Blitzer-Abzocke in der Hamburger Straße?
Ärger um Tempo 30 in Winsen
- Wegen Straßenschäden: Auf der Hamburger Straße in Winsen hat das Land eine Tempo-30-Zone eingerichtet
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In der Hamburger Straße in Winsen sorgt eine neue Tempo-30-Zone für Ärger bei den Autofahrern. Anstatt die als Grund angeführten Straßenschäden zu reparieren, wurde die Höchstgeschwindigkeit in der Hamburger Straße herabgesetzt. Ironischerweise hatte die Stadt dies vom Land, dessen Straße das ist, vor einiger Zeit noch gefordert – aus Lärmschutzgründen. Die ließ die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg nicht gelten – verweist nun aber auf durch Straßenschäden beeinträchtigte Verkehrssicherheit. Seit einigen Wochen finden dort nun durch den Landkreis verstärkt Geschwindigkeitskontrollen statt – die von vielen Bürgern als Abzocke empfunden werden.
Zum einen, weil der Zustand der Fahrbahn zwar verbesserungswürdig ist, es aber in Winsen deutlich schlimmere Strecken gibt, auf denen Tempo 50 kein Problem zu sein scheint. Zum anderen, weil die Beschilderung teilweise schwer zu sehen ist, wie dem WOCHENBLATT gleich mehrere Leser berichteten. Zwar liegt es in der Eigenverantwortung der Autofahrer, aufmerksam zu bleiben und sich nicht blind auf Gewohnheiten oder veraltete Navigationsgeräte zu verlassen. Doch gerade die jahrelange Routine mit Tempo 50 an dieser stark befahrenen Straße wird derzeit vielen zum Verhängnis.
Besonders brenzlig ist die Situation für Abbieger. Wer aus dem St.-Barbara-Weg (ehemaliges BGS-Gelände) nach rechts in die Hamburger Straße will, hat aus dem Auto heraus gute Chancen, das zur Hamburger Straße gedrehte und von einem Werbebanner teils verdeckte Tempo-30-Schild einfach zu übersehen.
Auf Nachfrage des WOCHENBLATTs teilt die Kreisverwaltung nun mit, dass die Eindeutigkeit und Sichtbarkeit der Beschilderung vor Ort vor dem Aufstellen eines Blitzers geprüft werde. Die Überwachung sei ohnehin nur temporär und die Beschilderung für einen „aufmerksamen Autofahrer durchaus erkennbar“, so die Behörde.
Erst im November 2025 hatte der Landkreis im Zuge von Sparmaßnahmen offen angekündigt, zwei neue Messanhänger anzuschaffen. Das damalige Ziel der Verwaltung war eindeutig formuliert, sie kalkulierte mit rund einer Million Euro zusätzlichen Einnahmen pro Jahr.
Den Vorwurf der reinen Abzocke zur Generierung von Mehreinnahmen weist der Landkreis jedoch vehement zurück. Da überhöhtes Tempo eine der Hauptunfallursachen sei, stünden stets Verkehrssicherheit und Unfallprävention im Vordergrund.
Die Auswahl der Kontrollpunkte basiere nicht auf Einnahmezielen, sondern auf Hinweisen von Polizei und Straßenbaulastträgern sowie zunehmend auf Bitten von Anwohnern und Gemeinden. Gemessen werde kreisweit, bei einer hohen Anzahl von Verstößen an Schwerpunkten auch massiert über kürzere Zeiträume.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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