Die Waldbrandgefahr ist noch lange nicht gebannt

Bei der Spendenübergabe (v. li.): Andreas Johannes (Volksbank) sowie Dr. Michael Herrmann, Sebastian Schröder und Henrik Düffert von "ForestFireWatch"   Foto: ForestFireWatch
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Noch immer ist die dritthöchste Warnstufe ausgerufen / Verein "ForestFireWatch" fordert Aktionsplan / Neue Spezialhelme für Mitglieder

(thl). Auch dieser Sommer war viel zu trocken. Dadurch gab es in der Region nahezu täglich eine extrem hohe Waldbrandgefahr. Selbst heute ist noch die dritte Warnstufe (von insgesamt fünf) ausgerufen.
"Es ist einfach nur Glück, dass wir hier keine Zustände wie z.B. in Kalifornien haben", sagt Dr. Michael Herrmann, Vorsitzender des Vereins "ForestFireWatch" aus dem Landkreis Lüneburg. Hinter dem 2017 gegründeten Verein stehen Feuerwehrleute und Forstangehörige, deren Ziel die Förderung der Waldbrandprävention ist. Zu diesem Zweck bilden sich die Mitglieder regelmäßig im In- und Ausland fort, um ihr Wissen zu vertiefen und dieses in eigenen Ausbildungsangeboten an hiesige Feuerwehren und Forstmitarbeiter weiterzugeben.
"Ähnlich den Aktionsplänen beim Hochwasserschutz, die nach 2002 ins Leben gerufen wurden, bedarf es in Deutschland eines 'Aktionsplanes Vegetationsbrände', bei dem Kommunen, Länder und Bund eng zusammenarbeiten", so Dr. Herrmann. Denn es stehe außer Frage, dass die Brandgefahr durch den Klimawandel in Deutschland in den nächsten Jahren stark ansteigen werde.
Angesichts dieser Aussichten müssten die Bemühungen der Kommunen und Länder, aber auch des Bundes für eine bessere Ausstattung der Feuerwehren, speziell zur Vegetationsbrandbekämpfung, forciert werden, fordert der Vereinsvorsitzende. "Viele Feuerwehrleute müssen immer noch mit einer Einsatzbekleidung zu Wald- und Flächenbränden ausrücken, die eigentlich für den Innenangriff in brennenden Gebäuden konzipiert wurde, also wärmeisolierende Wirkung hat", erklärt der Waldbrand-Fachmann. Für die Bekämpfung von Vegetationsbränden bei hohen Außentemperaturen sei diese Bekleidung völlig ungeeignet.
Auch die Fahrzeugausstattung der Feuerwehren müsse verbessert werden. Viele Brandstellen könnten mit den großen, gängigen Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren gar nicht erreicht werden - notwendige Ausrüstung müsste erst mühsam auf eilig herbeigeschaffte Pick-ups und Quads von landwirtschaftlichen Betrieben und Privatleuten umgeladen und in die Nähe der Brandherde geschafft werden. Dr. Michael Herrmann: "Dabei geht in der entscheidenden Phase der Erstbekämpfung solcher Brände wertvolle Zeit verloren, in der sich das Feuer ungehindert ausbreiten kann."
Übrigens: Mit einer Spende von 1.250 Euro unterstützt die Volksbank Lüneburger Heide die Arbeit des Vereins "ForestFireWatch". Dank der Spende war es möglich, neun spezielle Waldbrandhelme inklusive Schutzbrillen und Nackenschutz anzuschaffen, die die persönliche Schutzausstattung des Einsatzteams des Vereins vervollständigen.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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