Werbung fürs Handwerk beim Dachdeckerpraktikum in Horneburg

Die Schüler Leon Schameitat (v.li.), Sarah Obendörfer und Finn Fitschen bearbeiteten unter der Anleitung von Ulrich Derousseaux Faserzementplatten
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  • Die Schüler Leon Schameitat (v.li.), Sarah Obendörfer und Finn Fitschen bearbeiteten unter der Anleitung von Ulrich Derousseaux Faserzementplatten
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lt. Horneburg. Mit dem Ziel, Schüler für das Dachdeckerhandwerk zu begeistern, fand bei der Firma Heinssen in Horneburg in der vergangenen Woche bereits zum 26sten Mal ein Praktikum in Zusammenarbeit mit der Oberschule Horneburg, der Dachdeckerinnung Stade und der Industrie für Bedachungsbaustoffe statt. 25 Mädchen und Jungen bekamen an insgesamt acht Stationen einen Einblick in den abwechslungsreichen Beruf.
Und die Werbung für eine Ausbildung im Handwerk ist in Hinblick auf den Fachkräftemangel heute nötiger denn je (siehe unten). Das bestätigen auch Obermeister Jonny Carstens und Lehrlingswart Klaus Käsehage. Von den zwölf bis 14 Lehrlingen, die im Durchschnitt pro Jahr im Landkreis Stade ihre Dachdecker-Ausbildung beginnen, bleiben am Ende nur fünf bis sieben Absolventen übrig, so Käsehage. Oft seien die schulischen Leistungen zu schlecht.
Aus Frust über die obligatorische Theorie würden viele ihre Ausbildung abbrechen. Das sei aber in Jonny Carstens Augen meist nicht der beste Weg. Leider wüssten viele nicht, dass sie auch stufenweise zum Gesellen-Abschluss kommen können. Bei der zweijährigen Fachhelfer-Ausbildung sei der theoretische Teil z.B. deutlich einfacher als bei der regulären Ausbildung. Dieses niedrigschwelligere Angebot sei aber noch viel zu wenig bekannt, so Carstens.
Ein weiteres Problem sei außerdem, dass es fast unmöglich sei, gut ausgebildete Gesellen zu finden. Auch deshalb sei es umso wichtiger, Lehrlinge auszubilden, die dann im Idealfall dem Betrieb nach ihrer Ausbildung auch erhalten bleiben - und ihn womöglich auch irgendwann übernehmen können.
Carstens kenne viele Fälle, in denen die Eigentümer von Handwerksbetrieben händeringend einen Nachfolger suchen. Doch wer einen Betrieb übernehmen will, braucht im Dachdecker-Gewerbe nach wie vor einen Meisterbrief. Und der ist teuer. Ausbildung und Prüfung kosten ca. 9.000 Euro. Hinzu kommt der Verdienstausfall, da man während der Vorbereitungszeit zur Prüfung nicht arbeiten kann.
Carstens spricht sich trotzdem für die Aufrechterhaltung des "Meisterzwanges" aus. Expertise und handwerkliche Qualität seien absolut wichtig. Bei einer Lockerung des Meisterzwanges würde beides leiden, ist Carstens sicher. Im Jahr 2004 wurde der Meisterzwang für 53 von 94 Gewerken in Deutschland aufgehoben.

• Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist die Zahl der Lehrlinge in den bauenden und ausbauenden Gewerben (Maurer, Zimmerleute, Gerüstbauer, Maler usw.) deutschlandweit von rund 123.000 im Jahr 1999 auf etwa 54.000 im Jahr 2016 gesunken. Im Ausbildungsjahr 2016/2017 sind gut 14.000 Lehrstellen im Handwerk frei geblieben. Wer derzeit Handwerker beauftragt, muss durchschnittlich mit Wartezeiten von neun oder zehn Wochen rechnen, größere Auftraggeber warten häufig Monate. Zahl der Lehrlinge drastisch gesunken

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