Heinz Buschkowsky redete Klartext beim Kreislandfrauentag

Referent Heinz Buschkowsky mit (v. li.): der stv. Vorsitzenden Martina Wiegers, der Kreislandfrauenvorsitzenden Sybille Kahnenbley  und der stv. Vorsitzenden Britta Meyn
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bim. Wenzendorf. „Die Landfrau ist am Puls der Zeit, trägt gern Jeans und Business-Kleid“, lautete nur einer der Verse des Gedichtes, mit dem Kreislandfrauen-Vorsitzende Sybille Kahnenbley den Kreislandfrauentag eröffnete. In der Fest-Scheune auf dem Hof Oelkers in Wenzendorf-Klauenburg begrüßte sie neben fast 400 Landfrauen aus 15 Vereinen auch einige männliche Ehrengäste, darunter den Referenten des Festvortrages, Heinz Buschkowsky (68, SPD), ehemaliger Bürgermeister von Berlin-Neukölln.
Jeweils drei Jahre widmen sich die Landfrauen einem aktuellen Thema, zu dem es Vorträge und Seminare gibt. Nach „Nein zur Lebensmittelverschwendung“ und „Energie mit Köpfchen“ lautet das aktuelle Thema „Integration mit Herz und Hand“. Gemäß des aktuellen Landfrauenthemas sprach Heinz Buschkowsky über „Neukölln ist überall - oder wie kann Integration gelingen?“
Der frühere Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln redete Klartext und mahnte Versäumnisse der Vergangenheit und der aktuellen Flüchtlingsdebatte an. „Die Integrationspolitik war ein Grund dafür, dass ich mich von der Politik abgewendet habe“, so Buschkowsky. Bis vor wenigen Jahren habe die politische Doktrin geheißen: „Deutschland ist kein Einwanderungsland“. Als in den 1960er Jahren Menschen aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland kamen, habe man sie als Gastarbeiter und nicht als Einwanderer gesehen und es versäumt, ihnen - wie von manchen Politikern gefordert - den Weg zu ebnen. „Stattdessen haben wir uns zugeprostet und gesagt: ‚Die gehen doch sowieso alle wieder nach Hause und eröffnen einen Taxibetrieb‘.“
Doch es kam anders. Viele blieben und gründeten Familien. Es gebe zwar Beispiele gelungener Integration, „aber ein Großteil hat die Eingangstür nicht gefunden. Und von denen gibt es einen Anteil, die sie gar nicht finden wollten“, so Buschkowsky.
„Wir sind politisch in der Vorschule, weil wir uns nicht einig sind, was wir unter Integration verstehen“, so Buschkowsky. Deutschland müsse sich zwar öffnen für diejenigen Einwanderer, die hier bleiben, das Land mit uns gemeinsam gestalten wollen und hier für sich und ihre Kinder eine Zukunft sehen.
„Wer jedoch unsere Lebensregeln und Gesetze nicht respektiert, muss unser Land verlassen.“
Scharf kritisierte er die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, gemäß des Mottos: „Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ So seien im Jahr 2015 rund 1,5 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, von denen man nicht wisse, woher sie kommen, wohin sie wollen und was ihre Beweggründe seien. „Einen solchen Grenzverzicht hat es in der Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben“, so der 68-Jährige.
Was unbegleitete junge Männer angehe, seien die, wo sie geballt auftreten, schon für sich ein Problem, „egal ob sie Klaus-Dieter oder Mohammad heißen - nur Blödsinn im Kopf und den Verstand zwischen den Beinen.“
Und mit Blick in die Zukunft: „Man rechnet damit, dass bis 2050 1,2 Milliarden Menschen auf der Wanderung sein werden. Die Europäische Union wird sich darauf vorbereiten müssen, wie sie mit dem Druck flüchtender Menschen umgehen will. Der Kampf um die Ressourcen ist nicht beendet. Und er wird an Dramatik zunehmen“, prophezeite Buschkowsky. „Die Zukunft des Landes liegt dort, wo es soziale Netzwerke gibt, und wo die Menschen ihren Nachbarn noch kennen, egal wie er aussieht. Integration ist ein Prozess. Packen wir es an“, schloss Buschkowsky und erhielt viel Beifall.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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