Bürgerdialog über Zukunft der Energieversorgung
Grüne Energie- und Wärmewende im Fokus
- Malte Tödter, Margot Schäfer, Julia Verlinden und Frerk Meyer bei der Diskussion in Winsen über die Zukunft der Energiewende
- Foto: Bündnis 90/Die Grünen Winsen
- hochgeladen von Anika Werner
Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Wende in der Wärmeversorgung sind nicht nur ein Gebot des Klimaschutzes, sondern auch eine Frage der nationalen Sicherheit. Bei einer Veranstaltung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in Winsen zog Dr. Julia Verlinden, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bilanz: Die Maßnahmen der Ampelkoalition zeigen Wirkung, der Anteil erneuerbarer Energien am bundesweiten Strommix sei bereits auf rund 60 Prozent gestiegen. Niedersachsen liegt mit 75 Prozent an der Spitze der Bundesländer.
Malte Tödter, Mitglied im Umweltausschuss und im Aufsichtsrat der Stadtwerke Winsen, berichtete, dass 2023 bereits 62 Prozent des Strombedarfs in Winsen durch erneuerbare Energien gedeckt wurden. Zudem profitiere die Stadt finanziell von den Gewinnen aus Windkraftanlagen sowie einer Abgabe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Nun müsse verstärkt auf die Bereiche Mobilität und Wärmeversorgung geschaut werden.
Dr. Verlinden betonte, dass klimafreundliches Heizen bezahlbar und sozial gerecht bleiben müsse. Das Gebäudeenergiegesetz setze klare Rahmenbedingungen für den Umstieg auf moderne Heizsysteme, während das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung gemeinschaftliche Lösungen wie Nah- und Fernwärmenetze erleichtere. In Winsen laufen bereits Analysen zur Nutzung von Abwärme, etwa aus dem Krankenhaus, für angrenzende Wohngebiete. Für viele Immobilienbesitzer sind jedoch individuelle Lösungen erforderlich.
Margot Schäfer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, wies auf den hohen Informationsbedarf hin. Beratung sei entscheidend, doch fehle es an personellen Ressourcen. Ein Antrag der Grünen zur Schaffung einer zusätzlichen Stelle im Klimamanagement wurde von der Ratsmehrheit abgelehnt.
Viele Bürgerinnen und Bürger äußerten Unsicherheiten hinsichtlich der komplexen Förderprogramme und wünschten sich mehr Unterstützung. Diskutiert wurde die Idee sogenannter Erfahrungs-Guides – Hauseigentümer, die ihre eigenen Erfahrungen mit der Wärmewende weitergeben.
Dr. Verlinden zeigte sich optimistisch, dass die Förderprogramme auch nach der Bundestagswahl Bestand haben werden: „Da geht noch was!“
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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