Geschichte zum Anfassen in Winsen
Schlossfest lockt mit Rittern, Handwerk und vielen Mitmachangeboten
- Wer schon immer mal gegen einen Ritter kämpfen wollte, hat Ende August in Winsen die Gelegenheit dazu
- Foto: Museum im Marstall
- hochgeladen von Anika Werner
So lebhaft dürfte es im Winsener Schloss schon lange nicht mehr zugegangen sein: Im Schlosshof und vor den Toren tummeln sich Handwerker und Ritter, es duftet nach frisch zubereiteten Speisen und die Klänge eines Dudelsacks ziehen über das Gelände. Das Museum im Marstall lädt für Sonntag, 30. August, zum zweiten Winsener Schlossfest ein. Von 11 bis 18 Uhr erwartet Kinder und Erwachsene ein abwechslungsreiches Programm mit historischen Vorführungen, Musik, Vorträgen, Führungen und zahlreichen Möglichkeiten zum Mitmachen.
Bereits vor den Toren des Schlosses beginnt das Spektakel. Die Kampfkunstakademie Hamburg führt vor, wie Ritter einst mit Schwert und Lanze kämpften. Dabei geht es nicht nur um eindrucksvolle Schaukämpfe, sondern auch um die Techniken und historischen Hintergründe der mittelalterlichen Kampfkunst. Im Schlosspark können die Besucher außerdem selbst ausprobieren, wie viel Geschick und Konzentration beim Bogenschießen erforderlich sind.
Historisches Handwerk bildet einen weiteren Schwerpunkt des Festes. Im Schlosspark und im Innenhof zeigen verschiedene Gewerke, wie früher gearbeitet wurde. Ein Steinmetz, eine Intarsientischlerin, ein Wippdrechsler, Seiler und ein Schablonenmaler lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Sie erläutern ihre Werkzeuge, Materialien und Techniken und geben Einblicke in Tätigkeiten, die über viele Jahrhunderte zum Alltag gehörten.
Bei mehreren Stationen ist nicht nur Zuschauen, sondern auch Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Große und kleine Gäste können selbst kreativ werden, Nägel schmieden oder Schmuckstücke aus Ton herstellen. Auf diese Weise vermittelt das Schlossfest historische Kenntnisse nicht allein durch Erklärungen, sondern macht alte Handwerkstechniken unmittelbar erfahrbar.
Auch die Schlosskapelle wird in das Programm einbezogen. Dort informieren verschiedene Vorträge über ihre Geschichte und architektonischen Besonderheiten. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem historischen Schwertkampf und der Entwicklung von Waffen. Zu den besonderen Programmpunkten gehört erneut eine nachgestellte Gerichtsverhandlung. Präsentiert wird sie von Albert Paulisch, dem ehemaligen Direktor des Amtsgerichtes. Die Inszenierung veranschaulicht, wie Recht gesprochen wurde und welche Rolle das Schloss dabei einst spielte.
Neue Einblicke versprechen zudem die angebotenen Führungen. Erstmals werden dabei ausgewählte Bereiche im Inneren des Schlosses zugänglich gemacht. Interessierte erhalten so die Gelegenheit, das Gebäude aus einer ungewohnten Perspektive kennenzulernen und mehr über seine frühere Nutzung, seine Bewohner und seine Bedeutung für die Region zu erfahren.
Für die musikalische Begleitung des Festes sorgt unter anderem ein Dudelsackspieler. Daneben laden die zahlreichen Stationen im und rund um das Schloss dazu ein, das Gelände in eigenem Tempo zu erkunden. Das Programm richtet sich bewusst an unterschiedliche Altersgruppen und verbindet Unterhaltung mit anschaulich vermitteltem Wissen.
Auch kulinarisch hat das Schlossfest einiges zu bieten. Neben verschiedenen Speisen stehen erneut die beliebten dänischen „Herzogin-Dorothea-Hotdogs“ auf der Karte. Sie erinnern an Herzogin Dorothea, die viele Jahre im Winsener Schloss lebte und vor 480 Jahren als Prinzessin des dänischen Königshauses geboren wurde. Regionales Bier sowie kalte und warme Getränke ergänzen das gastronomische Angebot.
Mit seiner Mischung aus Vorführungen, Mitmachaktionen, Vorträgen und Führungen macht das Fest das Winsener Schloss als eines der bedeutendsten historischen Gebäude der Region auf besondere Weise erlebbar. Geschichte soll an diesem Tag nicht nur erzählt, sondern mit allen Sinnen erfahren werden.
Das zweite Winsener Schlossfest findet am Sonntag, 30. August, von 11 bis 18 Uhr statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins haben freien Eintritt.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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