Zoff um Winsener Wiesen Nord-West
SPD lehnt Baupläne strikt ab

In der letzten Ratssitzung hat die SPD-Fraktion in Winsen gegen die Pläne für das geplante Baugebiet „Winsener Wiesen Nord-West“ gestimmt. Der Grund für die Ablehnung: Nach massiven Konzeptänderungen auf Druck der CDU fehle es dem künftigen Viertel an bezahlbarem Wohnraum. Die Sozialdemokraten werfen der Ratsmehrheit und der Stadtverwaltung vor, den tatsächlichen Wohnungsbedarf unserer Region schlichtweg zu ignorieren.

Eigentlich sollte in dem neuen Quartier am Rande von Winsen ein moderner Mix aus verschiedenen Wohnformen entstehen, der auch geförderte Wohnungen und Geschosswohnungsbau beinhaltet. Ziel war es, bezahlbares, seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen für junge Familien und Ältere unter einem Dach zu vereinen. Doch diese Pläne sind vom Tisch: Künftig sollen in dem Baugebiet vor allem Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser gebaut werden.

Für die lokale SPD ist das ein völlig falsches Signal. „Mit diesem Mehrheitsbeschluss verabschiedet sich die Ratsmehrheit von einem wesentlichen Ziel der ursprünglichen Planung: ausreichend bezahlbaren Wohnraum für die Menschen in Winsen zu schaffen“, kritisiert SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Schulze deutlich.

Was bedeutet das für Wohnungssuchende in Winsen?

Wer aktuell in unserer Stadt nach einer bezahlbaren Mietwohnung sucht, hat es ohnehin schwer. SPD-Bürgermeisterkandidatin Christine Glawe betont, dass gerade jüngere und ältere Mitmenschen dringend bezahlbaren Wohnraum suchen. „Genau da wurde jetzt gestrichen“, bringt sie ihren Ärger auf den Punkt. Sie macht klar, dass die SPD grundsätzlich nicht gegen ein neues Baugebiet sei, da Wohnen ein zentrales Thema in Winsen bleibe, man der gravierenden Umplanung aber nicht mehr zustimmen könne.

Kritik an Stadtverwaltung und Bürgermeister

Besonders hart ins Gericht geht die SPD mit der Winsener Verwaltung. Die eigenen Gutachten der Stadt – wie das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und die Wohnraumbedarfsprognose – zeigen eindeutig, dass Winsen mehr flächensparenden und bezahlbaren Wohnraum benötigt. Philip Meier wies darauf hin, dass die Haltung des Bürgermeisters, der laut eigener Aussage keinen Handlungsbedarf sehe, im deutlichen Widerspruch zu genau diesen städtischen Planungsgrundlagen stehe.

Zusätzlich sorgt der Umgang mit Bürgerbedenken für Unmut. Glawe hinterfragt öffentlich den Sinn von Bürgerbeteiligungen, wenn Gutachten von Anwohnern aus dem benachbarten Baugebiet „Winsener Wiesen-Süd“ sowie erhebliche Kritik am Ende scheinbar unbeachtet bleiben.

Wendelin Schmücker fasst die Enttäuschung über die geplatzte Vision eines klimaresilienten, sozialen Quartiers zusammen: „Wer die Wohnungsnot ernst nimmt, muss auch den Mut haben, dort Wohnungen zu bauen, wo sie gebraucht werden“. Dem tatsächlichen Bedarf in Winsen werde man mit den gestrigen Beschlüssen leider nicht gerecht.

Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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