CFK-Forschungszentrum erhält zusätzliches Gebäude
60 weitere Arbeitsplätze: CFK-Valley in Stade wird durch Neubau gestärkt

Die Visualisierung zeigt links den geplanten Neubau (in blau) für das CFK-Forschungszentrum im Stader Stadtteil Ottenbeck
  • Die Visualisierung zeigt links den geplanten Neubau (in blau) für das CFK-Forschungszentrum im Stader Stadtteil Ottenbeck
  • Foto: Entwurf: kordt+wichers
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Einem Stader Erfolgsmodell wird jetzt noch mehr Raum gegeben: Das Forschungszentrum CFK Nord in Stade-Ottenbeck erhält einen Erweiterungsbau. Die CFK Nord Betriebsgesellschaft, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Hansestadt, hat einen 3,5-Millionen-Euro-Auftrag für die Errichtung einer Halle mitsamt Büroräumen vergeben.

Den Zuschlag für das Millionen-Projekt hat die Bielefelder Baufirma Goldbeck erhalten. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ist in Stade kein Unbekannter: Goldbeck errichtet auch als Generalunternehmer den Bildungscampus Riensförde. Die Baumaßnahme in Ottenbeck ist ein paar Nummern kleiner und daher auch eher fertig: Geplant ist, dass das neue Gebäude bereits im Jahr 2022 bezogen werden kann.

Anlass für den Neubau ist das weiterhin boomende Geschäft mit dem Leichtbaumaterial CFK. Dieser kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff - verkürzt auch als Kohlefaser bezeichnet - kommt wegen seiner besonderen Eigenschaften bisher überwiegend im Flugzeugbau zum Einsatz. Sein Vorteil: Er ist extrem stabil und dabei trotzdem federleicht. Im Stader CFK Valley wird an den Möglichkeiten geforscht, diesen Werkstoff im industriellen Rahmen auch in anderen Bereichen wie etwa in der Automobilindustrie einzusetzen - und das möglichst kostengünstig.

Hier kommt dem Stader Forschungszentrum eine wichtige Rolle zu. Seit zehn Jahren ist die Einrichtung in Betrieb. Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs, der gleichzeitig Geschäftsführer der CFK Nord Betriebsgesellschaft ist, spricht von einem "Erfolgsmodell".

Zehn Jahre "CFK Valley Stade" - eine Erfolgsgeschichte

Da das Zentrum mit seiner Fläche von 18.600 Quadratmetern zu 100 Prozent ausgelastet ist, es aber jede Menge Nachfragen nach Büro- und Hallenkapazitäten nicht nur seitens der Bestandsmieter, sondern auch potenzieller Neumieter gibt, fiel die Entscheidung, einen Erweiterungsbau zu errichten.

Dieses freistehende Gebäude mit einer Nutzfläche von 1.700 Quadratmetern wird aus einer Werkhalle zur Erprobung von Verfahrensabläufen und Fertigungsmethoden, dem sogenannten Technikum, sowie einem vorgelagerten Bürotrakt bestehen. Für die Halle sind 930, für die Büros 810 Quadratmeter vorgesehen. Der Erweiterungsbau wird über einen offenen, überdachten Gang mit dem bestehenden Forschungszentrum verbunden sein. Die Anbindung der entsprechenden Infrastruktur wie etwa die Ausstattung des Neubaus mit Daten- und Signaleinrichtungen erfolgt über den Hauptbau.

Vier Millionen Euro fürs CFK Valley

Entworfen wurde das Gebäude vom Stader Architekten Gerd Wichers. Die Finanzierung der Baukosten soll durch von der Volksbank Stade- Cuxhaven und der Sparkasse Stade – Altes Land bereitgestellte Mittel erfolgen. Der geplante Baubeginn ist für den Sommer angepeilt. Nach der Fertigstellung sollen zu den bestehenden 200 Arbeitsplätzen im CFK Nord 60 weitere hinzukommen. Insgesamt wurden im Stader CFK Valley in den vergangenen 20 Jahren mehr als 3.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Das Forschungszentrum CFK Nord besteht seit 2010. Nutzer sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft (IFAM), die Firma Olin, die INGenX Technologies GmbH, die Projektgruppe "HP CFK reese-solutions GmbH" und das Faserinstitut Bremen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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