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Auswirkungen der Flut auch in Winsen

Schuhe aus, Hose hochgekrempelt: Der Weg nach Hause führt für diese beiden Jugendlichen durch's Wasser

Ein aktueller Bericht zur Hochwasserlage

thl. Winsen. Für den morgigen Donnerstag, 13. Juni, wird der Hochwasserscheitel der Elbe in Winsen erwartet. Die Auswirkungen davon sind aber schon seit einigen Tagen zu spüren und vor allem zu sehen. Weil das Ilmenausperrwerk in Hoopte geschlossen ist, kann das Wasser aus Luhe und Ilmenau nicht in die Elbe ablaufen. Die Folge: Die Osterwiesen sind zwischen Kernstadt, Laßrönne und Stöckte überschwemmt. Auch einige Straßen stehen dort unter Wasser und sind deshalb gesperrt.
Weiter flussaufwärts ist die Lage ruhig. Am Hoopter Fähranleger tummeln sich zuhauf Katastrophentouristen, um einen Blick auf das Hochwasser zu erhaschen. Die Fähre hat ihren Betrieb längst eingestellt. Und während an der Imbissbude auf dem Anleger das Geschäft floriert, herrscht gegenüber am Zollenspieker tote Hose. Dort hat das Wasser den Anleger bereits überflutet.
Erste Auswirkungen des Hochwassers bekommen auch die Pächter der Ferienhäuser am Strand von Over zu spüren. Dort drückt das Wasser aus den Boden heraus. Bei vielen Wegen heißt es bereits "Land unter". Eine Gefahr für die Häuser besteht allerdings kaum, weil diese größtenteils auf Stelzen gebaut sind.
Ruhe herrscht auch in der Elbmarsch. "Unsere Deiche sind sicher, hier passiert nichts", sagt ein Spaziergänger in Tespe. Und augenscheinlich haben die Elbmarscher auch im Angesicht der möglichen Katastrophe ihren Sinn für Humor nicht verloren: An einem "Durchfahrt verboten"-Schild, das vor Straßenüberflutungen warnt, wurde ein Zusatzschild angebracht. Aufschrift: Baden auf eigene Gefahr! Keine Badeaufsicht!
In Tespe drückt aber bereits Qualmwasser durch den Deich und hat u.a. die Lüneburger Straße überflutet. Deichwachen beobachten die Situation. Im Abstand von 20 Metern sind entlang des Deiches Sandsackpaletten postiert - für den Fall der Fälle.
Viel Arbeit dagegen haben die Einsatzkräfte nach wie vor im Landkreis Lüneburg. Der Fachzug Deichverteidigung 3 der Kreisfeuerwehr Harburg unter der Führung von Volker Bellmann aus Maschen ist erneut im Amt Neuhaus tätig. Ihr Auftrag: Deichlücken mit Sandsäcken schließen.
Unterdessen reißt die Hilfsbereitschaft für die Helfer und Flutopfer nicht ab. So hat u.a. die Firma Bäder Behmer aus Nenndorf ihren Azubi abgestellt, damit dieser in Lauenburg mit anpacken kann. Und die Teilnehmerinnen des Projektes "Reife Leistung - Impuls 50" der Grone-Schule in Winsen sammeln seit Tagen Lebensmittelspenden ein, packen daraus Proviantpäckchen und verteilen sie in den Hochwassergebieten.