Bundesgesundheitsminister in Winsen
Pflege ist nicht nur schlecht

Sprachen über Gesundheitssystem und Pflege (v. li.): Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Grosse-Brömer, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Krankenhaus-Chef Norbert Böttcher, 
SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler und Ärztlicher Direktor Dr. Heiner Austrup  Foto: thl
  • Sprachen über Gesundheitssystem und Pflege (v. li.): Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Grosse-Brömer, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Krankenhaus-Chef Norbert Böttcher,
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war zu Besuch in Winsen und sprach mit Pflegekräften

thl. Winsen. "Ich kann mit der pauschalen Aussage, dass in der Pflege zu wenig Geld verdient wird, nichts anfangen. Und wer immer sagt, in seinem Beruf ist alles schlecht, muss sich nicht wundern, wenn er keine neuen Kollegen bekommt." Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), als er am Donnerstagnachmittag auf Einladung von Niedersachsens Vize-Ministerpräsidenten Dr. Bernd Althusmann (CDU) im Winsener Krankenhaus zu Gast war, um dort mit Arbeitgebern und Pflegekräften über das Thema Pflege zu sprechen. Man müsse differenzieren, wo die Probleme seien. "Die Zahl der Pflegekräfte ist nämlich nicht gesunken, aber die Zahl der Patienten hat sich erhöht", so der Bundesminister.
"Die Pflege sitzt an so einem langen Hebel wie in den vergangenen 100 Jahren nicht. Denn überall wird Personal gesucht", so Spahn weiter. Diese Chancen müsse man ergreifen. Das funktioniere am besten, wenn man sich organisiere und ein Zeichen setze.
Jens Spahn ging auch auf die aktuelle Corona-Situation ein. "Wenn die Infektionszahlen von bundesweit rund 1.500 Personen pro Tag so bleiben, mache ich mir keine Sorgen. Damit können wir umgehen", sagte er. Im Falle weiterer Steigerungen müsse dann die Aufrechterhaltung des Regelbetriebes in Kindertagesstätten und Schulen höchste Priorität haben. "Alles andere würde die Mitarbeiter in den systemrelevanten Berufen belasten, was sich auch auf Handel und Wirtschaft und somit auf Arbeitsplätze auswirken würde", so Spahn.
Der Bundesgesundheitsminister bedankte sich bei den Pflegekräften für ihren unermüdlichen Einsatz in Corona-Zeiten. Er wies darauf hin, dass man aber schon vor der Pandemie die Pflege im Visier gehabt habe, um die Arbeitnehmer zu entlasten. "Was wir in den vergangenen zwei Jahren dafür unternommen haben, ist in 20 Jahren davor nicht passiert", so Jens Spahn abschließend.

Lokale Presse und Pflegekräfte als "Feindbild"?

Der Besuch des Gesundheitsministers hatte schon etwas Surreales. Der als Pressegespräch angekündigte Termin entpuppte sich als Talkrunde zwischen Minister und Pflegekräften. Fragen von der lokalen Presse? Dafür hatte der Minister keine Zeit. Aber immerhin stand er den Fernsehteams für wenige Sekunden zur Verfügung.
Vor der Tür des Krankenhaus hatten sich Pfleger zu einer Demo versammelt, um ihrem Ärger über die starke Arbeitsbelastung und die schlechte Bezahlung Luft zu machen. Dort bekam Spahn einen Lavendel-Topf mit der Aufschrift "Danke für Nichts" geschenkt. In dem kurzen Austausch mit den Pflegern wiederholte Spahn noch einmal seine Auffassung, dass in der Pflege vieles düsterer gemalt werde, als es in Wirklichkeit sei. Dann bräuchte man sich nicht zu wundern, wenn es keinen Pflegekräfte-Nachwuchs mehr gebe. In der Schule würde man sagen: Setzen, Sechs, Herr Spahn! Thomas Lipinski

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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