Winsen: Hauptpreis für gelungene Integration

Freuen sich über die Auszeichnung (v. li.): Andreas Baier, Andreas Schönhalz (IKK classic), Max Soetebier, Semiallah Mohammadi und Abraham Simon Derar (beide haben ihre Ausbildung absolviert und arbeiten jetzt als Bäcker), Heidi Böttcher und Frank Soetebier   Foto: IKK classic
  • Freuen sich über die Auszeichnung (v. li.): Andreas Baier, Andreas Schönhalz (IKK classic), Max Soetebier, Semiallah Mohammadi und Abraham Simon Derar (beide haben ihre Ausbildung absolviert und arbeiten jetzt als Bäcker), Heidi Böttcher und Frank Soetebier Foto: IKK classic
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Bäckerei Soetebier von "IKK classic" ausgezeichnet / Flüchtlinge schließen ihre Ausbildung ab

thl. Winsen. "Am Anfang stand der berühmte Satz, den die Kanzlerin im August 2015 sagte - Wir schaffen das", erinnert sich Bäckermeister Frank Soetebier von der gleichnamigen Bäckerei in Winsen-Scharmbeck. "Wir wurden von Politikern und Flüchtlingshelfern angesprochen und um Unterstützung gebeten – und wir dachten, dann schaffen wir das und machen mit."
Und sie haben es tatsächlich geschafft. Drei Azubis mit Migrationshintergrund haben gerade ihre Abschlussprüfung bestanden. Als Gesellen verstärken sie jetzt die Mannschaft in der Backstube und im Verkauf. Für das herausragende Engagement wurde der Familienbetrieb mit elf Filialen in den Landkreisen Harburg und Lüneburg jetzt von der "IKK classic" mit dem deutschlandweit ausgeschriebenen und mit 5.000 Euro dotierten "#macherimpulse"-Award ausgezeichnet.
"Wir geben bewusst Geflüchteten eine Chance und bilden auch junge Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und anderen fernen Ländern aus", so Soetebier. Denn der Traditionsbetrieb sieht kulturelle Vielfalt als Grundstein für die Zukunft.
Doch die Realität sah zuerst nicht gut aus. "Wir haben schnell gelernt, dass die Integration von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen nichts ist, was einfach nebenbei passiert, sondern viel Verständnis und Engagement von allen Seiten fordert", sagt Heidi Böttcher, die im Betrieb verantwortlich für die Bäckerei-Cafés und Mitarbeiter im Verkauf ist. "Um die Fehler nicht zu wiederholen, haben wir einen Lehrer eingestellt, der nicht nur den verpflichtenden Sprachunterricht übernommen hat, sondern die Mitarbeiter auch zu Terminen bei Behörden und Konsulaten begleitet und ihre Vertrauensperson geworden ist." Außerdem habe das Unternehmen Wohnungen für seine Auszubildenden angemietet, weil sich der Arbeitsalltag in einer Bäckerei nicht mit den Regeln in Flüchtlingsheimen vereinbaren lässt. "Auch die Berufsschule hat super mitgemacht und uns genauso unterstützt, wie der Landkreis", berichtet Junior-Chef Max Soetebier.
„Ich kennen keinen anderen Betrieb, der so viel für die Integration von Geflüchteten getan hat", lobt Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishanderkerschaft bei der Preisübergabe. "Wir haben ihn dabei von Anfang an aus voller Überzeugung unterstützt." Diese Hilfe bietet die Kreishandwerkerschaft auch den anderen Handwerksbetrieben im Landkreis Harburg an, wenn sie dem guten Beispiel des Preisträgers folgen wollen.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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