„Wen kümmert’s?“
Eine Kampagne des Kinderschutzbundes

Hedwig Oberbeck mit dem Turnbeutel für Kinder | Foto: Axel-Holger Haase
  • Hedwig Oberbeck mit dem Turnbeutel für Kinder
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„In Deutschland fehlen 430.000 Kitaplätze, der Investitionsstau in den Schulen beträgt 55 Milliarden Euro, es fehlen Hebammen, Kinderärztinnen und Kinderärzte, die Kinderarmut ist seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. Ganz gleich, wohin wir schauen: Alle Systeme, auf die Kinder und Jugendliche angewiesen sind, stehen unter enormem Druck. Kindheit und Jugend in Deutschland sind in der Krise – und es scheint niemanden so recht zu kümmern“, so Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbunds. „Bei der Versorgung der jungen Generation und der für sie nötigen Infrastruktur müssen wir Prioritäten setzen.“

Der Kinderschutzbund möchte diese Krise, von der nahezu alle Kinder und Jugendlichen betroffen sind, zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen und sowohl mit Plakaten auf der Straße als auch im Netz auf das Problem aufmerksam machen.

„Weder die Zahlen zur Kinderarmut noch die Klagen der Jugendämter, Kitas und Schulen über den Mangel an Personal und Zeit lösen mehr als ratloses Achselzucken aus. Es fehlt an allen Ecken und Enden, Familien sind erschöpft, weil die Versorgung in Kitas, Schulen und der Kindermedizin auf wackeligen Füßen steht. Die Ursache liegt in einer Haltung, die die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ernst nimmt. Ihre Kindheit wurde kaputtgespart“, sagt Hedwig Oberbeck, zweite Vorsitzende des Kinderschutzbundes Landkreis Harburg. „Wir fordern, die Interessen von Kindern und Jugendlichen endlich zur Priorität zu machen – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene“, so die Vorsitzende.

Hilferufe von Eltern

"In letzter Zeit erreichen uns im Landkreis Harburg verstärkt Hilferufe von Eltern, die keine ärztliche Betreuung für ihr Kind finden. Wir haben bei den ortsansässigen Kinderarztpraxen nachgefragt und überall die Auskunft erhalten, dass keine neuen Patienten aufgenommen werden könnten, da die Kapazitäten völlig ausgeschöpft seien. Das bedeutet, dass betroffene Eltern nicht einmal die vorgesehenen Untersuchungen (U1 bis U9) wahrnehmen können, obwohl diese Vorsorgeuntersuchungen vom Bundesgesundheitsministerium als wichtiger Baustein zur gesunden kindlichen Entwicklung betrachtet werden. Darin sehen wir als Kinderschutzbund einen deutlichen Fall von struktureller Kindeswohlgefährdung und appellieren an die politischen Institutionen von Stadt und Landkreis, eine Lösung für dieses Problem zu finden", so Hedwig Oberbeck.

Redakteur:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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