Pro Kopf nur noch 60 Kilogramm Altpapier
Kaum zu glauben: Altpapiermengen im Landkreis Stade sind um ein Viertel gesunken

Die Menge an Altpapier im Landkreis Stade soll laut Statistik rückläufig sein. Das ist verwunderlich angesichts der vollgestopften Container. Oder landen Pappe und Co. jetzt einfach im Hausmüll, weil die Menschen kein Altpapier mehr in den Containern entsorgen können? | Foto: jd
3Bilder
  • Die Menge an Altpapier im Landkreis Stade soll laut Statistik rückläufig sein. Das ist verwunderlich angesichts der vollgestopften Container. Oder landen Pappe und Co. jetzt einfach im Hausmüll, weil die Menschen kein Altpapier mehr in den Containern entsorgen können?
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Ob Versandkarton, Rasenschnitt oder ausrangierter Fernseher – im Landkreis Stade fällt jede Menge Müll an. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 104.500 Tonnen Abfälle zusammen. Rein rechnerisch produzierte damit jeder Einwohner mehr als eine halbe Tonne Müll. Das geht aus der aktuellen Abfallbilanz des Landkreises Stade hervor. Was besonders erstaunt: Trotz Amazon, Zalando und Co. ist die Altpapiermenge  im Landkreis Stade innerhalb der vergangenen fünf Jahre um ein Viertel zurückgegangen. 

Pro Kopf 129 Kilogramm Hausmüll
Während die Zahlen beim Altpapier sinken, bleibt die Menge an Hausmüll weiterhin auf hohem Niveau. Über die grauen Tonnen wurden von der Müllabfuhr 26.753 Tonnen an Restmüll eingesammelt – das entspricht 129 Kilogramm pro Einwohner. Hinzu kamen 4.723 Tonnen Sperrmüll sowie 6.864 Tonnen an weiteren Siedlungsabfällen, die von Bürgern direkt zu den Wertstoffhöfen und Abfallwirtschaftszentren gebracht wurden. Unterm Strich sind das 38.340 Tonnen Müll. Diese Abfälle landen aber nicht auf der Deponie, sondern werden in der Müllverwertungsanlage am Rugenberger Damm im Hamburger Hafen verbrannt.

Mehr als 65.000 Tonnen wurden verwertet
Eine deutliche größere Abfallmenge wird aber recycelt oder anderweitig verwertet. Insgesamt sammelten Landkreis und Duale Systeme 65.338 Tonnen Wertstoffe und Bio- bzw. Grünabfälle ein - was 315 Kilogramm pro Einwohner entspricht. Dabei kamen über Biotonnen sowie angelieferten Grün- und Gehölzschnitt 33.160 Tonnen zusammen (pro Kopf ca. 160 Kilogramm). Immerhin 67 Prozent der Haushalte im Landkreis haben eine Biotonne angemeldet. Aus den organischen Abfällen entsteht später Kompost, der unter anderem in den Abfallwirtschaftszentren Stade und Buxtehude-Ardestorf sowie an den Wertstoffhöfen Oldendorf, Wedel und Wischhafen für 16 Euro je Kubikmeter bzw. 25 Euro pro Tonne verkauft wird (weitere Infos: bitte hier klicken).

Auch hier geht nichts mehr: Die Suche nach einem leeren Altpapiercontainer kann im Landkreis Stade zu einer Odyssee werden | Foto: jd
  • Auch hier geht nichts mehr: Die Suche nach einem leeren Altpapiercontainer kann im Landkreis Stade zu einer Odyssee werden
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Weniger Altpapier und Altglas
Beim Altpapier setzt sich der langjährige Trend fort: Die Mengen sinken weiter. 2025 wurden noch 12.510 Tonnen Papier, Pappe und Karton gesammelt. Die Pro-Kopf-Menge ist damit inzwischen auf 60 Kilogramm gesunken. Vor ein paar Jahren war es noch rund ein Drittel mehr. Ein Grund für den Rückgang mag darin liegen, dass Online-Versandhändler wie Amazon dazu übergegangen sind, die gelieferte Ware nicht mehr mit einer zusätzlichen Umverpackung zu versehen. Auch die Altglasmenge ging seit Jahren erstmals wieder unter die Marke von 5.000 Tonnen zurück. Ein möglichen Grund nennt der Landkreis die verringerte Zahl an Glascontainern im Kreisgebiet. Relativ stabil geblieben sind dagegen die Mengen beim Gelben Sack. Hier wurden 6.248 Tonnen Leichtverpackungen erfasst – etwa Kunststoff-, Metall- und Verbundverpackungen aus Haushalten.

Nach dem DRK zieht auch die DLRG alle Altkleidercontainer aus dem Kreis Stade ab
Bei diesem Container in Harsefeld hat wohl jemand Altkleider und Altpapier verwechselt. Vielleicht war es ja auch eine "Protest-Entsorgung", weil es kaum noch Allkleidercontainer gibt | Foto: jd
  • Bei diesem Container in Harsefeld hat wohl jemand Altkleider und Altpapier verwechselt. Vielleicht war es ja auch eine "Protest-Entsorgung", weil es kaum noch Allkleidercontainer gibt
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Schrott, Schutt und Sonderabfälle
Es gibt noch weitere Wertstoffe: So sammelte der Landkreis unter anderem 1.437 Tonnen Elektroschrott, 2.464 Tonnen Bauschutt sowie 678 Tonnen Altmetall ein. Auffällig ist zudem der starke Anstieg bei Altholz der Kategorie II und III (behandeltes Holz ohne Holzschutzmittel sowie Holz mit Laminat oder PVC). Mit 3.098 Tonnen hat sich die Menge im Vergleich zu den Vorjahren fast verdreifacht. Die kleinste Menge in der Statistik sind die Sonderabfälle, die speziell entsorgt werden müssen. Insgesamt wurden 823 Tonnen an gefährlichen Abfällen entsorgt – darunter Asbest, künstliche Mineralfasern, belastetes Holz und andere schadstoffhaltige Materialien. Das sind rund vier Kilogramm pro Einwohner.

Die Menge an Altpapier im Landkreis Stade soll laut Statistik rückläufig sein. Das ist verwunderlich angesichts der vollgestopften Container. Oder landen Pappe und Co. jetzt einfach im Hausmüll, weil die Menschen kein Altpapier mehr in den Containern entsorgen können? | Foto: jd
Auch hier geht nichts mehr: Die Suche nach einem leeren Altpapiercontainer kann im Landkreis Stade zu einer Odyssee werden | Foto: jd
Bei diesem Container in Harsefeld hat wohl jemand Altkleider und Altpapier verwechselt. Vielleicht war es ja auch eine "Protest-Entsorgung", weil es kaum noch Allkleidercontainer gibt | Foto: jd
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

Webseite von Jörg Dammann
Jörg Dammann auf Facebook
Jörg Dammann auf Instagram

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

16 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Stellen Sie kreiszeitung-wochenblatt.de als bevorzugte Quelle bei Google ein!

Dadurch werden Ihnen wichtige Neuigkeiten aus der Region ab sofort automatisch weiter oben angezeigt.

Jetzt als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.