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Zerstörtes Reetdachhaus in Stade: Es war Brandstiftung

Stiftungs-Chef Dieter Kunze an der vom Brand verschonten Scheune

Denkmalgeschützte Kate an der Harburger Straße wurde vor Schenkung offenbar mutwillig angezündet / Technischer Defekt im Nachbarhaus

tp. Stade. Als Ursache des Feuers, bei dem eine denkmalgeschützte Reetdachkate an der Harburger Straße in Stade am Samstag, 28. November, kurz vor der Schenkung an die Stader Stiftung für Kultur und Geschichte vollständig zerstört wurde (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach), wurde laut Polizei-Pressesprecher Rainer Bohmbach Brandstiftung ermittelt. Bei dem zweiten Brand eines als Mietshaus genutzten Reetdachhauses am Montag, 7. Dezember, ebenfalls an der Harburger Straße, gehen die Experten eher von einem technischen Defekt aus.
Brandstiftung sei im letztgenannten Fall eher unwahrscheinlich, so Bohmbach. An diesem Gebäude sei das Feuer an einer schwer erreichbaren Stelle unter dem Dach ausgebrochen. Eine von vielen denkbaren Ursachen könnte hier ein zu heißer Schornstein gewesen sein. Bohmbach: "Die Ermittlungen dauern an."

Rätselhaft bleibt die Häufung der Fälle. Beide Häuser hatten in diesem Jahr schon einmal gebrannt, konnten aber rechtzeitig gelöscht werden. Die Polizei mag dennoch weiterhin nicht von der Tatserie eines möglichen Feuerteufels sprechen.

Unterdessen wurde die Schenkung des zerstörten Baudenkmals samt des geretteten Scheune zwischen dem Privateigentümer und der Stiftung notariell besiegelt. "Die Schenkungsakten liegen derzeit beim Grundbuchamt", so Stiftungs-Chef Dieter Kunze. Die Durchfahrtscheune aus der Mitte des 17. Jahrhunderts soll als Ausstellungsraum und als Lager für Geräte der Jugendbauhütte als genutzt werden.

Kunze ließ zwischenzeitlich den Brandschutt beseitigen. Auf dem freien Gelände soll nach aktuellen Plänen ein denkmalgeschütztes Reetdachhaus aus Hamburg-Fischbek wiederaufgebaut werden. Dazu muss das Land Niedersachsen sein Einverständnis geben.

Auf dem im hinteren Grundstücksteil plant der Eigentümer ein Mehrfamilienhaus.