Ausbildungsmesse in Winsen
Ausbildung in der Pflege ist gut bezahlt

Anke Peters, Pflegedienstleitung im Alten- und Pflegeheim Marschacht, an ihrem Messestand in der Winsener Stadthalle | Foto: ts
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  • Anke Peters, Pflegedienstleitung im Alten- und Pflegeheim Marschacht, an ihrem Messestand in der Winsener Stadthalle
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ts. Winsen. Landläufig wird gedacht, Pflegeberufe seien schlecht bezahlt. An ihrem Messestand lässt Anke Peters deshalb auf einem Aushang in leuchtendem Orange Zahlen sprechen: 1.140 Euro im ersten Lehrjahr, 1.202 im zweiten und 1.303 Euro im dritten Lehrjahr zahlt das Alten- und Pflegeheim Marschacht - in kaum einer anderen Branche erhalten Auszubildende mehr. Die Zahl ihrer Gespräche mit jungen Bewerbern hält sich trotzdem in Grenzen. "Die jungen Leute möchten nicht am Wochenende arbeiten", sagt Anke Peters. Dabei habe der Pflegeberuf so viel zu bieten: Man könne Menschen helfen, den Alltag zu bewältigen.
Zum ersten Mal in der Stadt Winsen haben die Agentur für Arbeit und das Jobcenter im Landkreis Harburg eine Ausbildungsmesse veranstaltet. 34 Unternehmen und Verbände nutzten die Chance in der Stadthalle Winsen, bei der Suche nach Auszubildenden auf sich aufmerksam zu machen.
"Der Wunsch der Arbeitgeber nach einer solchen Messe ist stark gestiegen. Deshalb bieten wir im Landkreis Harburg zusätzlich zu unserer Veranstaltung in Buchholz eine zweite Messe für die Region Winsen an", sagt Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen.
In den vergangenen 20 Jahren haben Ausbildungsmessen einen Perspektivwechsel erfahren. Zu Beginn des Jahrtausends suchten junge Leute verzweifelt einen Ausbildungsplatz. Heute ist die sogenannte Generation X (ab 1995 Geborene) in einer komfortablen Lage: Sie ist begehrt, kann sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Die Anzahl der Möglichkeiten sei gestiegen, sagt Kerstin Kuechler-Kakoschke. Junge Leute können heute zwischen mehr als 320 Ausbildungsberufen und mehr als 20.000 Studiengängen wählen.
746 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Harburg waren im Januar bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Dem stehen 742 Bewerber gegenüber. Unternehmen müssen sich um Bewerber bemühen. Die Wilhelm Reuss GmbH und Co. KG in Winsen und Berlin zum Beispiel, besser bekannt als Brotaufstrichhersteller Winsenia. Das Unternehmen sucht Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Die Auszubildende Sabrina Peters machte am Messestand den Besuchern den Beruf schmackhaft - auch mit extra für die Messe hergestellten Nougatcremekostproben.
Ein Phänomen der Ausbildungsmessen heute: Mütter und Väter machen sich bei den Unternehmen schlau, um ihre Kinder zu beraten. Mütter gelten als die größten Influencer. Deshalb sind sie an den Messeständen gern gesehen.
Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Andreas Baier, zeigt sich mit der Messepremiere in Winsen zufrieden. "Wir haben etliche gute Gespräche mit Bewerbern geführt. Im Handwerk sind die Ausbildungsberufe Tischler und Elektrotechniker stark nachgefragt. Eine größere Nachfrage sähen wir dagegen gerne in den Bauberufen", sagt Andreas Baier.
Mehr als 50 Unternehmen stellen sich bei der nächsten Ausbildungsmesse der Agentur für Arbeit und des Jobcenters im Landkreis Harburg am Samstag, 22. Februar, 9 bis 14 Uhr, im Veranstaltungszentrum Empore in Buchholz vor.

Anke Peters, Pflegedienstleitung im Alten- und Pflegeheim Marschacht, an ihrem Messestand in der Winsener Stadthalle | Foto: ts
Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer - und begleiten die Energiewende. Dennoch sucht die Branche Nachwuchs. Bei der Ausbildungsmesse in Winsen waren die Schornsteinfeger Richard Heimbürger (v. li.), Ole Petersen, Carsten Schulz und  der Auszubildende Kay Gohr der Blickfang | Foto: ts
34 Aussteller informierten in der Winsener Stadthalle über ihre Angebote | Foto: ts
Industriemeister Patrick Hassa und Auszubildende Sabrina Peters versüßten am Stand der Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG mit Nussnougatcreme die Gespräche | Foto: ts
Redakteur:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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