haben Sie sich inzwischen vom „Landrats-Azubi“ zum Gesellen gemausert? Und wie sieht Ihr Arbeitstag jetzt aus: Sind es noch mehr Termine als in Ihrer Zeit als Landtagsabgeordneter?

Kai Seefried:
Ich habe in den letzten Wochen an der ein oder anderen Stelle tatsächlich auch selbst mit einem Augenzwinkern vom „Landrat in Ausbildung“ gesprochen. Der Arbeitsalltag beginnt um 6.30 Uhr und endet gegen 23 Uhr. Corona-bedingt finden an den Wochenenden weniger Termine statt, so dass ich die Zeit nutze, E-Mails und Vorgänge abzuarbeiten. Ich glaube aber, ganz gut unterwegs zu sein, auch wenn ich zugebe, dass ich mir den Start anders gewünscht hätte. Leider hat die Corona-Krise meinen Alltag viel zu sehr im Griff und fordert enorm viel Zeit. Wir versuchen in der Kreisverwaltung wirklich alles, um die Menschen im Landkreis Stade bestmöglich durch diese Krise zu führen.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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