Bürgermeisterin sieht Stade auf einem guten Weg beim Radverkehr
Noch "Luft nach oben" beimThema Fahrradfreundlichkeit

Silvia Nieber ist oft selbst mit dem Fahrrad unterwegs   Foto: jd
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jd. Stade. Gesamtnote 4 für die Qualität des Radverkehrs in Stade: Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests sorgten für Ernüchterung in der Hansestadt (das WOCHENBLATT berichtete). Besonders miserabel schnitt Stade bei der Bewertung der Radwege ab. Schlechte Noten gab es für den holperigen und unebenen Oberflächenbelag, die geringe Breite der Radwege sowie deren nachlässige Reinigung. Bemängelt wurden außerdem die unzureichende Verkehrsführung für Radfahrer an Baustellen, die nicht ausreichenden Ampelschaltungen für Radfahrer und das problematische Mitein-ander von Pkw und Fahrrädern. Für alle diese Punkte gab es eine Schulnote von 4,6 oder schlechter. Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) musste für das miese Abschneiden bei der ADFC-Umfrage bereits Kritik einstecken. Sie ist aber der Ansicht, dass Stade beim Thema Radverkehr auf einem guten Weg ist.

"Seit Februar laufen Gespräche mit der örtlichen Radfahrer-Initiative", erklärt die Bürgermeisterin. Sie habe veranlasst, dass im Rahmen dieser Arbeitsgespräche zwischen der Initiative und der Stadtverwaltung auch das von der Grünen-Ratsfrau Barbara Zurek angesprochene Radverkehrskonzept aus dem Jahr 1999 noch einmal inhaltlich durchgegangen wird. "Wir werden die dort empfohlenen Maßnahmen im Einzelnen überprüfen, inwieweit sie umgesetzt wurden." Alles, was damals die Dringlichkeitsstufe "hoch" erhalten habe, sei aber schon erledigt worden, so Nieber. Als Beispiel nennt sie die Radwege an der Hansestraße und am Salztorswall. "Frau Zureks Äußerung, dass nichts getan wurde, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", sagt die Bürgermeisterin.

Doch alle Maßnahmen, die Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten, müssten behutsam angegangen werden, so Nieber. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass Stade eine Kleinstadt im ländlichen Raum sei und dem Autoverkehr weiterhin ein bestimmter Stellenwert zukomme. "Wir können Stade verkehrstechnisch nicht total umkrempeln."

Allerdings müsse tatsächlich ein anderes Denken einsetzen. Früher habe man immer aus der Perspektive der Autofahrer geplant. "Die Radwege wurden bisher vorrangig als Begleitaspekt beim Straßenbau betrachtet", sagt Nieber. "Wir müssen dahin kommen, dass wir den Radverkehr als eigenständigen Bestandteil des Straßenverkehrs in die Betrachtung einbeziehen." Daher bestehe in Stade in Hinblick auf die Fahrradfreundlichkeit sicher "Luft nach oben". Allerdings ist es nach Ansicht von Nieber wichtig, dass eine Gesamtschau vorgenommen wird. "Wir müssen auch die Fußgänger einbeziehen, und da vor allem Senioren und Menschen mit Handicap."

In Sachen Barrierefreiheit sei gerade in der Altstadt noch einiges zu erledigen, erklärte die Bürgermeisterin bei einem Ortstermin in der Stader City. Dort ließ sie sich von Rollstuhlfahrer Günther Kensik zeigen, was für ein großes Hindernis ein bereits leicht abgesenkter Kantstein darstellt. Kensik hat große Schwierigkeiten, diese "Barriere" zu überwinden. Bei dem regen Autoverkehr kann die Straßenüberquerung für den querschnittsgelähmten Mann zu einer gefährlichen Angelegenheit werden. Nieber verspricht Kensik: "Hier wird die Verwaltung handeln."

Sie verweist darauf, dass die Verwaltung intensiv daran arbeite, Stade barrierefrei zu machen. Als Beispiel nennt sie die sogenannten Gehbänder am Fischmarkt. "Gerade für ältere Bürger, die mit dem Rollator unterwegs sind, ist das eine große Hilfe." Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt sei für Menschen mit Gehbehinderung allgemein problematisch. "Kürzlich wurde das Pflaster verfugt", sagt Nieber. "Jetzt geht es ein wenig leichter mit dem Rollator."

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