Grünes Licht für neue Gasleitung in Stade
Hier fließt künftig das Gas vom Stader LNG-Terminal
- Die rote Linie zeigt den Verlauf der künftigen Gasleitung. Die Stadtgrenzen von Stade sind schwarz gestrichelt eingetragen
- Foto: OpenTopoMap/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Grünes Licht für die geplante Energietransportleitung (ETL) 179.200 zwischen Bützfleth und Deinste: Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung der rund 18 Kilometer langen Leitung erteilt, die künftig das derzeit in Bau befindliche landbasierte LNG-Terminal an das Gasnetz anbindet.
Über das Terminal im Industriegebiet Bützfleth soll künftig verflüssigtes Erdgas (LNG) importiert, wieder in den gasförmigen Zustand überführt und anschließend in das deutsche Fernleitungsnetz eingespeist werden. Genau hier setzt die neue Leitung an: Sie verbindet das Terminal mit der bestehenden Infrastruktur des Unternehmens Gasunie im Raum Deinste und damit mit dem nordwesteuropäischen Gasnetz.
Sichere Versorgung mit Energie
Der Planfeststellungsbeschluss ist eine Art Baugenehmigung. Die Geschäftsführerin von Gasunie Deutschland, Britta van Boven, bezeichnet den offiziellen Startschuss für den Leitungsbau als "wichtiges Signal für die sichere Versorgung mit Energie in diesen unruhigen Zeiten". Gerade vor dem Hintergrund unsicherer Energiemärkte stellt die Möglichkeit, Gas aus unterschiedlichen Quellen zu beziehen, einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit dar. Außerdem ist der Blick bereits auf die Zukunft gerichtet, denn die Leitung so ausgelegt sein, dass sie später auch klimaneutralen Wasserstoff anstatt Gas transportieren kann. Damit wird die neue Leitung Teil einer langfristigen Strategie, die Region als wichtigen Knotenpunkt für klimafreundliche Energieträger zu entwickeln.
Umfangreiche Bauvorbereitungen
Für Gasunie heiße es nun „Trasse frei für unsere Baukolonnen“ erklärt van Boven. Sie spricht von einem "anspruchsvollen Baugrund". Entlang der Trasse werden zunächst Baustraßen angelegt und Lagerplätze für Rohre und Baumaterial eingerichtet. Außerdem müssen Bäume gefällt und Sträucher gerodet werden. Falls erforderlich, sind sogar Spundwände zu setzen, damit die Ränder der Baugrube bei instabilen Bodenverhältnissen nicht wegbrechen.
Zehn Meter breiter Schutzstreifen
Die neue Pipeline hat einen Durchmesser von 90 Zentimetern. Sie wird mindestens einen Meter tief im Boden verlegt, in vielen Abschnitten sogar deutlich tiefer. Während ein Großteil der Arbeiten in offener Grabenbauweise erfolgt, kommen in ökologisch sensiblen Bereichen geschlossene Verfahren zum Einsatz, um die Oberfläche zu schonen. Dauerhaft bleibt entlang der Trasse ein rund zehn Meter breiter Schutzstreifen bestehen.
Weiter Bogen um Stade
Die Leitung verläuft vom Industriegebiet Bützfleth in einem weiten Bogen westlich um das Stader Stadtgebiet herum. Dabei passiert sie unter anderem Haddorf, Wiepenkathen und Hagen, bevor sie in Richtung Deinste weiterführt. Der geplanten Baumaßnahme ging ein umfangreiches Genehmigungsverfahren voraus, bei dem Behörden, Verbände und auch die Öffentlichkeit eingebunden waren. Eine Onlinekonsultation ersetzte dabei den klassischen Erörterungstermin. Zahlreiche Hinweise und Einwendungen wurden geprüft und führten zu ergänzenden Auflagen für das Projekt. Die Inbetriebnahme soll noch im Dezember erfolgen.
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Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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