Munteres Kandidatenraten: Von Platzhirsch bis Newcomer
Wer tritt bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Stade an?

André Grote (FDP) und Benjamin Koch-Böhnke (Linke): Zwei Buxtehuder, die beide Ambitionen auf den Bundestag haben
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  • André Grote (FDP) und Benjamin Koch-Böhnke (Linke): Zwei Buxtehuder, die beide Ambitionen auf den Bundestag haben
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  • hochgeladen von Tom Kreib

Weil Corona fast alles andere dominiert, ist ein Thema in der Versenkung verschwunden, das in normalen Zeiten allmählich an Lautstärke zunehmen würde. Im Oktober 2021 ist die nächste Bundestagswahl und hinter den Partei-Kulissen wird nachgedacht: Wer soll antreten? Wer fordert Oliver Grundmann, den zweimaligen Direktmandat-Gewinner von der CDU, heraus? Die beiden WOCHENBLATT-Redaktionsleiter aus Stade und Buxtehude, Jörg Dammann und Tom Kreib, haben sich Gedanken über das politische Personal aus der Region und deren Ambitionen auf der großen politischen Bühne in Berlin gemacht.

Twesten sorgte für Überraschungen

Wir haben dabei den Blick nur auf den Landkreis Stade gerichtet. Die beiden Wahlkreise reichen aber auch in die Landkreise Rotenburg und Cuxhaven. Klarer Fall: Der Wahlkreis Stade-Cuxhaven ist "Enak-Ferlemann-Land". Der Christdemokrat ist Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium und wird garantiert auch 2021 wieder in den Bundestag einziehen. Welche Hoffnungsträger aus Rotenburg kommen, wird sich zeigen. Vielleicht gibt es ja eine Art Elke-Twesten 4.0. Die ehemalige grüne Landtagsabgeordnete hatte ganz überraschend für den Job der Stader Landrätin kandidiert und später für Furore gesorgt, weil sie die Landtagsfraktion der Grünen verlassen und sich der CDU angeschlossen hatte.

Der Blick auf das Stader Polit-Personal:

CDU

Da ist natürlich zuallererst Oliver Grundmann zu nennen. In der CDU führt kein Weg an ihm vorbei. Er wird der Platzhirsch in Sachen Bundestagsmandat bleiben, auch wenn ihn seine innerparteilichen Kritiker bereits im Visier haben. Dass Grundmann nicht unumstritten ist, zeigte seine Abstimmungsniederlage bei der Kreis-CDU. Er scheiterte mit seiner Bewerbung um einen der drei Stellvertreterposten des Kreisvorsitzenden Kai Seefried.

Grundmann hat diesen "Warnschuss" offenbar verstanden: Er räumte ein, dass er so manchen Parteifreund wohl verärgert habe, weil er allzu oft durch Abwesenheit glänzte. Wir meinen aber: Die Christdemokraten vor Ort sollten sich nicht so kleinlich zeigen. Schließlich hat Grundmann große Aufgaben in Berlin zu bewältigen. Er will Wasserstoff und Flüssiggas in die Region holen und ist seit Frühjahr 2018 zudem Vorsitzender der Küstenparlamentarier. Diesen "Karrieresprung" kündigte er damals gegenüber dem WOCHENBLATT mit der denkwürdigen Aussage an: "Ich werde eine große Nummer in Berlin." Eines steht jedenfalls fest: Freiwillig wird "Käpt'n Olli" nicht von Bord gehen.

SPD
Eines dürfte so gut wie sicher sein: Die SPD wird mit einem neuen Kandidaten antreten. Zweimal stieg Oliver Kellmer für die Genossen in den Ring, zweimal holte er sich gegen Oliver Grundmann eine blutige Nase. Auch wenn es illusorisch scheint, dass die SPD den Wahlkreis zurückerobert, den "Seemannsbraut" und "Piratenschreck" Margrit Wetzel 2009 an die CDU verloren hat: Um Grundmann zumindest ein paar Prozente abzujagen, muss ein frischer Kandidat her.

Und da käme eigentlich nur einer in Frage: Björn Protze. Der SPD-Youngster hat bereits den Fraktionsvorsitz im Kreistag übernommen und empfiehlt sich damit zu Höherem. Pressemitteilungen raushauen kann er auch schon wie ein Großer. Und dass er in der Lage ist, wortreich Stellung zu beziehen - zu welchem Thema auch immer -, hat Protze ebenfalls bewiesen. Sollte er es in den Bundestag schaffen, wäre das Thema Familie für ihn das geborene Politikfeld. Zu den Sitzungen der Landkreis-Gremien oder Gesprächsterminen erscheint Protze gerne mal mit einem Kind auf dem Arm - frei nach dem Motto: So macht ein moderner Papi Politik!

Grüne

Bei den Grünen wäre eigentlich alles klar: Michael Lemke tritt an. Wird er aber nicht. Der bisherige Co-Fraktionschef im Buxtehuder Rat will nämlich Bürgermeister in der Estestadt werden. Das ist zwar noch nicht offiziell, aber so gut wie sicher. Doppelkandidatur, damit eins klappt? Käme beim Wähler wohl nicht so gut an. Der Bewerber könnte dennoch aus Buxtehude kommen: Bei der Landtagswahl 2017 ist Ulli Felgentreu auf dem aussichtslosen Listenplatz 44 der Grünen angetreten. Wahlkampferfahrung hat er also schon. Problem bei dieser Personalie: Eigentlich müsste bei den Grünen in der sonst männerdominierten Bewerberriege dringend eine Frau antreten.

Linke
Bei der Linken ist Benjamin Koch-Böhnke zumindest für die WOCHENBLATT-Redaktion gesetzt. Wie Ulli Felgentreu hat er Erfahrungen im Landtagswahlkampf 2017. Von politischen Freunden wie Gegnern gerne "Benni" genannt, ist Koch-Böhnke für höhere Aufgaben berufen zumal er bereits für die Linke im Bundestag von Buxtehude aus arbeitet. Kleiner lokaler Seitenaspekt: Dann könnte Koch-Böhnke nicht als Buxtehuder Bürgermeisterkandidat antreten und sein Fraktionskollege Klemens Kowalski müsste dafür ran. Der hatte bei der vorangegangenen Bundestagswahl sein Glück versucht.

FDP
Das trifft auch auf André Grote zu, der für das WOCHENBLATT als sicherer Kandidat bei der FDP gilt. "Ich will in den Bundestag", hatte er dem WOCHENBLATT nach der jüngsten Bundestagswahl versichert. Also steht für 2021 Anlauf Nummer zwei an. Seit 2018 hat sich der Liberale auf Landesebene profiliert und ist, ganz im modernen FDP-Style, multimedial präsenter als alle anderen politischen Hoffnungsträger aus dem Kreis Stade.

Sollten wir hoffnungsvolle Kandidatinnen und Kandidaten mit großen Ambitionen unterschlagen oder nicht im Blick gehabt haben - wir freuen uns auf Ihre Hinweise für die Bewerbung fürs Ticket nach Berlin.
Jörg Dammann
und Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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