68 bezahlbare Mietwohnungen
Viebrock errichtet große Power-Townhouse-Siedlung in Stade
- Die beiden Bilder zweigen ein typisches Power Townhouse - hier mit der Dachbegrünung auf der Vorderseite und Photovoltaikflächen auf der Gartenseite
- Foto: Viebrock
- hochgeladen von Jörg Dammann
Das Harsefelder Bauunternehmen Viebrock will in Stade sein bisher größtes Bauprojekt in Sachen "Power Townhouses" umsetzen. Im Südosten des Altländer Viertel sollen 14 dieser Öko-Häuser entstehen, die in modularer Bauweise errichtet werden und unterschiedlich große Wohneinheiten unter einem Dach vereinen. Insgesamt sind in südlicher Verlängerung der Jorker Straße 68 zweistöckige Wohnungen in der Art von Reihenhäusern geplant - jeweils mit Größen zwischen 50 und 95 Quadratmetern.
Hohe ökologische Standards
Das Projekt vereinbart sozialen Wohnungsbau mit hohen ökologischen Baustandards. So erhält die eine Dachhälfte eine Begrünung, während die andere mit Photovoltaikanlagen ausgestattet wird. Für Terrassen, Stellplätze und Wege werden wasserdurchlässige Materialien verwendet. Die Erschließungsstraßén werden mit sogenannten Klimasteinen gepflastert, durch die ebenfalls das Wasser versickern kann. Viebrock setzt damit auf das sogenannte Schwammstadtprinzip: Regenwasser soll möglichst vor Ort auf den Grundstücken versickern und nicht in die Kanalisation eingeleitet werden.
Für Familien mit mittlerem Einkommen
Da der Bau der Power Townhauses mit Mitteln der Wohnungsbauförderung bezuschusst wird, ist die Miete preisgedämpft. Wer dort wohnen möchte, benötigt daher einen Wohnungsberechtigungsschein. „Gedacht sind die Wohnungen für Familien mit mittlerem Einkommen, die auf dem freien Wohnungsmarkt kaum noch bezahlbare Wohnungen finden“, sagt Sabine Benden, Projektleiterin bei Viebrockhaus. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen, die in systemrelevanten Berufen tätig sind - wie etwa Pflegekräfte, Busfahrer oder Beschäftigte im Kita-Bereich. Bei einer vierköpfigen Familie liegt die Einkommensgrenze für einen Berechtigungsschein derzeit bei rund 88.000 Euro brutto jährlich.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist seit Jahren ein drängendes Problem in der Hansestadt. Selbst Berufstätige, die vergleichsweise gut verdienen, haben es zunehmend schwerer, eine Wohnung in angemessener Größe zu finden, deren Mietpreis nicht ein Großteil des Einkommens verschlingt. Der Bau der Power Townhouse Siedlung wird dazu beitragen, die angespannte Situation ein wenig zu entlasten.
Grundstücke werden von der Stadt erworben
Die 14 Häuser entstehen auf einer Fläche von rund anderthalb Hektar. Die benötigten Grundstücke befinden sich derzeit noch im Eingentum der Stadt. Sie sollen für rund 930.000 Euro an die Firma Viebrock verkauft werden. Gleichzeitig soll ein Erschließungsvertrag abgeschlossen werden, in dem vereinbart wird, dass die Baufirma den überwiegenden Teil der Erschließungskosten trägt. Für die ersten drei Gebäude sind bereits die Bodenplatten geschüttet. Mit weiteren Baumaßnahmen wartet das Unternehmen ab, bis die städtebaulichen Verträge unterzeichnet sind.
- Stades Erster Stadtrat Lars Kolk (li.) hat Seniorchef Andreas Viebrock bereits vor zwei Jahren die Typengenehmigung für die Power Towhnhouses übergeben
- Foto: Viebrock
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Serielle Bauweise
Gebaut wird in Stade nach einer sogenannten Typengenehmigung, die die Hansestadt bereits im Juni 2024 erteilt hat. Diese standardisierte Genehmigung vereinfacht das Verfahren bei Bauprojekten erheblich, weil es sich immer wieder um den gleichen Gebäudetyp handelt. So müssen Aspekte wie Statik, Brand- oder Schallschutz nicht jedes Mal erneut vollständig geprüft werden. Dadurch werden Genehmigungsprozesse beschleunigt und Baukosten reduziert – ein entscheidender Faktor im geförderten Wohnungsbau. Bereits beim ersten von Viebrock realisierten Power Townhouse in Hollenstedt (Landkreis Harburg) zeigte sich, wie schnell die serielle Bauweise umgesetzt werden kann: Nicht einmal drei Monate lagen dort zwischen Grundsteinlegung und Fertigstellung.
Weitere Town House Projekte im Landkreis Stade
Auch andernorts im Landkreis Stade wurden bereits Power Townhouses errichtet oder befinden sich in Bau bzw. in Planung. In Oldendorf wurden drei Häuser gebaut, in Buxtehude sechs weitere. Alle Wohnungen sind bereits vermietet. In Hammah stehen sechs weitere Gebäude kurz vor dem Bezug. Darüber hinaus laufen mehrere Projekte in Harsefeld. Dort entstehen derzeit drei Power Townhouses auf dem ehemaligen Gelände eines Obst- und Gemüsehändlers. Weitere Häuser sind an der Mittelfelder Straße sowie an der Griemshorster Straße geplant. In Harsefeld soll außerdem ein kleiner Musterhauspark entstehen. Neben einem Power Townhouse sind dort auch ein Doppelhaus und zwei Einfamilienhäuser vorgesehen. Die Wohnungen im Power Townhouse in Hollenstedt, das bisher als Musterhaus diente, sollen vermietet werden.
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Viebrock ist bereits im Altländer Viertel aktiv
Das Unternehmen ist im Altländer Viertel bereits präsent. An anderer Stelle des Quartiers hat Viebrockhaus schon mehrere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 84 Wohnungen errichtet. Die Gebäude sind inzwischen vollständig bezogen. Nach Angaben von Benden entstand dort bewusst ein sozial gemischtes Wohnangebot. Mehr dazu hier:
Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Umwelt befasst sich auf seiner Sitzung am Donnerstag, 28. Mai, mit dem Thema. Getagt wird ab 17 Uhr im Ratssaal des historischen Rathauses.
Was macht die Power Townhouses so besonders?
Serielles Bauen für mehr Tempo
Die Power Townhouses wurden speziell für den sozialen Wohnungsbau entwickelt. Durch serielle Bauweise und standardisierte Abläufe können die Gebäude vergleichsweise schnell errichtet werden – ohne Abstriche bei Qualität oder Energieeffizienz.
Energie aus dem eigenen Dach
Charakteristisch ist das sogenannte „Power Roof“ von Viebrockhaus: Eine komplette Dachseite ist mit integrierten Photovoltaikmodulen ausgestattet. Die Häuser erzeugen dadurch einen großen Teil ihres Stroms selbst. Die andere Dachseite wird begrünt und verbessert das Mikroklima rund um die Gebäude.
Flexible Wohnungen
Die Wohnungen sind barrierefrei geplant und zwischen 50 und 95 Quadratmeter groß. Teilweise verfügen sie über kleine Gärten. Dank der flexiblen Gestaltung der jeweiligen Grundrisse passen die Wohnungen zu jeder Lebenssituation. Sie eigenen sich je nach Größe sowohl für Singles und Senioren als auch für Familien. Die unterschiedlichen Grundrisse ermöglichen so eine soziale Mischung innerhalb der Gebäude
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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