Buchholz, Einfach heiraten
Einfach heiraten – unkompliziert, individuell und einfach schön
- Uwe Rosacker und Christina Janßen ziehen mit Vikarin Tamara Laackmann in die Buchholzer Pauluskirche ein.
- Foto: C.Wöhling
- hochgeladen von Carolin Wöhling
„Verwählt, verliebt, verheiratet“, fasst Vikarin Tamara Laackmann die Liebesgeschichte von Christina Janßen und Uwe Rosacker zusammen: Er hatte sich verwählt, dennoch kamen sie ins Gespräch, trafen und verliebten sich. Seit 23 Jahren sind sie standesamtlich verheiratet. „Wir wollten immer schon kirchlich heiraten, aber ohne große Feier, der Moment sollte nur für uns sein“, sagt Christina Janßen. Beide singen in der Paulus-Kantorei und fanden die Aktion „Einfach heiraten“ am 26. Juni 2026 wie gemacht für sie. Und so geben sie sich am Freitag in der festlich geschmückten Paulus-Kirche in Buchholz ihr „Ja-Wort“. Der Moment gehört ihnen und verliebt blicken sie einander an, während Kantor Wolfgang Hofmann für sie „Oh happy day“ spielt. Auch Tamara Laackmann strahlt, für sie ist es die erste Hochzeit als Vikarin. „Den Dreiklang „Verwählt, verliebt, verheiratet“ hatte mir Uwe Rosacker im Traugespräch gezeigt, er stammt aus einem Chrismon-Artikel und passt so gut zu ihnen.“
In der St. Paulus-Kirche sind sie eines von neun Paaren, das sich kirchlich trauen oder segnen lässt. Pastorin Caroline Hoppe, Vikarin Tamara Laackmann und Pastor Arne Hildebrand nehmen die Paare in Empfang, hören sich ihre Liebesgeschichten an, schreiben daraus die persönlichen Ansprachen für Trauung oder Segnung und gehen mit ihnen mit einem Herz-Luftballon in die kühle Kirche. Im Anschluss gibt es im Gemeindehaus kühle Getränke und einen kleinen Empfang. „Eine kirchliche Trauung kann lang geplant werden oder ganz spontan passieren. Nichts ist besser oder weniger wert als das andere. Wir sehen bei der Aktion „Einfach heiraten“ , dass sich Paare angesprochen fühlen, die Mitglied einer Kirche sind, nicht viel von der Kirche wollen, aber ein Bedürfnis nach Segen empfinden. Es ist total schön, die Gemeinde so nochmal mehr kennen zu lernen“, sagt Pastorin Caroline Hoppe.
Im Kirchenkreis Hittfeld konnten sich Paare in Buchholz und Nenndorf kirchlich trauen oder ihre Liebe segnen lassen. In Nenndorf blühen die Rosen im Innenhof, ein Sonnensegel spendet Schatten, für Kinder steht ein Planschbecken bereit. Die Kreuzkirche ist mit Blumen geschmückt, erleuchtete Kerzen führen zum Altar, es ist angenehm kühl in der 100 Jahre alten Kirche. „Der Andrang war so groß, dass wir neben Innenhof und Kirche einen dritten Standort aufbauen mussten, ein Zelt unter der großen Birke“, sagt Pastor Roland Arndt. Insgesamt 20 Paare sind zur Trauung oder Segnung gekommen, manche mit dem Rad, viele im Shorts und in Sommerkleidern.
Susanne und Roland Sakel lassen sich in Nenndorf segnen. „Wir sind seit 32 Jahren standesamtlich verheiratet, haben drei Kinder, aber nie war irgendwie der richtige Zeitpunkt, kirchlich zu heiraten. Als wir von „Einfach heiraten“ hörten, wussten wir, das ist unser Tag für eine Segnung“, sagt Susanne Sakel. Ihren engsten Freunden aus Bochum, sagten sie nur, dass es am Nachmittag eine Überraschung gäbe. „Wir sind ganz gerührt, es war eine so wunderschöne Zeremonie. Daher haben wir uns selbst spontan für eine Segnung entschieden“, sagen Susanne und Peter Preiß, die seit 22 Jahren kirchlich verheiratet sind. „Wir finden es sehr schön, dass Kirche dies anbietet.“
Während Katharina Behnke ein Paar in der Kreuzkirche traut, sitzen im Innenhof Tanja und Stefan Vocke unter dem Sonnensegel. Diakonin Cornelia Rubach segnet das Paar, und ihr Sohn Maximilian spielt auf der Gitarre. „Wir sind kirchlich verheiratet und in zwei Monaten feiern wir unseren 20. Hochzeitstag. Mit der Segnung wollen wir für die zwanzig glücklichen Jahre danken.“
„Für viele Paare gab es nie den richtigen Zeitpunkt für eine kirchliche Hochzeit. Kinder wurden geboren, Eltern sind gestorben, das Leben kam einfach dazwischen. Mit Hochzeit und Segnung erfüllten sich viele jetzt den Moment ganz für sich allein. Das war sehr berührend“, sagt Pastorin Katharina Behnke. In Nenndorf hat sie sich mit Pastor Roland Arndt, Vikar Marcel Krusche und Diakonin Cornelia Rubach die Segnungen und Hochzeiten aufgeteilt. Teamerinnen sorgten mit kühlen Getränken für einen kleinen festlichen Empfang nach der Zeremonie. Kirchenmusikerin Gudrun Scheske spielte an der Orgel und am Klavier Musikstücke, die sich die Paare gewünscht hatten.
Bundesweit beteiligten sich am 26. Juni 367 Feierorte an der Aktion „Einfach heiraten“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Leserreporter:Carolin Wöhling aus Seevetal |
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