Steuergelder für Amazon?

Ursula Caberta

Unternehmen führt Gespräche mit Landkreis und Stadt wegen Buslinie

thl. Winsen. Arbeitnehmer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Gewerbegebiete Ost und Luhdorf fahren wollen, haben schlechte Karten. Denn aktuell sieht das Bussystem diesen Bereich nicht vor. Zwar gab es vor einigen Jahren mal ein Pilotprojekt, in dem der Gewerbepark Ost angefahren wurde. Doch angeblich mangels Fahrgästen wurde die Linie schnell wieder eingestellt.
Jetzt könnte sich das Blatt aber wieder wenden. Bereits im Mai unterrichtete Landrat Rainer Rempe im Kreis-Fachausschuss, dass es Gespräche zwischen der Landesnahverkehrsgesellschaft, dem Landkreis, der Stadt Winsen und der Firma Amazon gebe. Thema: die bisher unbefriedigende Situation der Beförderung der Mitarbeiter von Amazon vom Standort des Betriebes zu den Bahnhöfen Winsen und/oder Ashausen und den jeweiligen Weiterfahrmöglichkeiten nach deren Wohnorten bzw. in umgekehrter Richtung zur Arbeitsaufnahme bei Amazon.
Und genau das stößt zumindest bei der SPD-Kreistagsfraktion sauer auf. "Landrat Rempe sprach davon, dass sechs bis acht Busse angeschafft werden sollen und dass es noch Gespräche über die Kostenverteilung der Busverkehre geben solle", erzählt Sozialdemokratin Ursula Caberta. Aus diesem Grund habe man eine schriftliche Anfrage mit verschiedenen Punkten bei Rempe eingereicht. "Menschen, die auf den ÖPNV im Landkreis Harburg und in der Stadt Winsen angewiesen sind, werden kein Verständnis dafür haben, wenn tatsächlich Steuergelder für Amazon bereitgestellt werden sollten", ist sich Caberta sicher. "Das wäre für mich auch ein Skandal." Das sei eine Vorzugsbehandlung anderen Gewerbetreibenden gegenüber. Sie erwartet in der nächsten Fachausschuss-Sitzung deutliche Antworten vom Landrat.

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