E-Scooter Rüpel in Winsen
Man dachte es geht nicht schlimmer, dieser Sommer zeigt es geht. Polizei und Ordnungsamt äußern sich.
- Bürgernaher Polizist schaut nur hinterher.
- Foto: Rüdiger Störtebecker
- hochgeladen von Rüdiger Störtebecker
Wie es aussieht profitieren von der Innenstadtsanierung besonders die Fahrer der E-Scooter. Unsere neue Fußgängerzone mit den spiegelglatten Oberflächen wird von vielen E-Scooter Fahrern verbotener Weise als Slalom-und Rennstrecke zweckentfremdet.
Unabhängig aus welcher Gruppe sie stammen. Jung, alt, männlich, weiblich alles vertreten.
Unverständlich sogar die Ü-60zig Generation, die scheinbar auf einem E-Scooter in jugendliche Unvernunft und Rücksichtslosigkeit zurückfallen.
Wieder einmal wurde ich aus meiner Leserschaft gebeten das Thema aufzunehmen.
Gerade ältere Menschen fühlen sich in diesem Sommer durch die rasenden E-Scooter bedrängt, belästigt und gefährdet. Aber auch Kinder die häufig kreuz und quer laufen, können potentielle Opfer dieser Verkehrsrüpel werden. Wer kann bei recht hoher Geschwindigkeit einem Kleinkind ausweichen?
Völlig unvermittelt und unerwartet werden Menschen in der Fußgängerzone und überall auf den Fußwegen mit Höchstgeschwindigkeit von den lautlosen E-Scootern überholt. Meist noch hautnah. Dies scheint bei den Fahrern einen besonderen Kick auszulösen.
Leider ist auch an Markttagen slalomfahren angesagt, sogar noch unterstützt von einigen uneinsichtigen Radfahrern, für die Verbotsschilder Schall und Rauch sind..
Mehrfach habe ich das Geschehen beobachtet. Innerhalb von 30 Minuten habe ich 20zig E-Scooter gezählt. Fast die Hälfte davon war mit zwei Personen besetzt.
Sogar der Bürgernahe Polizist scheint schon resigniert zu haben. Die Polizei ist für den fahrenden Verkehr zuständig.
Bei der zuvor genannten Zählung konnte ich beobachten, dass er einen Scooterfahrer stoppte und ein kurzes Gespräch führte. Der angehaltene Jugendliche stieg dann frech auf seinen Roller und rauschte davon.
Ein Erfolg scheint das Gespräch wohl nicht gehabt zu haben. Respekt vor einem Polizisten sieht anders aus.
Ein Bußgeld das schmerzt, würde sicher mehr Erfolg haben.
Die Bürger erwarten einfach ein härteres Vorgehen.
5 Minuten falsch parken kostet den Autofahrer gleich 20 Euro Strafe. Man sollte alle Verkehrsteilnehmer gleich behandeln.
Ich habe mich deswegen an die Pressestelle der Polizei und Herrn Riech, Chef des Ordnungsamtes in Winsen gewandt und um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten.
Herr Riech hat sich wieder einmal in kürzester Zeit zu diesem Thema geäußert. Dafür meinen herzlichsten Dank. Seine Antwort:
"Das Thema ist bei uns sowie den Nachbarkommunen angekommen. Im nächsten Jahr soll es eine breit angelegte Kampagne geben. Die Städte und Gemeinden sind bei den Verstößen nicht zuständig, da sie im fließenden Verkehr stattfinden.
Wir sind "lediglich" zur Ahndung der Verstöße im ruhenden Verkehr befugt."
Herr Krüger von der Pressestelle der Polizei antwortete mir auch auf meine Fragen ebenfalls wie folgt. Auch dafür herzlichen Dank. Seine Antwort:
"Das Thema E-Scooter ist der Polizei präsent. Wir stellen fest, dass gerade im Bezug auf die rechtskonforme Nutzung dieser Fahrzeuge ein gewisser Nachholbedarf bei Teilen der Nutzenden besteht.
Es wird in der kommenden Woche einen Auftakt zu diesem Thema in Form einer umfassenden Pressemitteilung geben.
Wo darf gefahren werden, Versicherungspflicht, Mindestalter, Begrenzung auf eine Person. Kontrollen finden schon punktuell statt. Ggf. werden die Maßnahmen intensiviert wenn eine positive Veränderung nicht wahrnehmbar wird."
Alle Bestimmungen sollten den Nutzern von E-Scootern bekannt sein, sobald sie ein solches Fahrzeug führen. Aber wie beim Autoverkehr würden Kontrollen und leider auch Bußgelder mehr Erfolg bringen und die Sicherheit verbessern.
Leserreporter:Rüdiger Störtebecker aus Winsen |
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