Neue Trends
Schützenfestsaison startet mit Optimismus
- Zum Schützenfest gehören auch Traditionen wie die Teilnahme von Spielmannszügen, hier der Spielmannszug Kampen in der Nordheide
- Foto: bim
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Wenn Ende April die ersten Uniformen gebügelt, Schützenhüte abgestaubt und Trommeln gestimmt werden, ist eines gewiss: Die Schützenfestsaison hat begonnen. Im Landkreis Stade fällt der Startschuss traditionell mit einem Tanz in den Mai – und auch im Landkreis Harburg herrscht gespannte Vorfreude. Doch hinter den feierlichen Umzügen, dem festlichen Antreten und dem geselligen Beisammensein steckt weit mehr als nostalgische Folklore.
„Die Schützenfeste sind traditionelle Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben des Landkreises“, sagt Volker Höper, Präsident des Schützenverbands Nordheide und Elbmarsch. „Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl, stärken die regionale Identität und bieten Gelegenheit zum Feiern, zur Brauchtumspflege und zum Austausch.“ Ob in der ländlichen Idylle oder in urbanen Siedlungen – die Feste verbinden Generationen und öffnen die Türen für ein breites Publikum.
Auch Jan Steffens, Präsident des Bezirksschützenverbands Stade, sieht die hohe Bedeutung dieser Veranstaltungen: „Schützenfeste sind enorm wichtig für die Repräsentation der Vereine bei der Bevölkerung und für die Pflege der Gemeinschaft. Gerade auf dem Dorf ist der Zusammenhalt traditionell stärker, aber auch in den Städten gewinnen diese Veranstaltungen an Bedeutung.“
Dabei spielen die Schützenvereine heute eine zentrale Rolle im sozialen Miteinander – nicht nur zur Festzeit. „Sie sind wichtige soziale Knotenpunkte“, so Höper. „Durch gemeinsame Aktivitäten, Veranstaltungen und Feste bieten sie Räume für generationsübergreifenden Austausch.“ In einer zunehmend digitalisierten Welt schaffen sie Orte echter Begegnung und Unterstützung. „Man hilft sich gegenseitig – niemand ist allein“, bringt es Steffens auf den Punkt.
Doch nicht alles läuft reibungslos. Während einige Vereine mit rückläufigen Mitgliederzahlen kämpfen, erleben andere einen Aufschwung – insbesondere nach der pandemiebedingten Durststrecke. „Gerade im Nachwuchsbereich sehen wir eine sehr gute Entwicklung“, berichtet Steffens. „Die Veranstaltungen werden wieder gern angenommen, die Beteiligung ist hoch.“ Höper ergänzt: „Die Tendenz ist gemischt. Entscheidend ist eine bewusste Modernisierung, um attraktiv zu bleiben.“
Ein Weg, um neues Interesse zu wecken, sind innovative Sportdisziplinen. Blasrohrschießen oder Darts erfreuen sich wachsender Beliebtheit. „Diese Trends bringen frischen Wind“, sagt Höper. „Sie machen die Vereine flexibler und vielfältiger. Wichtig ist, dass solche Innovationen die traditionellen Werte ergänzen und nicht verdrängen.“ Steffens hebt besonders das Blasrohrschießen hervor: „Geringe Kosten, kein Alterslimit – ein echtes Erfolgserlebnis für alle.“ Im Dartspielen sieht Steffens eine gute Ergänzung, da die Möglichkeit zum Spielen in Gaststätten sehr stark zurückgegangen ist. "Wichtig ist zu erwähnen, dass der Dartsport einem eigenen Sportverband unterliegt, der nichts mit dem Deutschen Schützenbund zu tun hat", so der Stader Präsident.
Auch in die Infrastruktur wird investiert. Digitale Schießstände sind längst keine Seltenheit mehr. „Moderne Technik verbessert Trainingsbedingungen und erhöht die Sicherheit“, erklärt Höper. Steffens sieht darin einen „wichtigen Baustein zur Attraktivitätssteigerung – besonders für den digital-affinen Nachwuchs.“ Die Finanzierung erfolgt über Vereinsmittel, Spenden, Sponsoren und kommunale Unterstützung – ein Gemeinschaftswerk im besten Sinne.
Für die Saison 2025 haben beide Präsidenten klare Wünsche: „Eine lebendige und offene Atmosphäre, in der Tradition und Innovation Hand in Hand gehen“, sagt Höper. Steffens ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Und eine gesunde Gelassenheit, wenn mal eine Würde unbesetzt bleibt.“
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