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So soll Winsen aussehen

 
(v. re.) Jörn Ackermann, André Wiese, David Forster (Projektleiter Winsen 2030) und Alfred Schudy (Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauordnung)

Winsen 2030: Entscheidung  über landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerb: Die Landschaftsarchitekten „Capatti-Staubach“ aus Berlin gewinnen die anonyme Ausschreibung / Innenstadt soll zukünftig ein durchgängiges Raumkontinuum aufweisen

bs. Winsen. Nach neunstündiger Debatte fiel am vergangenen Mittwoch die Entscheidung: Das Preisgericht, bestehend aus Fach- und Sachpreisrichtern, denen u.a. auch Bürgermeister André Wiese und Superintendent Christian Berndt angehören, einigten sich einstimmig auf das Landschaftsarchitektenbüro Capatti-Staubach als Sieger des landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbs im Rahmen des Städtebau-Projekts "Winsen 2030".
20 Planungsbüros hatten sich an dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt, zwölf Entwürfe kamen in die engere Auswahl. „Mit der Entscheidung des Preisgerichts macht Winsen einen großen Schritt nach vorn, unsere Innenstadt positiv umzugestalten. Es entsteht eine freundliche Innenstadt für alle Generationen“, so Bürgermeister André Wiese beim Pressegespräch am vergangenen Donnerstag, bei dem Jörn Ackermann vom Planungsbüro bpw (Baumgart+Partner) den Siegerentwurf vorstellte.
So soll der gesamte Innenstadtbereich, der sich über die Rathausstraße bis hin zur Marktstraße zieht und sich aktuell in zwei Teilbereiche unterteilt, barrierefrei werden und sich in einen durchgängigen, einheitlichen Raum verwandeln. Das soll vor allem durch einen einheitlichen Bodenbelag (Granit) erreicht werden, der nur durch feine Gestaltungselemente wie verschiedene Stein-Formate oder die Verlege-Richtungen ein natürliches Raumgefüge entstehen lässt. Dadurch soll sich der Benutzer leichter orientieren können. „Wir haben das Problem, dass beispielsweise der Bereich an der Kreuzung Markt- und Kirchstraße zu viele unsortierte Funktionen aufweist. Hier herrscht reger Autoverkehr, gleichzeitig befinden sich hier eine Bushaltestelle und mehrere Fahrradbügel. Ein wesentlicher Aspekt des Siegerentwurfs ist die Sortierung dieser Funktionen, damit ein natürliches, intuitives Miteinander entsteht“, so Ackermann.
Weiterhin solle vor allem die Kirche und der Kirchplatz besser und schneller wahrgenommen werden. Das Eckermann-Denkmal werde weichen müssen, wohin sei noch unklar. Multifunktionale Sitz- und Spielelemente sollen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität beitragen und das innerstädtische Gesamtbild prägen. „Dabei sprechen wir aber nicht von Schaukelpferdchen. Es werden Bereiche, zum Beispiel mit Wasser- und Fontänenspielen, die ganz natürlich die Aufmerksamkeit von Kindern aber auch Erwachsenen anziehen und zum Verweilen einladen, entstehen“, so der Raumplaner weiter.
Baumreihen, Grünflächen und Verengungen von Fahrbahnen, wie in der Deichstraße, sollen Flanierbereiche entstehen lassen und Räume aufweiten. „Das Grundgerüst und auch der Realisierungspartner stehen nach dieser Entscheidung nun fest, der Entwurf ist aber nicht in Stein gemeißelt und viele Details werden noch im weiteren Verlauf besprochen und entschieden“, so André Wiese. Finanziell sei das Projekt ein Millionenprojekt, die genauen Kosten derzeit noch nicht kalkulierbar. „Wir haben uns bewusst bisher keine Grenze gesetzt, da ein Beginn der Arbeiten frühestens ab 2020 ansteht“, so der Bürgermeister abschließend.
Der Stadtrat, der dem Entwurf jetzt noch zustimmen muss, hatte den Wettbewerb gegen die Stimmen der SPD und der Gruppe Grünen/Linke beschlossen. Ein großer Diskussionspunkt der Parteien war der Autoverkehr in der Marktstraße, an dem sich aber mit rund 34 im Entwurf vorgesehenen Autostellflächen - aktuell befinden sich circa 30 Plätze in dem Bereich - signifikant nichts ändert. André Wiese hofft, mit dem Gewinner-Entwurf alle Entscheider in ein Boot holen zu können. „Grundsätzlich wollen ja alle Fraktionen, dass die Innenstadt funktioniert. Ich hoffe und glaube persönlich nicht an eine Verweigerungshaltung der SPD“, so der Bürgermeister.
• Vom 1. Oktober bis zum 20. Oktober findet eine Ausstellung in der Bürgerhalle für die Öffentlichkeit statt, bei der die Entwürfe in terminierten Rundgängen ausgestellt und erklärt werden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.