Kinderkrippe statt Gemeinschaftshaus?

Nach Willen der Stadt soll das Dorfgemeinschaftshaus Stöckte zu einer Kinderkrippe umgebaut werden
  • Nach Willen der Stadt soll das Dorfgemeinschaftshaus Stöckte zu einer Kinderkrippe umgebaut werden
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

thl. Stöckte. Aufruhr im beschaulichen Stöckte: Die Stadt Winsen möchte das dortige Dorfgemeinschaftshaus (DGH) zu einer Kinderkrippe umbauen. Von dieser Idee halten allerdings viele Bürger rein gar nichts und gehen auf die Barrikaden.
Am Montagabend befasst sich der Fachausschuss des Stadtrates in der Aula der Schule am Ilmer Barg (Beginn: 17.30 Uhr) mit dem Thema. Doch schon im Vorwege ist zu hören, dass einige Politiker den Gedanken der Verwaltung nicht mittragen wollen.
Stöckte kommt irgendwie nicht zur Ruhe. Erst sorgte das Projekt "Marina" für den Stöckter Hafen für Aufregung, weil z.B. ein Hotel dort geplant war, wo jetzt ein Bürger sein Wohnhaus hat und er von seinem "Glück" bis zur Vorstellung der Planung gar nichts wusste. Dann sollte der Stöckter Deich saniert und um einige Meter niedriger werden. Anschließend sollte die Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) mitten durch den Ort verlegt werden. Und zwischendurch wollte sich sogar die Rockergang Hell's Angels im Dorfgemeinschaftshaus ansiedeln und dort ein Clubhaus eröffnen (das WOCHENBLATT berichtete in allen Fällen).
Jetzt die neue Idee mit der Krippe. Hintergrund: Der Gastwirt, der das DGH nach der Pleite des Vorpächters vor knapp zwei Jahren übernommen hat, hat seinen Vertrag zu Ende März gekündigt. Versuche der Stadt, einen neuen Gastronom zu finden, scheiterten bisher. Um das Haus nicht leer stehen zu lassen, will die Verwaltung nun rund 150.000 Euro in die Hand nehmen, um das DGH zu einer Krippe mit 15 Plätzen umzubauen. Begründung: "Der Bedarf nach Krippenplätzen in Winsen ist ungebrochen hoch und die zur Verfügung stehenden Plätzen reichen nicht aus, um allen Kindern einen solchen Platz anzubieten."
Dass in Stöckte eine Krippe gebaut werden soll, da haben die Bürger nichts gegen. Einzig der angedachte Standort ist ihnen ein Dorn im Auge. "Die Stadt muss bei der Planung die Belange der Vereine berücksichtigen. Denn sie sind der zentrale Mittelpunkt im Dorf", sagt Ortsvorsteher Andreas Neven.

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