Michel Abdollahi spricht vor 400 Gästen in Winsen
Michel Abdollahi ruft zum Einsatz für Demokratie auf
- Martin Cherian (li.) lud Michel Abdollahi nach Winsen ein. Das sorgte für eine volle Stadthalle
- Foto: Martin Cherian
- hochgeladen von Anika Werner
Mehr als 400 Menschen kamen in die Stadthalle Winsen, um den Autor und Journalisten Michel Abdollahi zu hören. Auf Einladung der Deutsch-Indischen Gesellschaft (DIG) stellte er sein Buch „Es ist unser Land“ vor und rief dazu auf, sich gegen Rassismus und rechtsextreme Politik einzumischen. Nach Angaben des DIG-Vorsitzenden Martin Cherian war es das größte Publikum, das der Verein bisher bei einem Vortrag begrüßen konnte.
Michel Abdollahi beschäftigt sich in seinem Buch mit der Frage, warum rechtes Gedankengut, Hass und Hetze in Deutschland Zulauf finden. In Winsen warnte er davor, Demokratie und Freiheit als selbstverständlich anzusehen. Die Folgen autoritärer Politik träfen keineswegs nur Menschen, die als fremd wahrgenommen würden, sondern auch Andersdenkende und Menschen mit anderen Lebensentwürfen.
Der Vorstellung, Rechtsextreme ließen sich durch Regierungsverantwortung entzaubern, widersprach er entschieden. Wer ihnen politische Macht überlasse, stärke ihre Möglichkeiten, demokratische Freiheiten einzuschränken.
Auf eine Frage nach einem AfD-Verbot sprach sich Michel Abdollahi dafür aus, alle Parteien auf ihre Verfassungskonformität zu prüfen, beginnend mit der AfD. Ein Verbot allein beseitige allerdings weder rechtsextremes Denken noch die gesellschaftlichen Probleme, die dazu beitrügen.
Sein Aufruf richtete sich auch an Menschen, die sich aus Resignation zurückziehen. Michel Abdollahi ermutigte das Publikum, im Alltag für Demokratie einzutreten und dafür soziale Netzwerke zu nutzen. Als praktische Anregung empfahl er, mithilfe künstlicher Intelligenz Ideen zu entwickeln, die zu den eigenen Interessen und Hobbys passen.
Zum Abschluss trug er ein Gedicht des persischen Dichters Saadi über Mitmenschlichkeit vor. Martin Cherian zog ein positives Fazit: Die Veranstaltung habe Mut gemacht. Er dankte auch dem anwesenden Bürgermeister André Wiese für seine Unterstützung.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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