Obwohl die Infektionszahlen wieder steigen
Corona-Diagnosezentren im Landkreis Harburg schließen

Die Corona-Diagnosezentren an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen sind seit Freitag geschlossen
  • Die Corona-Diagnosezentren an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen sind seit Freitag geschlossen
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

(mum). Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland - auch im Norden - steigen deutlich an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bezeichnet die Situation sogar als "sehr beunruhigend". Dennoch werden die Corona-Diagnosezentren an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen am Freitag, 31. Juli, wie in anderen niedersächsischen Landkreisen bereits geschehen, ihren Betrieb einstellen. Das teilt Landkreissprecherin Katja Bendig mit. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) habe entschieden, die beiden Diagnosezentren zu schließen. "Die KVN setzt künftig auf die Durchführung von Corona-Tests durch die Hausärzte oder mit Überweisung der Hausärzte in nun festgelegten Infektionspraxen im Landkreis Harburg. Die Kosten für die Tests tragen die Krankenkassen."
In den vergangenen Monaten waren Patienten mit Corona-Symptomen im Regelfall an das Diagnosetelefon des Landkreises verwiesen worden. Die Mitarbeiter gingen mit den Anrufern einen Diagnose-Fragebogen durch, auf dessen Grundlage über die Notwendigkeit eines Tests entschieden wurde. Falls ja, wurde ein Termin für das Diagnosezentrum vergeben.
Ab dem 1. August besteht diese Möglichkeit nicht mehr, das Diagnosetelefon des Landkreises Harburg wird eingestellt. Künftig werden Corona-Tests entweder von den behandelnden Hausärzten selbst durchgeführt oder die Patienten werden nach telefonischer Anmeldung für einen Test in die Praxis bestimmter Hausärzte verwiesen, die sich bereit erklärt haben, als Infektionspraxen zu fungieren. Diese Ärzte testen falls nötig nicht nur die eigenen Patienten, sondern führen Tests mit Überweisung und telefonischer Anmeldung durch die behandelnden Hausärzte auch für deren Patienten durch. Diese Infektionspraxen übernehmen damit die Aufgaben der bisherigen Testzentren.
"Dem Kreisgesundheitsamt werden weiterhin alle positiven Corona-Befunde gemeldet", so Bendig. "Die Erkrankten werden so schnell wie möglich angerufen." Das Gesundheitsamt versucht, Infektionsketten zurückzuverfolgen und Kontaktpersonen zu ermitteln. An COVID-19 erkrankte Personen sowie deren direkte Kontaktpersonen müssen in häusliche Quarantäne, um so die Weiterverbreitung des Virus zu verhindern.
Bürger, die von ihrer Corona-App gewarnt werden, dass ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, sollten sich umgehend bei ihrem Hausarzt oder beim Kreisgesundheitsamt melden. Sie haben Anspruch auf ärztliche Beratung und einen Corona-Test. "Falls der Test positiv ausfällt, wird der oder die Betroffene darüber informiert und kann die Ansteckung über die Corona-App anonymisiert für andere App-Nutzer sichtbar machen", sagt Bendig. Das Testlabor informiert außerdem das zuständige Gesundheitsamt, es folgt eine 14-tägige Quarantäne, auch bei leichten Krankheitsverläufen oder wenn keine Symptome auftreten.
Personen, die nicht COVID-19 krankheitsverdächtig, keine Kontaktpersonen sind und nicht in der Verordnung zum Anspruch auf Testungen aufgeführt sind, haben keinen Anspruch darauf, dass die jeweilige Krankenkasse für einen Corona-Test aufkommt - etwa wenn der Arbeitgeber, ein Einreiseland oder Urlaubshotel einen negativen Corona-Test verlangen. Die Kosten für diese Testungen müssen selbst getragen werden.

Corona-Infektionen steigen wieder
Im Juni gab es über Wochen kaum eine Veränderung bei den Corona-Zahlen. Das hat sich inzwischen geändert. Laut Landkreissprecherin Katja Bendig sind in den vergangenen sieben Tagen 13 neue Fälle hinzugekommen. Allein von Mittwoch auf Donnerstag waren es vier Neu-Infektionen. Akut erkrankt seien laut Bendig 18 Personen (Stand Donnerstag, 30. Juli). In Quarantäne befinden sich 107 Personen. Insgesamt sind im Landkreis 579 Corona-Fälle bekannt; die Zahl der Genesenen liegt bei 548 Menschen. Im Landkreis Harburg sind 13 schwer vorerkrankte Personen an einer Corona-Infektion gestorben.
• Informationen zum Coronavirus veröffentlicht der Landkreis unter www.landkreis-harburg.de/corona.

"Der Zeitpunkt ist falsch"
Für die Entscheidung, die Testzentren zu schließen, erntet der Landkreis in den sozialen Medien viel Kritik. Unter anderem ist dort zu lesen:

  • "Habe ich etwas verpasst? Ist Corona vorbei? Eine fragwürdige Entscheidung, wie ich finde."
  • "Darüber bin ich auch sehr überrascht. Man könnte es doch einschränken, aber abbauen und schließen? Verstehe ich nicht."
  • "Wenn das mal nicht etwa voreilig ist? Wenn ich mir so angucke, was an manchen Urlaubsorten abgeht, würde ich mit der Schließung lieber noch bis zwei Wochen nach Ferienende warten."
  • "Angesichts bundesweit steigender Neuinfektionen, Urlaubsreisen, zunehmend unvernünftiger Partyexzesse sowie Schulen im Regelbetrieb ohne Abstands- und Maskenpflicht nach Ferienende verstehe ich diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt nicht."
  • "Die zweite Welle ist grad im Anrollen!"
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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