Steigender Kostendruck verlagert Produktion nach Asien
Baettr schließt sein Werk in Stade

Bei Baettr fliegen bald keine Funken mehr
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sb. Stade. Vor zwei Jahren war noch alles auf Wachstumskurs: Im Sommer 2018 weihte der Industriebetrieb Global Castings an seinem Standort in Stade-Bützfleth einen Neubau ein. Ein Jahr später folgte eine Umbenennung auf "Baettr Stade GmbH". Jetzt kommt das Aus: Baettr fährt ab Juli die Produktion in Stade herunter und schließt das Werk. Rund 200 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Ursache sei die aktuelle und zukünftige Marktentwicklung für Windkraftanlagen in Europa, teilt der Konzern mit. Die Eisengießerei in Bützfleth produzierte Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 80 Tonnen für Offshore-Windanlagen, z.B. die Rotorenhäuser, an denen die langen Flügel befestigt werden. Nun bricht dem Stader Werk aber das Geschäft weg, weil sich der Markt besonders in diesem Segment mit steigendem Kostendruck schnell und unaufhaltsam nach Asien verlagert. Die für nachhaltige Stabilität am Standort dringend notwendigen Investitonen könnten durch das rückläufige Produktionsvolumen bei gleichzeitig stark fallenden Preisen niemals amortisiert werden, teilt die Geschäftsleitung mit. Keines der geplanten Optimierungsprogramme könne etwas an der betriebswirtschaftlichen Aussichtslosigkeit ändern.

Vor zwei Jahren noch Produktionsrekorde

Seitdem die Baettr Gruppe in 2014 den Standort in Stade übernommen hat, wurde das Produktionswerk kontinuierlich ausgebaut und technologisch wie auch organisatorisch weiterentwickelt. Erfolgreich absolvierte Produktneuanläufe bis hin zu aktuellen Produktionsrekorden bescheinigen dem Team am Standort eine sehr gute Arbeit. Im Sommer 2018 wurde ein Anbau mit 500 Quadratmetern Nutzfläche fertiggestellt. "Der neue Sozialtrakt ist auf Wachstum ausgerichtet", hieß es damals bei der Einweihung. In naher Zukunft sollte in Stade ein Headquarter der weltweit agierenden Unternehmensgruppe Baettr mit Platz für bis zu 300 Leute geschaffen werden. Der Baettr-Standort in Bützfleth punktete zudem mit seiner Nähe zum Tiefseehafen. Um die Giganten aus der Gießerei zu verschiffen, mussten sie das Betriebsgelände praktisch nicht verlassen. Mit einem Spezialfahrzeug wurden die Teile über den Deich transportiert und dann sofort auf Schiffe verladen.

Die Baettr-Eigentümer sind um eine möglichst faire und sozial gerechte Abwicklung mit allen betroffenen Mitarbeitern bemüht, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Stammsitz der Baettr Holding GmbH mit den Gruppenfunktionen und 32 Mitarbeitern verbleibt am Standort in Stade. 

32 Mitarbeiter verbleiben am Standort

Stefan Schmidt, Geschäftsführer der Baettr Stade GmbH, erklärt weiter: "Mit diesem Wandel habe ich bis vor Kurzem selbst nicht gerechnet. Das tut mir wirklich leid und ich empfinde dieselbe Enttäuschung wie die gesamte Belegschaft. Gemeinsam haben wir in den vergangenen zwei Jahren unglaublich viel geleistet, konnten aber gegen die Marktverschiebung als Grund für die Schließung nichts mehr ausrichten."

Der Schließungsprozess wird sich in mehreren Phasen über die nächsten Monate bis ins Jahr 2021 erstrecken. Daran werden noch einige Mitarbeiter der Stader Belegschaft beteiligt sein. Durch bereits initiierte, interne Aufrufe und Projekte soll den Mitarbeitern geholfen werden, eine Anschlussbeschäftigung - intern bei einer anderen Baettr-Niederlassung oder extern bei einem Unternehmen aus dem Branchennetzwerk - zu finden.

Bei Baettr fliegen bald keine Funken mehr
Im Stader Werk wurden XXL-Teile für Windkraftanlagen produziert
Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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