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Parolen verpuffen in der Pampa von Oldendorf

Parolen und Skizzen am Buswartehaus in Sunde

Graffiti auf dem platten Land: Bushäuschen im Ortsteil Sunde besprüht


tp. Oldendorf-Sunde.
"Ist das Kunst oder kann das weg?": Diese berühmte Frage stellt sich jetzt auch der ordnungsliebende Bürgermeister von Oldendorf, Johann Schlichtmann, nachdem Unbekannte ein Buswartehäuschen im abgeschiedenen Ortsteil Sunde wiederholt mit Texten und Bildern im Graffiti-Stil besprüht haben. Da die Urheber offenbar etwas Wichtiges mitteilen wollten, zögere er damit, die "Sprüh-Kunst" auf dem platten Land erneut von Mitarbeitern des Bauhofes entfernen zu lassen.

Angesichts des abgelegenen Standorts des hölzernen Wartehäuschens in der schwach bebauten und ruhigen Gemarkung Sunde mit den idyllischen Sunder Seen mit Wanderwegen wundern sich Passanten über den Zweck der Aktion: An wen richten sich Parolen wie "Revolution! Populismus ist sowas von 1933" sowie Abbildungen von Fantasie-Tieren, wenn dort doch kaum Publikumsverkehr herrscht?

Johann Schlichtmann, der als Ex-Polizist über detektivischen Spürsinn verfügt, hat eine vage Vermutung, wer hinter der Aktion steckt: An Wochenenden abends nutzen Jugendliche den Wandererparkplatz als Treffpunkt und verbringen die Wartezeit vor dem Discotheken-Besuch im "Musikladen Heinbockel" ab und zu mit einer kleinen Party im Bushäuschen. "Kann sein, dass sie währenddessen die Wände besprühen", mutmaßt Schlichtmann.

Die Gemeinde sehe vorerst von einer Anzeige wegen Sachbeschädigung ab, so Schlichtmann, nimmt aber Hinweise unter Tel. 04144 - 2099-0 entgegen.

Kommentar

Das Beispiel des mit Slogans und besprühten Symbolen übersäten Bus-Wartehäuschens in Sunde zeigt: Auch Jugendliche auf dem flachen Land wollen sich auf ihre Weise kreativ zum Zeitgeschehen äußern. Mitunter nimmt die öffentliche Bausubstanz unter Graffiti Schaden.
In der Kreisstadt Stade hat man bereits vor Jahren der Sachbeschädigung gegengesteuert und die "Legal Wall" freigegeben. An einer Wand in Bahnhofsnähe ist das Sprühen ausdrücklich erlaubt. Das Angebot wird gut angenommen. Ähnliche Pläne ließ man vor langer Zeit allerdings sowohl in Oldendorf als auch in Harsefeld fallen. Nun scheint es endgültig Zeit für die erste "Legal Wall" auf der Stader Geest.
Thorsten Penz